RADIANT ORBIT IN AROSA – DAS VOLLKOMMENE SKIABENTEUER

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Viele Tiefschneefans haben schon ein­mal von „Canada-Skiing” gehört oder gelesen, vom Helikopterfliegen und von zauberhaften Tiefschneeabfahrten. Man kann es vergessen. Denn Radiant Orbit — strahlend auf Ski die Erde zu umkrei­sen — ist mehr, viel mehr: Radiant Or­bit brachte mir die schönste und atem­beraubendste Skiwoche. In Arosa — ja, in Arosa, wo sechzig Prozent der Win­tergäste ohne Brettl ankommen und die Pisten meist aus leichten, glattge­bügelten Abfahrten bestehen.

Radiant Orbit ist die verwirklichte Idee von Erwin Lamm, Bergführer und Ski­lehrer, Besitzer des Hotels „Haus Lamm”, der sein Programm so erläu­tert: „Unaufhörlich, weltweit wächst der Tourismus, in unseren Bergen im Win­ter noch beängstigender als im Som­mer”, steht da einleitend, was eigent­lich jeden Hotelbesitzer freuen sollte, und: „Feriengäste, Wochenendler,Tages­ausflügler, von nah und fern, immer größere Massen tummeln sich an den Hängen,” worüber ein Arosa-Hotelier eigen ic in rommer gnora ion schwei gen sollte. Aber nein: „Immer neue Lif­te, und doch immer längere Schlangen. Wachsende Ströme stets besserer und stets perfekter ausgerüsteter Fahrer preschen über die Pisten, die nicht weiter werden. Die Verkehrszeichen der Straße tauchen plötzlich in der freien NaturMolinis 01 draußen auf. Was man eigentlich sucht, die Unabhängigkeit der ,paar schönsten Wochen des Jahres’, verkehrt sich langsam aber sicher in die Nerven­probe, die der Alltag schon ist. Die freie Wahl wird zum Wahlzwang, manipuliert von einer immer mächtigeren Touris­musindustrie.” Ein Hotelier, der spinnt, könnte man meinen, ein Mann am fal­schen Platz, ein liebenswerter Verrück­ter, der gegen den Strom der Zeit zu schwimmen versucht. Aber im Radiant-Orbit-Prospekt wird eine verlockende Alternative aufgezeigt: „Skifahrer sein, ohne Zweck, aber doch eine Leistung er­bringen, die hartnäckig erworbene und bewahrte Fitness endlich einmal unter Beweis stellen. Sorgfältig die Wege prü­fen, wieder lernen, der mächtigen Na­tur zu begegnen. Hören, wie die Winter­stille dröhnt, sich etwas abfordern, sich freuen über das Durchhalten, schwei­gen, in sich hineinhören, wieder einmal spüren, was Rasten heißt … Und dann abfahren, weich, sorgsam, nicht Hals über Kopf, sondern genußvoll in knie­tiefem Schnee Bogen auf Bogen zie­hen, jeder die seinen” und vieles mehr. Das gesamte Radiant-Orbit-Abfahrten­gebiet umfaßt eine Fläche von etwa 300 Quadratkilometer, ist also dreißigmal größer als das eigentliche Skigebiet von Arosa (etwa 10 Quadratkilometer). Aro­sa befindet sich im Herzen der Plessur­Alpen, die ringsum von erschlossenen Skigebieten umgeben sind: Fideriser Heuberge im Norden, Klosters im Nord­osten, Davos im Osten, Lenzerheide im Süden, Churwalden im Westen, Chur und Tschiertschen im Nordwesten. Alle Orte sind durch Linien der Rhätischen Bahn oder durch Postbusse verbunden, so daß am Ende der langen Abfahrten immer wieder vorzügliche Verkehrsver­bindungen geboten sind. Stets wird ver­sucht, Bergbahnen als Mittel zum Zweck einzuschalten, aber nie führt eine län­gere Abfahrt durch ausgesprochenes Pistengebiet; es können über fünfzig verschiedene Touren-Abfahrten unter­nommen werden.

Es handelt sich durchwegs um rassige Tiefschneeabfahrten, die perfektes Fahrkönnen voraussetzen. Und teils um Abfahrten, die man als gebietsfremder Skibergsteiger ohne Führer besser gleich wieder vergessen sollte. Denn das Wissen um die genaue Schneebe­schaffenheit der jeweiligen Abfahrt ist unerläßlich und von Ortsunkundigen auf die Schnelle einfach nicht in den Griff zu bekommen (ich jedenfalls würde bei einigen Abfahrten ohne Führer glatt passen). Radiant-Orbit-Führer sind Han­sueli Brunner, der schon über ein Dut­zend Mal auf dem Mount McKinley stand, und Erwin Lamm, der das Arosa-Skitourengebiet kennt wie seine We­stentasche.

In jener Traum-Skiwoche des letzten Winters waren wir zu sechst, geführt von Hansueli Brunner.

Am ersten Tag stand echte Arosa-Son­ne am Himmel. Die erste Kabine der Weisshornbahn brachte uns auf den Gipfel. Das Weisshorngrätli mit seinen 700 Höhenmetern, eindrucksvoll steil und mit unberührtem Tiefschnee, hinab zur Mittelstation, bildete den Auftakt. Natürlich hatte Hansueli kein Wort dar­über verloren, daß er uns hier nur mal schnell unter die Lupe nehmen wollte .. . Minuten später waren wir wieder auf dem Weisshorngipfel, wo sich inzwi­schen viel Pistenvolk angesammelt hatte.

Ein paar kurze Tiefschneeschlenkerer, schon waren wir im Sattel zwischen Weisshorn und Brüggerhorn, genau an der Grenze zwischen Licht und Schat­ten. Hansueli starrte wortlos in

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 

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