Vallée Blanche Variationen – Die Skitraverse Chamonix – Courmayeur und zurück an einem Tag

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Durch das Vallée Blanche zum Toule-Joch

Nun beginnt der erste Teil der Abfahrt mit anschließendem Aufstieg zum Tou­le-Joch. Man verläßt den Schneegrat, der zur Aiguille du Plan hinüberführen würde und fährt über die weiten, sanf­ten Hänge der „Normalabfahrt“ ins Vallée- Blanche hinab, zwischen Gros Rog­non und Pointe Lachenal durch, bis man auf etwa 3200 Meter Höhe die „Piste“ verläßt, um bei leichtem Gefälle an der Pyramide du Tacul vorbei bis in die Nähe der Felsen der Pointe Adolphe Rey zu gelangen. Der Eisbruch, der vom Cirque Maudit herabkommt, verlangt noch eine kleine Abfahrt, dann beginnt der 45minütige Aufstieg über den Géant-Gletscher hinauf zum östlichen Toule-Joch (Col oriental de Toule, 3411 m). Man hat für diesen Aufstieg, bei dem man etwa auf halber Höhe die „Ab­fahrtspiste“, die vom Rifugio Tourino ins Vallée Blanche herabführt (hier wird man am Nachmittag herabfahren), er­reicht, meistens eine gute Aufstiegs­spur, so dass man notfalls sogar auf Steigfelle verzichten und die Skier tra­gen kann. Man steigt aber nicht über den Col des Flambeaux hinüber zum Ri­fugio Tourino (wohin die Kabel der Ka­binenbahn führen, die das Vallée Blan­che überqueren), sondern schwenkt nach rechts ab, um die schöne Schnee­terrasse am östlichen Vallee Blanche topo 01Toule-Joch (3411 m) zu erreichen. Hier öffnet sich der Blick auf die Südseite des Montblanc. Vor allem der Peuterey-Grat, der mit Aiguille Noire, Dames Anglaises und Aiguille Blanche die Silhouette rechts bildet, fesselt mit seinen präzisen Li­nien den Blick. Hier beginnt die Ab­fahrt nach Courmayeur, die man in der Regel nicht nach 10 Uhr beginnen soll­te.

Die Abfahrt vom Toule-Joch nach Courmayeur

Es handelt sich um eine keineswegs akrobatisch steile, aber auch nicht ge­rade flache Abfahrt über 2100 Meter bis in die Gegend von Courmayeur. Die er­sten Meter sind mit einem dicken Seil gesichert, wenig später wird eine kurze Steilstufe mit Hilfe einer aufwendigen Treppenanlage überwunden — leider, denn damit ist die ganze Abfahrt unnötig entschärft. Die Abfahrt führt über den Glacier de Toule hinab (meist auf deutlich eingefahrener Piste). Wenn die Felsen links enden (etwa 2700 m), fährt man linkshaltend hinab zur Mittelstation der Seilbahn, die Courmayeur (La Pa­lud) mit dem Rifugio Tourino verbindet („Le Pavillon“, 2174 m). Von hier folgt man der Piste ins Tal. Man kann aber auch „Le Pavillon“ links liegenlassen und über die weiten, steilen Hänge di­rekt nach Entreves (1306 m) hinabste­chen. Hier ist der Umkehrpunkt erreicht.

Vallee Blanche topo 02Mit der Kabinenbahn zum Rifugio Tourino

Es empfiehlt sich, die Kabine von La Palud zum Rifugio Tourino (mit Umstei­gen in „Le Pavillon“) möglichst schnell zu nehmen, um über Zeitreserven zu verfügen. Falls man bei der Abfahrt nach Courmayeur schlechte Verhältnisse antrifft, kann man in „Le Pavillon“ die Abfahrt abbre­chen, um bereits von hier wieder zum Rifugio Tourino hinaufzufahren.

Die Abfahrt vom Col du Geant nach Chamonix

Als Nachmittagsbeschäftigung hat man nun noch einmal eine Abfahrt über 2300 Höhenmeter vor sich, über die wunder­baren Hänge, die vom Col du Géant ins Mer de Glace hinabführen. Vom Col du Géant bieten sich zwei Möglichkei­ten: entweder links hinüber zum Col des Flambeaux (3407 m) und von da hinab zu der „Piste“, die von der Aigu­ille du Midi herabkommt, oder rechts ausholend die ,,Géant-Abfahrt“ hinab ins Vallée Blanche, wo man auf etwa 3000 Meter Höhe die „Piste“ erreicht. Beide Varianten sind an schönen Tagen bestens eingefahren. Bei beiden hat man einen unvergleichlichen Blick auf den Grand Capucin und die Türme, Pfeiler und Couloirs des Montblanc du Tacul.

Die weitere Abfahrt führt nun abwechs­lungsreich über den unteren Teil des Géant-Gletschers hinab ins Mer de Glace. Dabei ist der Géant-Eisbruch zu überwinden, der die technisch an­spruchsvollste, aber skifahrerisch inter­essanteste Etappe der Abfahrt darstellt. Hier ist mit Eisplatten und offenen (und verdeckten) Spalten zu rechnen. Rechts über sich sieht man die zackige Silhou­ette des Périades-Kammes. Bei gutem Schnee fährt man die vielen Kilometer des Mer de Glace in einem einzigen, sanften Schuß hinaus, bis links die Ge­bäude von Montenvers (etwa 1900 m) auftauchen. Wenig unterhalb von Mon­tenvers verläßt man den Gletscher nach links, um eine Terrasse auf 1650 Meter auf der linken Seitenmoräne zu errei­chen. Hier beginnt der „Chemin Sortie Vallée Blanche“, d. h. der Verbindungs­weg, der vom Mer de Glace nach Cha­monix führt. Es ist dies eine Art Zieh­weg, der durch steile Flanken mit Lawi­nengräben und sonstigen Schikanen bis direkt nach Chamonix hinabführt. Bei weichem Schnee ist das eine interes­sante Sache mit allerlei Finessen. Man

  • oberrothorn kaisers
  • unfal klettern lWerner Schilt zeitung grindelwald 2013

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 

 
 

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