Was Sie über Schnee wissen müssen

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ES SCHNEIT NICHT NUR VOM HIMMEL …

Hätten Sie gedacht, daß es fast ein Dutzend verschiedene Arten von Schnee gibt? Als Ski­fahrer und auch als Winterwanderer sollten Sie allen kennen — manche sind nämlich lebensgefährlich.

Hier werden die Schneearten erläutert: Zuerst der frisch ge­fallene (Neuschnee), dann der in verschiede­ner Weise umgewandel­te Schnee (Altschnee).

Neuschnee

Zwei Definitionen für diesen Begriff sind gebräuchlich: * Frisch gefallener Schnee, der höchstens 24 Stunden alt ist; * Frisch gefallener Schnee, dessen ursprüngliche Kristall­struktur (unter dem Mikro­skop natürlich) noch gut er­kennbar ist.

Beide Definitionen werden in der Praxis ungefähr auf das­selbe hinauslaufen.

je nach der Temperatur beim Niederschlag entsteht der Neuschnee als Filzschnee, Pul­verschnee, Oberflächenreif oder Wildschnee.

Filzschnee

entsteht bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und fällt in schönen großen Flocken. Die Schneedecke ist fest aber filzig (die langarmigen Schnee­kristalle verfilzen sich mit­einander) und deshalb für den Skifahrer etwas mühsam. Der Schnee ist eher feucht, backt bei Druck zusammen. Ideal für eine Schneeballschlacht.

Pulverschnee

entsteht bei tieferen Tempe­raturen und fällt in kleinen Flocken. Die Kristalle sind gut ausgebildet. Bei Frost bleibt die Schneedecke lange Zeit pulverig — sie ist zum Skifah­ren gut geeignet und bleibt auf Hängen bis 45 Grad Neigung liegen. Auch Filzschnee kann sich bei strenger Kälte in Pul­verschnee verwandeln und ist dann entsprechend gut zum Skifahren.

Oberflächenreif

entsteht bei Schönwetter als Niederschlag auf kalten Ober­flächen. Wenn es später darü­ber schneit, kann der Reif zu einer gefährlichen Gleitschicht für Lawinen werden.

Wildschnee

fällt unmittelbar aus der kalten Luft bei schönem, frostklarem Wetter. Es sind die letzten Reste der Luftfeuchtigkeit, die sich in Schneekristalle verwan­deln. Eine dickere Schnee­schicht bildet sich dabei nicht.

Altschnee

So heißt jeder Schnee, dessen Struktur sich während seiner Liegezeit verändert. Es gibt zwei Arten von Umwand­lungsprozessen in der Schnee­decke: die abbauende und die aufbauende Umwandlung.

Die abbauende Umwandlung

beginnt unmittelbar nach dem Schneefall. Die feingliedrigen Kristalle werden dabei mehr und mehr kugelförmig. So ent­stehen Firnschnee, die ver­schiedenen Arten von Harsch, ferner Preßschnee, Packschnee und Faulschnee.

Firnschnee

Was Sie uber Schnee wissen mussen 01ist schon mehrmals geschmol­zen und wieder gefroren. Er besteht aus großen runden Körnern, die Stecknadelkopf­größe erreichen können. Das ist ein idealer Frühjahrsschnee, auf dem sich gut abfahren läßt.

Harsch

hat eine sehr harte Ober­fläche, die man mit den Kan­ten der Ski kaum ritzen kann. Er entsteht als Schmelz­harsch, wenn die Firnoberflä­che gefriert; oder als Wind­harsch, wenn feinkörniger Altschnee vom Wind an einen Hang gepreßt und dabei hart geworden ist. Wenn der Harsch nicht mehr trägt, heißt er Bruchharsch.

Preßschnee

hat den ersten Umwandlungs­prozeß schon hinter sich, wenn er auf die Erde fällt: Bei viel Wind, der die Flocken durcheinanderwirbelte, sind die Kristalle noch in der Luft zertrümmert worden und lie­gen nun, eng gepreßt, an einer Luvseite (das heißt an einer Seite, auf die der Wind drückt).

Was Sie uber Schnee wissen mussen 02Packschnee

stammt aus demselben Schnee­fall wie der Preßschnee; er ist aber — im Windschatten — auf einer Leeseite gefallen und liegt nun (weil die Kristalle in Stücke zerbrochen sind) eng gepackt. Dieser Schnee hat keinen Zusammenhalt und ist darum sehr lawinengefährlich.

Faulschnee

entsteht bei warmem Wetter aus Firnschnee, der über Nacht nicht mehr gefriert. Er verliert jeden Zusammenhalt und wird zu einer matschigen Masse, die in sich zusammen­fällt. Eine gefrorene Ober­fläche kann trügerisch sein ­wer hier durchbricht, versackt bis zu den Knien. Faulschnee-Lawinen betonieren alles zu.

Die aufbauende Umwandlung

läßt in der Schneedecke neue Kristalle entstehen. Dieser Prozeß kommt immer dann in Gang, wenn sich die Luft über einer dicken Schneedecke ab­kühlt: Die erdnahen Schichten bleiben noch warm (weil der Schnee gut isoliert), und nach oben hin wird es in der Schneedecke immer kälter. Unmittelbar über dem war­men Erdboden verdampft der Schnee zu Wasserdampf. Die­ser Dampf steigt in der Schneedecke nach oben und kühlt sich dabei ab: Neue Schneekristalle entstehen und bilden innerhalb der Schnee­decke eine neue Schicht. Da­bei entsteht

Schwimmschnee

(auch Tiefenreif genannt). Die neu gebildeten Kristalle sind leider becherförmig — sie verfilzen sich nicht mehr mit­einander und bilden deshalb eine ausgezeichnete Gleit­schicht für Lawinen. Dieser

gefährliche Schwimmschnee bildet sich eher in einer dün­neren Schneedecke, weil dort die Temperatur (von unten nach oben) stärker abfällt als in einer gut isolierten dicken Schneedecke. Darum sind ge­rade die schneearmen Winter so gefährlich: Die Lawinen lösen sich dann nach längerem Schönwetter von den Schat­tenseiten.

Die Schmelzum­wandlung

führt in den Bergen zu beson­derer Lawinengefahr, wenn der Schnee vom Boden her schmilzt. Auf der rutschigen Schicht lösen sich Grundla­winen.

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