Hochfeiler Nordwand – erste Skibefahrung

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Die Nordwand des Hochfeilers in den Zillertaler Alpen ist eine unter den Eis­gehern sehr beliebte, steile Eistour, die zu den bekanntesten Anstiegen dieser Art in den Ostalpen zählt. Mit Emil Wachtler und Otto Zipser gelang dem Inns­brucker Michael Leuprecht am 5. Juli 1980 nach Aufstieg über die Wand die erste Skibefahrung der etwa 51 bis 55 Grad, im oberen Wandteil bis 60 Grad steilen Wand.

Nach der Befahrung der Hochferner-Nordwand über die Vanisroute war mir die Idee gekommen, die Hochfeilerwand mit Skier zu befahren. Einige Eisflanken waren uns zuvor bereits gelungen, das Firndreieck am Möseler, die Nordwand der Marmolada, die Eisrinne am Pfler­scher Tribulaun. Ich war der Meinung, nun auch diese, berühmteste unter den Zillertaler Eiswänden versuchen zu kön­nen. Die Klubkameraden von der HG Trans Innsbruck kommentierten meinen Plan mit Äußerungen wie „unmöglich“ oder „Selbstmord“.

Taschacheiswand

Taschacheiswand

Der erste Versuch mit Emil Wachtler, von der Hochferner-Biwakschachtel aus begonnen, endete am B. Juni in strö­mendem Regen, ebenso der zweite An­lauf am 21. Juni mit Otto Zipser. Am 4. Juli schließlich stiegen wir zu dritt, beide Freunde von den vorherigen Ver­suchen, voller Optimismus, am Abend zum Furtschaglhaus auf.

Am nächsten Morgen verließen wir die Hütte um 6 Uhr. Das stark zerklüftete Schlegeiskees zwang uns zu zeitrauben­den Umgehungen, immer wieder mußten wir die Ski abschnallen — schließlich er­reichten wir um 11.30 Uhr den Wand­fuß, zwei Stunden später waren wir am Gipfelgrat angelangt. Das Wetter, am Morgen noch vielversprechend schön, hatte sich in der Zwischenzeit ver­schlechtert, der obere Wandteil war völ­lig in dichten Nebel gehüllt. Wir warteten eine Stunde auf Wetterbesserung, doch vergeblich. Schließlich entschlossen wir uns, die Abfahrt trotz der mißlichen Ver­hältnisse zu wagen.

Als erster fuhr ich von der Gipfelwächte in den sehr steilen, oberen Wandteil ein_ Ein ungeheuerer Druck, eine übergroße Spannung lastete auf mir. Die recht weiche Firnschicht, die das Eis bedeckte, war glücklicherweise griffig, und bereits nach den ersten, verkrampften Schwün­gen löste sich die Spannung, ich ge­wöhnte mich an die enorme Ausgesetzt-heit und Steilheit. Ich rief meinen beiden Freunden zu, nachzukommen, und ge­meinsam fuhren wir weiter ab. Die Sicht wurde, je tiefer wir kamen, immer bes­ser, und wir genossen das scheinbar schwerelose Schwingen im steilen Ge­lände. Mit einem mächtigen Sprung über die Randkluft entließ uns die Hoch­feilerwand, die erste Skibefahrung lag hinter uns. Wir folgten dem Firn des Schlegeiskeeses ins Tag und stiegen schließlich wieder hinauf zum Furtschaglhaus, wo uns der Hüttenwirt einen herzlichen Empfang bereitete. Am Sonn­tag befuhren wir noch die Nordwestwand des Möselers (Neigung bis zu 45 Grad). Nach diesem genuß- und erfolg­reichen Steilwandwochenende fuhren wir zufrieden nach Innsbruck zurück. Drei Wochen später, am 27. Juli 1980, gelang Otto Zipser und mir eine weitere Skibefahrung, nämlich die Taschach­eiswand in den Ötztaler Alpen. Laut Auskunft des Hüttenwirts handelte es sich um die

Hochfeiler-Nordwand

Hochfeiler-Nordwand

Zweitbefahrung dieser 600 Meter hohen Flanke, die eine Neigung von 45 bis 50 Grad aufweist. Die erste Befahrung gelang Heini Holzer ein oder zwei Jahre vor seinem Absturz. Nach­dem wir über die Wand aufgestiegen waren, fuhren wir in verhältnismäßig tiefem, sulzigem Schnee über die gleiche Route wieder ab.

Erwähnen möchte ich noch, daß wir alle unsere Steilwandabfahrten seilfrei durchführten, als Ski verwendeten wir Normalski mit einer Länge von 1,90 bis 2,05 Meter

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