Im Herzen der Dolomiten – Alta Via Tour

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Eine Alta-Via-Tour ist eine Wanderung mit besonderem Reiz: Üppige, idyllische Täler wechseln mit kargen Gebirgszügen. Rund um den Lago di Cadore führt eine unkomplizierte und kaum bekannte Wanderung.

Eine Route für Genießer!

Wir blättern in den Hüttenbü­chern: 1985 nichts, 1984 eben­falls ohne Ergebnis, 1983 auch noch Fehlanzeige. Schließlich geben wir das mühsame Stöbern auf. Den Alta Via Circolare „Anello del Cadore“ (kurz: AMC) scheint außer den Hüttenwirten kaum jemand zu kennen geschweige denn als zusammenhängende Tour zu begehen. Solche Voraussetzungen ver­langen geradezu nach einer genauen Erkundung. Existieren die Wege noch? Sind sie durchgehend markiert? Welche Schwierigkeiten erwarten den Wande­rer?

dolomiti-forcella Um es gleich vorwegzunehmen: Wir fanden einen außergewöhnlich genuß­reichen Geheimtip. Diese Tour bietet außer besonders abwechslungsreichen Bergerlebnissen einige organisatorische Vorteile, die sicher vielen Bergfreunden gelegen kommen. So kehrt man auf­grund der idealen Lage um den langge­streckten Lago di Cadore herum auto­matisch wieder zum Ausgangsort zurück und erspart sich eine umständliche Rückreise. Ferner ist es möglich, die ge­samte Runde in zwei Viertagesetappen aufzuteilen. Dadurch läßt sich der Ruck­sackinhalt klein halten und zwischen­durch ergänzen oder austauschen. Au­ßerdem bietet sich Gelegenheit zu einer „Erholungspause“.

Wenn man die beiden Tourenhalbkreise betrachtet, so werfen die östlichen Etap­pen keine technischen Probleme auf. Im Bereich der Antelao-Durchquerung tref­fen wir jedoch auf einige Klettersteig-passagen, die gewisse Ferrate-Erfahrun­gen voraussetzen. Wer diese nicht be­sitzt, sollte die Etappe 7 auf Variante A oder B umgehen.
Schon auf den kurzen Tagesetappen geben sich die landschaftlichen Höhe­punkte gewissermaßen die Hand. Dies beginnt bereits beim Rifugio („Hütte“) Padova mit seiner atemberaubend bizar­ren Felsumrahmung. Auch die nächste, nur dreistündige Teilstrecke beschert dem Wanderer neben einer üppigen Al­penflora das Erlebnis der gewaltigen Forcella Scodavacca. Am westlichen Scheitelpunkt der Tour führt der Weg sogar „hautnah“ an der Antelao-Glet­scherwelt vorbei.

In zwei Abschnitten deckt sich der AMC mit den Dolomitenhöhenwegen 4/5 so­wie 6. Hier begegnet man gelegentlich noch anderen Wanderern. Auf den übri­gen Etappen waren wir außerhalb der Hüttenbereiche meist alleine. Biwak­nächte bleiben dem Begeher dieses Rundwegs erspart. Am Ende jeder Etap­pe erwartet ihn eine gut bewirtschaftete Hütte. Gegebenenfalls lassen sich einzel­ne Abschnitte durch Übernachtungen in dazwischenliegenden Unterkünften auch noch verkürzen. Generell, speziell aber auf der vierten Etappe, ist ein frühzeitiger Aufbruch angezeigt, um die kühlen Morgenstunden auszunutzen. Dies ist wegen des meist sonnigen Wet­ters anzuraten.

Neben der Gebirgsszenerie bieten auch die Talorte viele idyllische Sehenswür­digkeiten. Die touristische Erschließung hält sich im Rahmen, man vermeidet hier die gravierenden Sünden anderer Regionen. Dank einer gut florierenden Brillenindustrie von internationalem Rang ist man hier nicht so sehr auf die Einkünfte aus dem Fremdenverkehr an­gewiesen wie andernorts. Dadurch sind meist auch Mittel für die stilgerechte Re­staurierung alter Gebäude und Gehöfte vorhanden. So fügen sich heute noch un­verfälschte Ortssilhouetten mit ihren ty­pischen Fassaden harmonisch in die sonnige südliche Landschaft zwischen Seen und Bergen.

Wer einen weiteren Tag im Rifugio Galassi investiert, kann die Tour sogar noch durch die alpinistische Leistung ei­ner Dreitausenderbesteigung krönen. Der Normalweg auf den Antelao führt über die Forcella Piccola von Norden zum Bivacco Cosi und weiter zum 3263 Meter hohen Gipfel. Die Route ist im Grunde genommen nicht schwierig, ab Spätsommer meist schneefrei und kaum zu verfehlen. Allerdings wird mit etwa zehn bis elf Stunden Gesamtgehzeit ein Tag gut ausgefüllt sein.

Doch auch ohne diesen Gipfel lernt der Wanderer auf den durchwegs gut mar­kierten Wegen viele besonders idyllische Winkel der abwechslungsreichen Cado­re-Landschaft kennen. Die Länge der Etappen läßt dabei noch genügend Zeit, die großartigen Dolomitenberge zu be­wundern, einer Schmetterlingsraupe bei der Verpuppung zuzusehen oder auch dem Duft besonders intensiv duftender Gebirgsblumen zu folgen.

Die einzelnen Etappen

1. Etappe : Vallesella—Rifugio Padova

Da wir am Anreisetag möglichst noch auf eine Hütte gelangen wollten, um ei­nen Hotelaufenthalt für nur eine Nacht zu vermeiden, wählten wir als zentralen Ausgangspunkt Vallesella. Hier gelangt man über eine Brücke zur anderen Seite des Lago di Cadore und

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 

 
 

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