Was jeder Skifahrer über Lawinen wissen sollte

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Jeden Winter mehr als 100 Tote durch Lawinen; allein im letzten Winter 129. Müssen wir uns mit dieser Zahl abfinden? Auch wenn ein geringer Teil der Unfälle als unabwendbares Schicksal hin­genommen werden muß, so gilt doch, daß ein Großteil der Unfälle vermeidbar wäre. Dies umso mehr, weil die Entwicklung der Schnee- und Lawinensituation ständig durch Lawinenwarn­dienste beobachtet und über den Lawinenlagebericht täglich ver­öffentlicht wird. Dabei bieten diese amtlichen Maßnahmen — Lawinenlagebericht und Sperrung von Abfahrten—eine wirksame Abwehr von Unfällen im Pisten- und Tiefschneebereich der Seil­bahnen. Darüber hinaus muß der Tourenfahrer, der in den meisten Situationen völlig selbständig zu entscheiden hat, umfangreiche Kenntnisse besitzen und vor allem über ein zuverlässiges Mittel der Beurteilung verfügen.Was jeder Skifahrer ueber Lawinen wissen sollte 00-00

LAWINENLAGEBERICHT

Über die Massenmedien wer­den im Winterhalbjahr regelmäßig die Meldungen der bayerischen Lawinenwarnzentrale veröffent­licht. In Bayern beruhen die Aus­sagen zur Lawinensituation auf Schnee- und Wetterbeobachtun­gen im gesamten bayerischen Alpenraum. Dementsprechend großräumig ist die Vorhersage gehalten. Lokale und regionale Besonderheiten werden durch die derzeitige Vorhersage nicht erfaßt. Ähnlich arbeiten die Lawinen­warndienste in den übrigen Alpen­ländern.

Im Wortlaut der Lawinenlage­berichte werden jeweils bestimmte Formulierungen verwendet, die Aufschluß über den jeweiligen Grad der Gefährdung geben:

  • Welche Arten von Lawinen sind derzeit gefahrenbringend (Locker­schnee-, Schneebrett-, Trocken­schnee-, Naßschnee-, Ober-, Boden-, Grundlawinen)?
  • In welchem Umfang (verein­zelte, lokale. einzelne, vermehrte, häufige Lawinenabgänge) und in welchem Ausmaß (klein. groß) sind Lawinen zu erwarten?
  • Wie wird der Grad der Lawinen­gefahr (gering. mäßig, groß, gleichbleibend, zunehmend, ab­nehmend) beurteilt?
  • Welche Hangbereiche (Höhen­lage, Hangrichtung) sind am stärksten gefährdet? {Höhenlage: tiefe Berglagen, Talnähe bis ca. 1.300 mNN — mittlere Berglagen. ca. 1.300 bis 1.800 mNN — kammnahe Bereiche: Hangrich­tungen: z. B. Sonnen- oder Schat­tenseiten, Windschattenhänge):
  • Sind darüber hinaus hangnahe Bergstraßen gefährdet?

Mit welchen Wahrscheinlich­keiten kommt es zu Lawinen­abgängen? Aus der Formulierung kann entnommen werden, ob das Auftreten von Lawinenabgängen relativ sicher (a) oder ungewiß (b) erscheint:

(a) Mit häufiger Selbstauslösung von Lockerschneelawinen muß gerechnet werden.

Was jeder Skifahrer ueber Lawinen wissen sollte 01-01(b) An noch nicht entladenen. sonnenseitigen Steilhängen kön­nen vereinzelt kleine. oberfläch­liche Lawinen abgehen. (… sind vereinzelte Lawinenabgänge möglich. nicht auszuschließen).

WAS WIRD DEM SKI­FAHRER EMPFOHLEN?

  • Von Skitouren außerhalb ge­sicherter Pisten wird grundsätzlich abgeraten.
  • Von Skitouren wird einge­schränkt abgeraten (z. B. an nord- bis ostgerichteten Hängen oberhalb 1.600 m).
  • Dem TourenfahrerwirdVorsicht (evtl. erhöhte, größte) empfohlen; in diesem Falle besteht zwar eine örtliche, aber keineswegs akute Gefahr. Bei entsprechender Vor­sicht sind Skitouren auch im Hochgebirge ohne weiteres durch­führbar.
  • Sofern eine allgemein günstige Tourensituation vorliegt. d. h. eine nur geringe, lokal begrenzte (überwiegend also keine) Lebens­gefahr besteht, lautet der Hinweis für den Skitouristen also folgen­dermaßen: »… an schattenseiti­gen Hängen oberhalb etwa 2.400 m ist bei Skitouren eine geringe lokale Schneebrettgefahr zu beachten.«

Diese in Bayern übliche Formulierung gilt sinn­gemäß auch in den übrigen Alpenländern.

SONSTIGE INFORMATIONEN

Bedingt durch örtlich verschie­dene Wetterlagen kann es lokal zu verschiedenen Ausprägungen der Lawinensituation kommen. In vielen Wintersportorten besteht eine örtliche Lawinenkommission, die Aussage über die Gefährlich­keit bestimmter Abfahrten oder Hangbereiche trifft. Sperrungen von Abfahrten werden von ihr veranlaßt. Eine Auskunft über die örtliche Lawinenlage gibt es auch bei der Polizei. Der Rat »Einhei­mischer« ist im allgemeinen zumindest anzuzweifeln, da der Skibergsteiger wohl höchst selten mit deren Fachkenntnis rechnen darf. Als sicher dagegen gelten die Auskünfte von Bergführerbüros, vereinzelt auch von Skischulen.

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