Skitour – Vom San Bernardino zum Lago Maggiore

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Abfahrt in den Frühling

Der Februar ist die beste Zeit, um auf Skiern durch das Tessin zu wandern. Dann liegt in der Höhe noch guter Schnee, und in den Tälern — mit ihren idyllischen Dörfern — ist es schon recht mild. Eine der abwechslungsreichsten Skirouten in den Alpen, die Haute Route Tessin.

Ich startete relativ früh im Jahr, Anfang Februar. Ausgangspunkt war Hinterrhein. Es liegt 1620 Meter hoch. Natürlich war es hier noch empfindlich kalt. Doch von Tag zu Tag wurde es, je weiter die Route nach Süden führte, wärmer, wenn dieses Wort bei einer Skidurchquerung des Tessin ausgesprochen werden darf. Ohne roman-tisch zu werden, möchte ich sagen: Ein Hauch von Frühling lag in der Luft.Rheinwaldhorn
Wer später aufbricht, muß damit rechnen, daß auf exponierten Südhängen der Schnee zu weich ist, rasch schmilzt oder sogar schon völlig weggetaut ist. Die Folge: zeitraubende Fußmärsche mit geschulterten Skiern über die talnahen Abfahrten.
Wer die Haute Route Tessin begehen möchte, sollte dafür 14 Tage einplanen und so auch Zeit haben, die Bergdörfer und die romantischen Täler in Ruhe zu erleben, vor allem das Valle die Bienio und das Val Verzasca.
Während meiner Begehung erlebte ich die Einsamkeit auf den Hütten wie auf den zehn Tagesetappen. Skitouristen begegneten mir kaum. Dies mag seinen Grund wohl auch darin haben, daß man sich auf den Hütten selbst versorgen muß.
Ohne gute Kondition geht es nicht
Auch wenn die Haute Route Tessin keinen hochalpinen Charakter hat, muß betont werden, daß sie von jedem, der sie plant, eine sehr gute Kondition und ein sicheres Orientierungsvermögen verlangt.
Die täglichen Höhendifferenzen betragen bis zu 1700 Meter. Und hat man die Tagesetappen, die zwischen fünf und acht Stunden schwanken, hinter sich gebracht, wartet kein Hotel mit Service.
Die »Skiarbeit« ist getan, die »Hüttenarbeit« beginnt: Schneeräumen, Holzhacken, Feuer machen, kochen. Und am anderen Morgen, vor dem Aufbruch zur neuen Tagesetappe, wartet wieder die »Hüttenarbeit«. Wer nach einem kommt, möchte alles sauber und geordnet vorfinden.
Einige wichtige Hütten-Tips
Die Haute Route Tessin führt zwar zweimal in die Nähe von Gletschern, dennoch kann man auf eine komplette Gletscherausrüstung verzichten. Man sollte aber immer Proviant für drei Tage bei sich haben. Ein leichter Daunenschlafsack ist vom Gewicht her eher zu ertragen als eine schlaflose Nacht in den oft etwas ungemütlichen kühlen Hütten.
arrivo a Capanna BovarinaDie fünf Hütten, die am Ende einiger Tagesetappen Nachtquartier sind, gehören teils dem Schweizer Alpen-Club (SAC), teils der Federatione Alpinistica Ticinese (FAT). Was Selbstversorger — außer dem Proviant — brauchen, finden sie dort. Alle fünf Hütten sind immer zugänglich. Eine Ausnahme macht nur die Capanne Bovarina in 1870 Metern Höhe über Campo Bienio. Ihr Schlüssel kann in dem auf der linken Seite gele-genen Gasthaus an der Straße nach Campo Bienio ausgeliehen werden. Da die nächste Tagesetappe nach Airolo führt, muß er von dort per Post an das Gasthauszurückgesandt werden. In den Talorten gibt es keine Übernachtungsprobleme. Wer Fragen hat: 1m »Risto-rante Centrale« weiß man über alles Be-scheid, was die Haute Route Tessin betrifft. Und ein »Ristorante Centrale» gibt es in jedem Dorf.

Die zehn Tagesetappen im Detail:
1.    Etappe:
Hinterrhein (1620 m) — Zapporthütte, Gehzeit 4 1/2  Stunden.
Man geht von Hinterrhein über Zapportstafel und Ursprung (2295 m) zur Hütte. Den Direktanstieg vom Paradies zur Hütte sollte man meiden, da er zu lawinengefährdet ist.
2.    Etappe:
Tief eingeschneite ZapporthuetteZapporthütte — Rheinwaldhorn (3402 m) — Adulahütten. Gehzeit 6 Stunden.
Von der Zapporthütte in westlicher Richtung über Ursprung zum Südhang des Güferhorn. Dann Aufstieg in Richtung Pkt. 2873, vorher Querung zur Läntallücke (2979 in). Über den Nordgrat zum Rheinwaldhorn. Abfahrt über Adulajoch zu den Adulahütten. Beide Hütten (SAC und FAT) bieten Übernachtungsmöglichkeit.
3.    Etappe:
Adulahütten — Olivone — Campo Bienio. Gehzeit 5 Stunden.
Durch das Val Carassino zum Stausee (1707 in). Abzweigung nach Compietto (1570m). Von hier folgt man dem Sommer-weg nach Olivone. Alpiner Abstieg nach Olivone. Busfahrt nach Campo Bienio.
4.    Etappe:
Campo Bienio — Capanne Bovarina. Gehzeit 3-4 Stunden.
Von Campo Bienio folgt man der Straße nach Orsaira im Val di Campo. Hier Aufstieg bis zu den Hütten auf 1850 m Höhe, dann in nordöstlicher Richtung

  • rheinwaldhorn ohne gletscherausrüstung
  • bovarina hütte
  • lawine riffler

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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