LAWINENGEFAHR – Sicher durch den Winter

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Trotz seiner hochspezialisierten Tech­nik ist der Mensch gegen Naturgewal­ten immer noch machtlos. Auch die von den Wintersportlern (Tiefschneefahrer und Tourenfans) zu Recht gefürchteten Lawinen bilden eine latente Gefahr, bauen sie sich — einmal ausgelöst — doch zu gewaltigen, das Leben bedro­henden Naturgewalten auf.

Die vielen vermeidbaren Lawinenun­fälle und der Beginn des Tiefschnee­fahrens in der Skitourenzeit sind Grund genug, daß man Grundsätzliches fest­hält, manches bereits Bekannte auffrischt und sich an neuen Erkenntnissen orientiert. Ganz bewußt möchte ich nicht über Schnee- und Lawinenlehre schreiben, sondern ich will Wesentliches aufzeigen und abklären.

TravelerDie Statistik zeigt eindeutig, daß 900/o der Lawinenunfälle an Schattenhängen passieren. Für die primäre Beurteilung von Lawinengefahr ist also die Hang­lage von wesentlicher Bedeutung. Schrecklich! 95 Prozent der verunglück­ten Skifahrer lösen die tödlichen Schnee­massen selbst aus. Die Überlebens­wahrscheinlichkeit bei einer Verschüttungszeit von über zwei Stunden in etwa eineinhalb Meter Tiefe beträgt noch etwa zehn Prozent. Dies zeigt ein­dringlich, daß jede Suche nach Ver­schütteten ein Wettlauf mit dem Tod, ein Kampf gegen die Uhr ist. Die Quote von Lebendbergungen in den Alpen­ländern liegt zwischen zwei und neun­zehn Prozent. Diese Zahlen sprechen für sich und zeigen, daß die Kameraden­hilfe das wesentlich Erfolgreiche für eine Lebendbergung aus der Lawine ist. Es kann mit geringfügigen Abweichun­gen nach oben oder unten (Dunkelziffern) gesagt werden, daß das Verhält­nis der Lebendbergungen durch Kame­radenhilfe und der organisierten Ret­tungsmannschaften 45 zu 9 Prozent liegt. Man sieht also, eine realistische organisierte Rettungen verlieren in der Regel den Wettlauf mit der Zeit.

Bevor ich nun in vier Schwerpunktgrup­pen die notwendigen Verhaltensmaß­regeln aufzeige, seien einige offene Worte gestattet: Es ist zu beachten (rein menschlich verständlich), daß die Mitnahme von Lawinenschnur und Suchgeräten die Risikobereitschaft fördern, weil die Hoffnung geweckt wird, daß man Lawinen und dem Tod ein Schnipp­chen schlagen kann. Freischwimmen, Schußfahrt und sonstiges richtiges Ver­halten in den Lawinen, recht und gut! Lehrt uns aber nicht die tägliche Erfah­rung, daß unerwartete Ereignisse nicht nur Schrecken, sondern auch Schreck­sekunden auslösen, die den Ablauf an­gemessener Reaktionen verzögern und stören?

In meiner fünfundzwanzigjährigen Er­fahrung habe ich sehr oft erlebt, daß Menschen keinerlei Reaktion gezeigt haben, wenn sie verschüttet wurden. Offenkundig ist, daß das Verhalten in Lawinen nicht zu trainieren ist, weder technisch noch physisch oder gar ­psy­chisch. Suchgeräte, Schwimmbewegun­gen usw. bessern die Überlebenschance nach einer Katastrophe auf, verhindern diese aber nicht. Gegen Lawinen hilft nur eines: grundsätzliches Meiden! La­winengefahr bedeutet immer Lebens­gefahr.

Was ist vor der Skitour zu tun

frische NassschneelawinenDen neuesten Lawinenwarndienst (Ach­tung, örtliche Gefahr!) und Wetterbericht hören und aufgrund dessen entschei­den, ob überhaupt und wenn ja, welches Tourenziel angegangen werden soll. Abzuklären ist der Zeitablauf der Ski­tour, da dies ja ein wesentliches Krite­rium des winterlichen Gebirges ist. Zwecks Geländebeurteilung ist Studium von Karte und Führer des ausgewähl­ten Tourenzieles zwingend. In den Ruck­sack gehören Biwaksack, Alufolie, Apo­theke, Skiverschraubung, Rollsonde, Suchgerät (wesentliche Bedeutung bei Gruppenskitouren), Lawinenschnur so­wie zweckmäßige winterliche Ausrü­stung.

Überlegte Routenwahl, Suchgerät auf „senden“ einschalten (unbedingt ge­naue Kontrolle, ob Geräte nicht auf Empfang geschaltet sind, sonst wert­los!), Abstände einhalten (diese richten sich nach dem Gelände; es darf sich immer nur ein Skiläufer in direkter Ge­fahrenzone aufhalten), mit den Händen aus den Schlaufen der Skistöcke, Fang­riemen an den Skiern öffnen, Lawinen­schnur anlegen, Rippen und Rücken be­nützen, Mulden und Gräben meiden, herausragende Punkte wie Felsblöcke, Grate, Bäume usw. anlaufen, lawinen­verdächtige Hänge nicht queren, Skier abschnallen und zu Fuß in Fallinie auf­steigen, im obersten Teil des Hanges abwärts queren, Atmungsorgane schüt­zen, langsam und sturzfrei abfahren, keine scharfen Schwünge und Sprünge machen.

Verhalten bei abgehender Lawine und Kameradenrettung

Wenn man sich am oberen Abbruch­rand

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