Variantenskilauf – Aus Freude am Tourenfahren – Südtirol Sella und Andermatt Gotthard

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Eine Abfahrt durch stiebenden Pulverschnee oder griffigen Frühjahrsfirn müssen Sie sich nicht immer durch einen müh­samen Aufstieg verdienen. Vorausgesetzt Sie planen einen Lift in Ihren Aufstieg mit ein. Wir stellen Ihnen zwei Gebiete vor, die sich für den großen Abfahrtsspaß besonders eig­nen : die italienische Sella und die Hänge um Andermatt in der Schweiz.

Mal ehrlich, haben Sie das Ski­fahren nicht auch auf einer Pi­ste direkt neben einem Lift gelernt? Gab es nicht auch eine Zeit, wo es Ihnen Spaß gemacht hat, mehrmals am Tag einen 800-Höhenmeter-Hang run­terzuwedeln? Und: Würde es Ihnen wirklich keinen Spaß machen, Ihre Spu­ren ohne den unangenehmen Druck eines schweren Rucksacks in das unbe­rührte Weiß zu legen?

sella skizzeNa also. Nicht jeder, der eine mechani­sche Aufstiegshilfe benützt, ist gleich ein Umweltmuffel. Sie können ein über­zeugter Tourengeher sein und dennoch Lifte sinnvoll in Ihre Pläne einbauen. Variantenskilauf heißt das Zauberwort.

Zunächst einmal: Ganz ohne Aufstieg geht es auch beim Variantenskilauf nicht. Zum Glück. Denn dort, wo jeder Pistenfahrer mit seiner Ausrüstung be­quem hinkommt, werden wir sicher ver­gebens nach Tiefschneefreuden suchen. Um eine leicht ansteigende Querung oder einen 300-Meter-Anstieg auf einen Nachbargipfel kommen Sie nicht herum. Sie werden es kaum für möglich halten, wie Sie für diese kleine Anstrengung be­lohnt werden.

Ein paar Vorsichtsmaßregeln müssen wir an dieser Stelle allerdings doch los­werden.

Ohne solide Information durch Gebietskenner sollten Sie die Fahrt ins Unge‑ wisse lieber bleiben lassen. Auch wer nicht über vernünftige Tourenausrü­stung und Erfahrung verfügt, sollte lie­ber auf den Pisten bleiben. Der einzige Unterschied zwischen Variantenfahren und Tourenlauf ist nämlich der etwas kürzere Aufstieg.

Alleine zu fahren ist ebenso gefährlich. wie auf das Mitnehmen eines Verschüt­tetensuchgerätes zu verzichten. In den Rucksack gehören neben Schaufel und Biwaksack eine kleine Apotheke und warme Ersatzkleidung. Sagen Sie Freun­den oder Nachbarn im Tal, wo Sie unterwegs sein werden. Im Notfall spart das den Rettern wichtige Zeit.

Und noch etwas: Vermeiden Sie bitte Abfahrten durch den lichten Bergwald. Sie beschädigen mit den scharfen Ski­kanten nicht nur Bäumchen, die sich knapp unter der Schneeoberfläche ver­stecken, Sie scheuchen auch das im Winter besonders ruhebedürftige Wild auf. Es gibt so viele herrliche Hänge in höheren Regionen, da können Sie die talnäheren Lagen getrost in Ruhe lassen. Ein Wort noch zu einschlägigen Karten. Sie sind bestimmt eine wertvolle Hilfe, aber verlassen Sie sich nicht ganz auf sie. Schon manches Couloir (schluchtartige Steilrinne), das auf dem Papier unpas­sierbar erschien, hat sich als relativ harmlos entpuppt. Ein unscheinbarer Felsriegel dagegen kann plötzlich als gefrorener Wasserfall auftauchen, der nur durch Abseilen zu überwinden ist. Ein Karrenweg durch den Wald kann im Sommer ein schöner Wanderweg sein, doch jetzt im Winter Klettersteig-Cha­rakter haben.

Zwei Gebiete, die sich besonders gut fürs Variantenfahren eignen, haben wir für Sie ausgewählt: die italienische Sella und um Andermatt in der Schweiz.

Andermatt profitiert von Schneefällen im Norden wie im Süden und hat erfah­rungsgemäß fast den halben Winter Pul­verschnee. Ein Tiefschneeparadies also, wie man es selten findet.

Einfahrt ins Mittagstal - Val de MesdiIn der Sella dominiert dagegen mehr das Landschaftserlebnis. Gelb leuchtend hebt sich der schroffe Dolomitenfels gegen einen wolkenlosen, tiefblauen Himmel ab. Man sucht seinen Weg durch haushohe Felsbrocken, steile Cou­loirs, trifft auf den Nordseiten oft Pulver und auf den Südseiten Firn an.

Manche Abfahrt wird man noch lange in Erinnerung behalten. Es kann schon passieren, daß Sie nach dem ersten Blick in einen düsteren Schlund eher ans Um­kehren als ans Abfahren denken. Fahren Sie trotzdem los. Wenn nach den ersten Schwüngen die Unsicherheit gewichen ist, wenn Sie die tief unten in der Sonne liegenden Hänge erreicht haben, sind alle Zweifel verflogen, und Skifahren ist das schönste Hobby der Welt.

Val de Mesdí — die Bekannte

Die Abfahrt vom Sellastock durch das Val de Mesdí ist in den letzten Jahren sehr bekannt geworden. Leider beruht dieser Bekanntheitsgrad nicht allein auf der einzigartigen landschaftlichen Schönheit. Auch durch viele — teilweise sogar tödliche — Unfälle hat das Mittags­tal traurige Berühmtheit erlangt. Ursa­chen für die meisten dieser Unfälle wa­ren die Überschätzung des eigenen ski­fahrerischen Könnens und die manch­mal unglaubliche Unterschätzung der hochalpinen Abfahrt und der Schnee­verhältnisse. „Die Abfahrt durch das Mittagstal muß man einfach gemacht haben“ heißt es, und viele machen sie ohne viel

 

 

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