Masherbrum – Fünfter Grad in eisiger Höhe

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Extreme Kletterschwierigkeiten ließen bis zum Sommer 1985 alle Anstrengungen um die 3600 Meter hohe Nordwand des Masherbrum scheitern. Drei Teilnehmer einer Expedition des Österreichischen Alpenvereins stehen am 24. Juli auf dem 7824 Meter hohen Gipfel über der gefürchteten Wand. Ein Erfolg, an den selbst Reinhold Messner nicht glaubte.

Ich müßte nur nein sagen. Gründe gäbe es genug: keine Zeit, woher das Geld nehmen, das Studium.

Doch es ist schwierig, zu einer Entschei­dung zu finden, wenn die Entscheidung schon gefallen ist. Der letzte Versuch ab­zuspringen, erstickt im Keim. Als ich zum Telefonhörer greife, ist alles klar. Ja, ich möchte mit. Ich möchte dabeisein am Masherbrum.

Nach Durchstöbern einiger Himalaya­bücher finde ich dann endlich ein Foto von ihm. 7824 Meter hoch. Eine erstarrte Pyramide aus Fels und Eis. Eine Ästhe­tik, die mich berührt.

MasherbrumUnter Insidern gilt die Nordwand als ein ganz großes, von vielen sogar als ein unmöglich zu bewältigendes Problem. 1982, als Robert am Gasherbrum zwei war, sah er diesen Berg und seine Nord­wand zum erstenmal. Als ihm dann der Österreichische Alpenverein die Expedi­tionsleitung anbot, fiel die Entscheidung nicht schwer. Und es ist wohl letzten Endes auch die Faszination dieses Ber­ges, die ihm die Kraft und Energie verleiht, in nur drei Monaten praktisch im Alleingang die gesamte Organisation zu bewältigen.

26. Juni. Gestern war es schwierig gewe­sen, den geeigneten Standplatz für unser Basislager zu finden. Nur schemenhaft war der Wandfuß zwischen Regenschau­ern, Nebelschleiern und Wolkenfetzen zu erkennen. Das Lager steht auf einem einigermaßen ebenen Schotterfeld in 4200 Metern Höhe, auf dem Mandugletscher, der ein Seitenarm des Baltoro ist. Gestern sind auch die Träger in ihre Dörfer zurückgekehrt. Wir sind wieder allein. Wir, das sind Gulam Rasul, unser Koch, Robert Renzier, Thomas Burt-scher, Hans Bärnthaler, Christoph Rimml, Andreas Orgler und ich.

Heute bessert sich das Wetter. Zum erstenmal sehen wir unseren Berg. Aber wo sollen wir da hinauf?

Die letzte Schlechtwetterperiode hat eine Menge Neuschnee mit sich ge­bracht. Jetzt unter der Einwirkung der Sonne kommt Leben in die Wand. Staublawinen rasen über Wandteile, Masherbrum-04über Grate und Pfeiler, die wir auf den Fotos als sicher eingestuft hatten. Wir betrachten die Wand von verschiedenen Positionen aus, diskutieren die Möglich­keiten im unteren Wandteil. Doch kaum nimmt eine Idee greifbare Formen an, zerplatzt sie unter dem schon vertrauten Geräusch herabtobender Schneemassen. Nach zwei Tagen bessert sich die Lage. Der Entschluß, über den linken Wand­teil jenen Grat zu erreichen, der zur zen­tralen Nordwand führt, steht fest.

28. Juni. Es ist noch tiefe Nacht, als Andy, Chris, Hans und ich das erste Mal den Wandfuß erreichen. Durch steile, felsdurchsetzte Rinnen und Flanken fin­den wir einen relativ sicheren Weg und gewinnen rasch an Höhe. Nach wenigen Stunden erreichen wir einen schwach ausgeprägten, breiten Felspfeiler. Es ist Andys Stunde. In den nächsten Seillän­gen, die er führt, tobt er sich regelrecht in Rissen, Verschneidungen und Platten aus. Alles durchgehend im oberen fünf­ten Grad. Auch der Altschnee, der an den steilen Granitplatten haftet, kann ihn nicht bremsen.

Masherbrum-01Wir kommen an diesem Tag auf 5100 Meter Höhe.

Bereits am nächsten Tag erreichen Ro­bert und Thomas den erwähnten Grat, unser geplantes Lager I.

Von unserem Umkehrpunkt klettern sie über eine senkrechte, eisdurchsetzte Felsstufe und von dort weiter über eine steile Eisflanke bis unter eine gewaltige Séraczone.

Nun gilt es, einen Durchstieg durch die fast 80 Grad steile Eiswand zu finden. Robert hat gerade sein Eisgerät plaziert und will höher steigen, als ein dumpfer Knall die Eisfront durchläuft. Kurz ist da ein Gefühl wie im Sturz, dann herrscht beklemmende Stille.

Der gesamte Sérac ist ein paar Zentime­ter abgesackt.

Ein Schlechtwettertag bringt Neuschnee und zwingt uns zum Warten. Hans hat wieder Durchfall. Auch Robert und Thomas werden von Magenbeschwer­den geplagt.

In diesen Tagen entdecken wir auch, daß wir nicht allein am Berg unterwegs sind. Schon in Skardu kursierte das Gerücht, daß sich eine japanische Expedition ebenfalls an der Nordseite versu­che. Jetzt sehen wir sie. Später werden wir erfahren, daß sie bereits seit fünf Jahren mit der

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