Die längsten Grate Alaskas – McKinley – Kahiltna – alpiner Stil

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Glenn Randall berichtet von seinen Erfahrungen aus den schwierigsten Routen der McKinley-Range, im hohen Norden Amerikas.

Heute steigen Zweierseilschaften schon durch die härtesten Routen, ohne Zwischenlager und Fixseile.

Die Gipfel von Alaska können sich in jeder Hinsicht mit den Weltbergen von Nepal oder Pa­kistan messen, auch wenn sie nicht de­ren Höhe erreichen. Fast fünf Höhenki­lometer trennen die nördliche Tundra vom Gipfel des Mount McKinley. Am Mount Everest dagegen liegen nur drei Vertikalkilometer zwischen Basislager und Gipfel. In der bergsteigerischen Hauptsaison in Alaska, im Mai, können die Nachttemperaturen in 4300 Meter Höhe bis auf 33 Grad minus fallen — Himalayabergsteiger finden solche Käl­tegrade nicht einmal auf 8000 Metern.

Breits weit unter dem Gipfel des 6193 Meter hohen McKinley sind die Durch­schnittstemperaturen ähnlich denen am Nordpol.

Aus diesen Gründen ist es nur verständlich, daß bisher die meisten großen Alaskaklettereien mit einer Ket­te von Zwischenlagern eröffnet wurden. Diese Lager wurden durch zeitraubendes Materialschleppen versorgt, und schwie­rige Kletterpassagen entschärfte man mit fixen Seilen. Doch in der bergsteigeri­schen Geschichte Alaskas wurden auch waghalsige Unternehmungen bekannt. So stiegen 1910 vier untrainierte Goldsucher in einem 18-stündigen Blitz­unternehmen auf den 5934 Meter hohen Nordgipfel des McKinley.

In den letzten Jahren bemühte man sich jedoch fast ausschließlich, die Gipfel Alaskas im alpinen Stil zu besteigen, ohne feste Zwischenlager und ohne fixierte Seile, möglichst schnell, mit leichtem Gepäck. Und heute steigen Zweierseilschaften schon durch die härtesten Routen, nur mit dem aller­notwendigsten Gepäck im Rucksack.

Alaska-Neulinge glauben gern, daß solche Besteigungen im alpinen Stil nur »verdoppelte« Alpinunternehmungen seien. Doch die Erfahrung lehrt jedem schnell, daß Überlegungen, die sich auf alpine Bedingungen beziehen, zu den höchsten Alaska-Gipfeln nicht passen. Sogar erfahrene Alaska-Bergsteiger kön­nen die harten Bedingungen dort unterschätzen, wie es Peter Metcalf, Pete Athens und mir im Mai 1981 passierte.

Wir hatten uns total verrechnet

Peter war schon zum dritten Mal in Alaska, während es meine zweite und Pete Athens erste Unternehmung wer­den sollte. Unser Ziel war der 1800 Meter hohe Zentralpfeiler in der Süd­wand des Mount Hunter. Wir rechneten damit, pro Tag etwa 600 Meter klettern zu können und schätzten, in drei Tagen den Pfeiler bewältigt zu haben. Zwei weitere Tage rechneten wir ein, um das Gipfelplateau zu queren und um über den schwierigen, langen Westgrat abzu­steigen. Mit einem Reservetag für Schlechtwetter glaubten wir ohne Selbst­überschätzung, in sechs Tagen die erste Besteigung im alpinen Stil durchführen zu können.

Die atemberaubend schönen Luft­aufnahmen von Bradford Washburn hatten uns unsere Route festlegen lassen. 300 Meter über dem Einstieg droht eine 150 Meter hohe Felsmauer, die in einer überwächteten Gratlinie endet, gespickt mit Eistürmen, so schmal und scharf wie ein Schiffsbug. Nach zwei Tagen hingen wir in halber Höhe der Felswand. Tags darauf hatten wir sie überwunden, und voller Optimis­mus hofften wir, noch am gleichen Abend »First Judge«, eine breite Schneeschulter im Grat, zu erreichen. Doch um ganze zwei Tage sollten wir uns verschätzen.

In einer Steilwand führt jeder Schritt nach oben, zum Ausstieg. Doch an einem solch unglaublich scharfen und schmalen Grat ist jede Seillänge eine ansteigende Querung unter den Wäch­ten: Eine 50-Meter-Seillänge an einem 60 Grad steilen Grat bringt einen maximalen Höhengewinn von vielleicht 10 Metern. Am Zentralpfeiler kam noch die schlechte Eisqualität hinzu. Tief mußten wir wühlen, ehe unsere Eis­geräte auf halbwegs sicheres Eis stießen. Selbst dann noch gaben Seil und Zwischensicherungen nur eine Illusion von Sicherheit.

Strenge Lektionen in Alaska — Bergsteigen

Vor unserem Unternehmen hatten wir die Möglichkeit erörtert, im Wetter­sturz klettern zu müssen. Am fünften Tag wurde aus der Möglichkeit Realität. Der eiskalte Sturm saugte uns jegliche Wärme aus den Knochen, und wir kamen unendlich langsam voran. Als wir nachts um 10 Uhr immer noch keinen Biwakplatz gefunden hatten, entschlossen wir uns, um nicht zu erfrieren, einfach weiterzusteigen in der

Die gewaltigsten Berge

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