Vom Broad Peak zum Gasherbrum II Kurt Diemberger

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Das Sammeln von Achttausendern ist zum Maßstab für das Himalayabergsteigen geworden — wer „hat“ die meisten Achttausender? Seit 22 Jahren ist Kurt Diemberger in den Himalayaregionen unterwegs und besteigt hohe und höchste Berge. Als einzigem Bergsteiger gelangen ihm zwei Erstbesteigungen von Achttausender­gipfeln, seine Achttausender-Odyssee führte über sechs Gipfeln.

Zweimal auf einem Achttausender
Vom Broad Peak zum Gasherbrum II ist es nicht weit: etwa 15 Kilometer Luftlinie oder etwas über 30 Kilometer zu Fuß. Aber ich brauchte dafür mehr als  zwei Jahrzehnte.

Dazwischen lagen Grönland, Afrika, der amerikanische Westen, lag die Heimat — immer noch die Alpen! —, hatte mich der Urwald bezaubert und die Wüste gelockt, hatte mich mein Weg an anderen Plätzen der Erde über hohe und niedrige Gipfel geführt. Der Hindukusch mit seinen Sechs- und Siebentausendern gehörte ebenso dazu wie die Bergwelt Nepals. Dort stand ich in der Hauptkette des Himalaya noch auf drei Achttausendern: Dhaulagiri, Makalu, Mount Everest. Von dieser „Odyssee“, die bei planmäßiger Lebensführung niemals hätte statt-finden können, ahnte ich 1957 noch nichts: ich war dabei, mein Diplom als Handelslehrer zu absolvieren. Kurt Maix, Bergschriftsteller und erster Vorsitzender der „Reichensteiner“, hatte mich mit Hermann Buhl bekanntgemacht, dem Erstbesteiger des Nanga Parbat — und traumhaftem Vorbild einer ganzen Ge-neration junger Bergsteiger. Hermann Buhl plante gerade seine zweite Himalayaexpedition, sie sollte zu einem der letzten noch unbestiegenen Achttausender führen, auf den 8047 Meter hohen Broad Peak. Und zwar erstmals im Westalpenstil — ohne Sauerstoffgeräte, ohne Hochträger, nur vier Bergsteiger, die alles selbst machen. Die Erstbesteigung von Achttausendern ohne die Verwen-dung von künstlichem Sauerstoff war in den fünfziger Jahren bereits mehrfach gelungen (lauscht man heutigen Himalayavorträgen, so könnte man freilich manchmal meinen, diese Tatsache sei in Vergessenheit geraten): ich erinnere an Maurice Herzogs Annapurna-Expedition, an den Erfolg der Kleinexpedition Herbert Tichys am Cho Oyu, die österreichische Expedition von Fritz Moravec auf den Gasherbrum II. Aber noch nie war ein Achttausender ohne die Hilfe von Hochträgern bestiegen worden. Das war ein echter Hermann-Buhl-Plan! Seinem Konzept folgten in späteren Jahren noch viele Bergsteiger in den asiatischen Hochgebirgen. Gleichzeitig gab es natürlich immer wieder die Großexpedition mit viel Material. 1957 hatten wir nicht viel Gelegenheit, Betrachtungen über die Unterschiede anzustellen: wir waren mutterseelenallein am Baltorogletscher, vermutlich die einzige Expedition der Saison im Umkreis von 300 Kilometern. Und unsere Anmarschträger hatten uns zwölf Kilometer vor dem Erreichen des Basislagerplatzes verlassen! Schwere Schnee­fälle waren die Ursache … „Nur nicht den Kopf hängen lassen, Burschen!“ meinte Hermann Buhl und lud sich den ersten Sack auf, „das ist alles Training für den Westalpenstil am Broad Peak“ … zu viert schleppten wir nun Tag für Tag Kisten und Säcke; Hermann selbst, Markus Schmuck — der die allgemeine Expeditionsleitung innehatte (Hermann war bergsteigerischer Leiter), Fritz Win­tersteller und ich. Zwei Postläufer und der Verbindungsoffiziere (der jetzt nicht mehr viel zu „verbinden“ hatte), halfen uns dabei. Wir hatten rund 1500 Kilo­gramm Material, aber das Gewicht, das die Träger einer Expedition in diesen fernen, menschenleeren Winkel des Ka­rakorum schleppen, ist stets erheblich mehr als das, was die Expedition be­nötigt; da man in der Hochgebirgswüste nicht vom Lande leben kann, braucht man im letzten Abschnitt des Anmar­sches noch einige Verpflegungsträger für die Anmarschträger. Das beförderte Gesamtgewicht variiert fortwährend; je näher man ans Basislager kommt, desto mehr Träger hat man zurückschicken können — so ähnlich wie beim Flug einer Rakete zum Mond nach und nach die einzelnen Stufen abgestoßen wer­den.

Ehe ich aber nun Vergleiche zu meiner zweiten Expedition gut zwanzig Jahre später in den selben Bereich des Bal­torogletschers anstelle (eben zum Ga­sherbrum II, 8035 Meter, im Sommer 1979) will ich doch die Charakteristik der ersten wiedergeben (sie ist in mei­nem Buch „Gipfel und Gefährten“ ge­nauer dargelegt). Während man heute seine Bergziele dort fast nur noch im Sommer angeht, war unsere Expedition noch eine Frühlingsexpedition (Start Anfang März, Dauer fünf Monate), weil man allgemein glaubte, die sommerliche Monsun-Regenzeit würde doch die ho­hen Gipfel des Karakorum zumindest mit ihren Ausläufern erreichen. Für den Broad Peak allerdings ist der Frühling nach wie vor ideal, weil im

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