Fitz Roy – Nordpfeiler – Erste Alleinbesteigung durch Renato Casarotto

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Nur dürftige Details wurden bisher über die Erstbegehung des Nordpfeilers des Fitz Roy im Alleingang durch den italienischen Bergsteiger Renato Casarotto bekannt. Casarottos Durchsteigung dürfte zu den ganz großen Taten im Patagonien-Bergsteigen zählen, was das Überwinden von Kletterschwierigkeiten (Vl+ und A2) als auch von psychischen Schwierigkeiten betrifft. Dies sollte man bei der Lektüre des nachfolgenden Berichts von Casarotto nicht vergessen; nicht zuletzt zählt er zu den leistungs­fähigsten Alpinisten unserer Jahre (u. a. erste Alleinbegehung der Huascaran-Nordwand in zehn Tagen).

Im Januar 1978 machte ich das erste Mal Bekanntschaft mit dem Fitz Roy als Teil­nehmer einer Patagonien-Expedition des CAI (Club Alpino Italiano), die zum Ziel hatte, diesen gewaltigen Berg über seine Nordwestwand zu besteigen. Aufgrund der wenigen uns zur Verfügung stehen­den Zeit mußten wir dieses Unterneh­men abbrechen und wollten statt dessen den Nordpfeiler angehen, denn dieser schien weniger Zustiegsschwierigkeiten zu bieten. Ungünstige Wetterverhältnisse zwangen uns jedoch leider zur Umkehr. Die wilde, urtümliche Landschaft Patago­niens und der Fitz Roy hatten mich aber so stark beeindruckt, daß ich mich so­gleich nach unserer Rückkehr nach Ita­lien daran machte, eine neue Expedition zu organisieren. Unter dem Namen „Spe­dizione Contea e CAI Bormio — Fitz Roy 1978/79″ verließen schließlich am B. No­vember 1978 Luigi Zen, Giovanni Maiori, meine Frau Goretta und ich Italien Rich­tung Buenos Aires.

Nachdem wir die landesüblichen Forma­litäten hinter uns gebracht hatten, ging es per Flugzeug nach Rio Galegos, dann mit Lastwagen und schließlich mit Mulis zum Basislager. Außergewöhnlich gün­stige Wetterverhältnisse und das groß­artige Panorama erfüllten uns mit so viel Auftrieb, daß wir sogleich ein vorgerück­tes Lager einrichteten.

Am 6. Dezember ereignete sich dann etwas Unvorhergesehenes: Luigi Zen und Giovanni Maiori entschlossen sich zur Heimfahrt. Sie fühlten sich den psychi­schen Belastungen in dieser feindlichen, unwirtlichen, aber auch großartigen Berg­welt Patagoniens nicht gewachsen; alle Überredungsversuche blieben erfolglos. So lag das Erreichen unseres großen Zieles nunmehr bei uns beiden, bei mei­ner Frau und mir. Wir waren mit dem Ziel hierhergekommen, den Fitz Roy über den Nordpfeiler zu besteigen, und mir blieb folglich nichts anderes übrig, als ihn allein anzugehen. Hierbei konnte ich allerdings auf die Erfahrungen bauen, die ich im Jahr zuvor bei der Alleindurch­steigung der Huascaran-Nordwand ge­macht hatte.

Wie zum Hohn verschlechterte sich auch noch das Wetter zusehends und mit sol­cher Vehemenz, daß wir gezwungen wa­ren, im Basislager auszuharren, denn der Sturm hatte das Zelt im vorgeschobenen Lager zerstört. Unter großen Anstren­gungen errichteten wir dort mit Baum­stämmen einen Unterstand und trans­portierten sämtliches Material dorthin.

Trotz des anhaltend schlechten Wetters gelang es mir schließlich, die Scharte zwischen dem Pfeiler und der vorgela­gerten Cima Val del Biois durch ein 300 Meter hohes Eiscouloir zu erreichen, wo ich ein kleines Biwakzelt aufstellte, das als Ausgangspunkt für den eigentlichen Pfeiler dienen sollte. Obwohl das Wetter keinerlei Anzeichen zur Besserung zeigte, versuchte ich, die weitere Route auszukundschaften. Ich kam allerdings nur 60 Meter weit, denn es stürmte der­artig, daß ich mich zur Umkehr entschloß, zumal sämtliche Risse mit Schnee und Eis zugekleistert waren. Während des Abstiegs versicherte ich den größten Teil des Anstiegs mit Fixseilen.

Erst am 1. Januar besserten sich die Wetterverhältnisse, und ich machte mich zu einem weiteren Versuch an den Fixseilen auf. Vorn höchsten bisher erreich­ten Punkt folgte ich etwa 150 Meter einem Riß-, Kamin- und Verschneidungssystem, das in freier Kletterei die schwierigsten Seillängen des gesamten Aufstiegs dar­stellen sollte. Am zweiten Tag konnte ich weitere 150 Meter überwinden, biwakiert wurde stets in dem kleinen Zelt in der Scharte. Der dritte Tag brachte wieder Sturm; ich kam nur mühsam voran und gewann lediglich etwa 100 Meter in einem markanten Rißsystem, das herrliche Kletterei bot und sicherlich völlig frei zu erklettern wäre, hätte nicht Eis die Risse teilweise total zugemacht.

Am 4. Januar schließlich erreichte ich den 2950 Meter hohen Pfeilergipfel, nach­dem ich auf etwa 150 Meter der Pfeiler-kante sowie Rissen und Verschneidun­gen gefolgt war. Zurück in der Scharte am Fuß des Pfeilers zwang mich schlech­tes Wetter einen Tag zur Untätigkeit. Am 6. Januar

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