Großeinsatz am Königsjodler-Klettersteig im Hochkönig-Massiv – 25. Juli 2012

No Comments
 
 

Großeinsatz am Königsjodler-Klettersteig

im Hochkönig-Massiv

(25. Juli 2012)

Hochkönig: Großeinsatz für Holländer

In der Nacht auf Donnerstag, 26. Juli 2012,  suchten Bergretter wieder einen Vermissten – dieses Mal einen Holländer. Der Königsjodler-Klettersteig und das Hochkönig-Massiv sind zunehmend eine Falle für Leute, die ihnen körperlich oder mental nicht gewachsen sind.

Für diesen touristischen Boom im ganzen Alpenraum gilt mittlerweile: Überforderte Klettersteiggeher kommen aus vieler Herren und Frauen Länder, sehr viele auch aus Österreich. Mittwochnachmittag wollten zwei Niederländer auf den Hochkönig.

Ende der Route in fast 3.000 Metern!

Der eine Niederländer wählte den Normalweg zum Matrashaus. Schon für diesen ist eine sehr gute Kondition nötig.

Der andere Mann wollte – offenbar allein – über den steilen, langen, schwierigen, ausgesetzten und mit vielerlei künstlichen Steiganlagen ausgestatteten Königsjodler-Klettersteig zum Matrashaus. Dieses steht genau auf dem Gipfel des fast 3.000 Meter hohen Berges in den Nördlichen Kalkalpen Salzburgs.

Als der 48-Jährige am Mittwochabend nicht beim Matrashaus angekommen war, alarmierte der andere Niederländer gegen Mitternacht die Bergrettung. Einsatzkräfte der ÖBRD-Ortsstellen Dienten, Werfen, Mühlbach, Saalfelden und Bischofshofen (Bereitschaft) brachen von verschieden Seiten des Massivs zur Suche auf. Dazu kamen zwei Alpinpolizisten.

Großeinsatz: Teams aus fünf Gemeinden

Nur kurz konnte telefonischer Kontakt zum Vermissten hergestellt werden. Dieser informierte die Einsatzkräfte, dass er bei einer Markierungsstange sitze, mit einem Biwaksack ausgerüstet sei und dort bleiben würde – eine kluge Entscheidung.

Die Recherchen der Bergretter ergaben, dass sich der Vermisste auf dem Hochkönig-Massiv zwischen Lammkopf und Teufelslöchern aufhalten müsste. In der Nacht herrschte jedoch extrem schlechtes Wetter mit Regen, Sturm und Nebel.

So beschlossen die Einsatzleiter, erst um 4.30 Uhr bei Tagesanbruch aufzubrechen: Die Bergretter aus Dienten stiegen über das Birkar auf, die Saalfeldener über zwei verschiedene Anstiege (Hinterthal über Niedere Torscharte bzw. Bertgenhütte), die Mühlbacher über die Mitterfeldalm, und Werfener Bergretter kamen über die Ostpreußenhütte.

Die Suchtrupps vom Birkarsteig und jene aus Saalfelden mussten ihre Suche wegen sehr großer Steinschlaggefahr abbrechen.

Schließlich konnte gegen 7.00 Uhr wieder ein Handy-Kontakt zum Vermissten hergestellt werden. Der Koch vom Matrashaus beteiligte sich dann an der Suche. Er traf bei der angegebenen Markierung den Vermissten unverletzt an und brachte ihn zum Matrashaus.

Reines Ehrenamt!!!

In der Zwischenzeit war auch ein Voraustrupp der Werfener Bergretter in diesem Bereich eingelangt. Die Suchaktion konnte daraufhin Donnerstagvormittag gegen 10.00 Uhr beendet werden. Die ehrenamtlichen Bergretter aus vier Gemeinden (ÖBRD Bischofshofen blieb in Bereitschaft) machten sich auf ihre stundenlangen Abstiege ins Tal. Dort begaben sie sich wieder in ihre jeweiligen Jobs bzw. an ihre Arbeitsstellen. Oder sie ließen einen für diese anstrengende Suchaktion – auch zum Wohl des heimischen Tourismus – zwangsläufig genommenen Urlaubstag ausklingen.

(nur registrierte User sehen den Link, login oder registriere dich)

© grisu

Königsjodler

  • unfall königsjodler
  • klettern unfälle königsjodler
  • hochkönigmassiv
  • königsjodler unfall
  • absturz hochkönig
  • kellespitze südwand klettersteig
  • königsjodler august 2012 unfall
  • Gipfel im Hochkönig-Massiv
  • unfall absturz königsjodler
  • hochkönig birkarsteig

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 

 
 

More from our blog

See all posts
 
 
No Comments