SHAWANGUNKS – Kletterdorado vor den Toren New Yorks

No Comments
 
 

Rund 100 Kilometer nördlich von New York, in der idyllischen Mittelgebirgslandschaft der Shawangunk-Mountains gelegen, von den großen Städten der Ostküste auf riesigen Schnellstraßen leicht erreichbar, sind die Shawangunks, ein beliebtes Wochenendziel für die Kletterer des Ostens. Der Fels, ein eisenhartes, grobkörniges Quarzkong­lomerat („Shawangunk-Grit”), wurde, anders als im Yosemite, nicht durch Gletscherschliff poliert und geglättet, ist vielmehr — bei horizontaler Gesteins­schichtung — stark strukturiert und gut­griffig. Im Gegensatz zum Valley, wo die Kletterei sich vielfach auf Risse be­schränken muß, herrscht hier Wandklet­terei vor, charakteristisch sind Über­hänge und große Dachzonen, Risse sind weniger vertreten.

Insgesamt bieten die einzelnen Fels­massive, Teile einer mächtigen, Nord-Süd streichenden Quarzbank, etwa 600 Routen bis zu einer maximalen Höhe von knapp 100 Meter und zwei bis drei Seillängen. Die wichtigsten Gebiete sind Skytop in Nähe des Mohonk Sees, Near Trapps und das mehrere Kilome­ter lange Trapps-Massiv (vgl. Skizze). Neben vielen schweren und schwersten Routen gibt es — anders als im Yose­mite — zahlreiche Klettereien in den mittleren Schwierigkeitsgraden IV und V (amerikanisch 5.2-5.6); wer als Ge­nuabergsteiger Klettern in den Staaten kennenlernen möchte, wird sich hier in den Gunks am wohlsten fühlen. Die not­wendigen Haken sind jeweils im Fels, unerläßlich ist — wie in allen Kletterge­bieten Amerikas — weiterhin ein kom­plettes Klemmkeilsortiment (Stopper 1-8, Hexentric 4-11).

Die beste Kletterzeit bieten Frühling und Herbst, im Sommer ist das Klettern wegen hoher Temperaturen und gleich­zeitiger starker Luftfeuchtigkeit weniger angenehm und nur am Morgen bzw. Spätnachmittag und Abend möglich. Das bescheidene Kletterercamp (kein wildes Zelten!) liegt direkt an der Straße zwi­schen den Massiven Trapps und New Trapps, die Camp-Gebühr ist niedrig; zusätzlich muß noch ein geringer Be­trag für das Klettern entrichtet werden, da das ganze Gebiet Privateigentum einer alten Quäker-Familie ist. Ganz in der Nähe der Gunks liegt das Univer­sitätsstädtchen New Paltz mit Einkaufs­möglichkeiten, Kino und preiswerten Lokalen (komplettes Frühstück für 1 Dol­lar, Mittag- bzw. Abendmenü für 2 Dol­lar!); die Anreise hierher erfolgt von New York per Bus über Newburgh. Entdeckt und erschlossen wurden die Shawangunks von niemand anderem als Fritz Wiessner, der bereits Ende der 20er Jahre in die Staaten auswanderte und in der Neuen Welt eine neue Hei­mat fand. Man lese hierzu Wiessners Aufsatz in einer alten Ausgabe des Bergkamerad (24. Jg., Heft 1, 1962); dort beschreibt er, wie bei einem Aus­flug im Frühjahr 1935 nach einem Ge­witter im Norden plötzlich eine lange Kette von Felsen und Abbrüchen sicht­bar wurde. Bereits am nächsten Wo­chenende entstand die erste Route, die Old Route am Millbrook-Massiv. Regel­mäßige Kletterbesuche in den nächsten Jahren folgten, und die Gunks wurden mehr und mehr das beliebteste Kletter­ziel für Wiessner und seine Freunde aus dem New Yorker Appalachian Mountain Club. Insbesondere in Part­nerschaft mit dem Österreicher Hans Kraus, der ebenfalls in die Neue Welt übergesiedelt war, wurden nach und nach an allen Felsmassiven Routen er­schlossen. Die wichtigsten und schwierigsten Wege aus dieser Pionierzeit sind High Exposure und besonders Minnie Belle (5.8), eine äußerst schwere Riß­kletterei; dabei war sich Wiessner frei­lich bewußt, daß all diese Routen nicht die Schwierigkeiten der Elbsandstein­wege erreichten, die er in den 20er Jah­ren in der alten Heimat klettern konnte. Entscheidend und von grundlegender Bedeutung war jedoch, daß Wiessner hier die Grundideen der sächsischen Freikletterei in der Neuen Welt populär machte und durch Vorbild und Diskus­sion das sportliche, hilfsmittelfreie Stei­gen in den Klettergebieten des Ostens durchsetzte, während im Westen der Staaten seit den 30er Jahren Routen oftmals mit Hilfe von künstlicher Klet­terei durchstiegen wurden (z. B. Cathe­dral Spires im Yosemite, Shiprock in New Mexico). Erst Mitte der 40er Jahre wurde dann auch in den Shawangunks technisches Klettern heimisch, initiiert durch Hans Kraus, der auf Besuchen in den Dolomiten solch künstliche Routen, bei denen die Haken zur Fortbewegung benutzt wurden, kennengelernt hatte; neben freien Routen wurden nun bald auch zahlreiche technische Wege er­schlossen.

Nicht wegzudenken aus der Geschichte der Gunks ist der Kletterclub der Vul­garians, einer Gruppe von jungen Leu­ten aus meist weniger begüterten Schichten, die sich seit den späten 50er Jahren zusammenfanden. Soziologisch insofern bedeutsam, als der Klettersport im amerikanischen Osten von nun an nicht mehr nur elitäre Angelegenheit einer

  • bergfreunde.li
  • shawangunks kletterbericht
  • shawangunks klettern
  • kaiserschmarrn röthelstein
  • dödsfall yosemite park
  • shawangunks
  • "@andritz.com.au"
  • röthelstein kaiserschmarrn

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

More from our blog

See all posts
 
 
No Comments