Astroman die Ostwand am Washington Column

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Im Juli 1959 wurde die Ostwand des Washington Column von Warren Har­ding in 10 Tagen erstmals durchstiegen, Mitte der siebziger Jahre kletterten Ron Kauk, John Bachar und John Long frei durch die Wand. Als eine der schwer­sten mittellangen Routen (5.11 +) des Valley wurde „Astroman“ bisher selten wiederholt, Wolfgang Güllich und Rein­hard Schiestl gelang die zweite euro­päische Begehung.

Es war noch fast dunkel, als wir aufbra­chen, angenehm in der Kühle der Nacht. Die Rucksäcke schnitten an den Schul­tern ein beim Emporturnen an den am Vortag fixierten Seilen. Und als wir am höchsten Punkt von gestern angelang­ten, begann die aufgehende Sonne ge­rade, den Fels zu erwärmen und tauchte ihn in rot-orange Farben, rot und gelb und überhängend unsere Umgebung. Vor knapp drei Wochen sah ich sie zum ersten Mal, die Ostwand des Washing­ton Column. Irgendwo im senkrechten Granit hing eine Schlinge, hoffnungslos einsam. Wir hatten mehr als nur Re­spekt. Später lernten wir Wolfgang, Hans und Richard kennen. Einmal zeigten sie uns einen Bericht von Mark Hudon und Max Jones, welcher von einer freien Be­gehung der Ostwand berichtete, der gleichen Wand, die wir so bestaunt hat­ten, von einer Wand, von der wir glaub­ten, daß sie selbst für Amerikaner nur mit Hakenhilfe zu erklettern sei. Bisher nur von einer Handvoll Kletterern durch­stiegen, zählt der Astroman mit sechs 5.11er Seillängen zu den schwersten Routen im Yosemite Valley.

Heinz und Robert, meine Kameraden, waren unterwegs, um sich das Land an­zuschauen, während Wolfgang und ich den Astroman versuchen wollten. Beide hatten wir noch zwei Tage Zeit und da wir nichts Besseres wußten, sind wir ge­stern eingestiegen. Ein kurzer, haarfei­ner Piazriß brachte mich gerade noch rechtzeitig auf einen kleinen Absatz; darüber meisterte Wolfgang einen etwa 40 Meter hohen Hand- und Piazriß, ruhig und sicher wie eine Maschine; noch nie hatte ich einen so guten Rißkletterer gesehen.

Heute waren diese Seillängen ganz ein­fach, mit Jümarhilfe erreichten wir bald das „Overnight Ledge“. Unten am fla­chen Vorbau hatte sich unterdessen ein Zuschauer eingefunden. Er winkte zu uns herauf. Als wir dann unter dem .,Harding Slot“ Stand machten, war der Punkt verschwunden. Ich fand ihn wie-der am obersten Ende des Vorbaus; sicher war er neugierig, wie wir diesen überhängenden Riß schaffen würden. Zwar ist der „Harding Slot“ nicht die schwerste Stelle der Tour, dennoch muß er als eine der Schlüsselstellen der Wand bezeichnet werden. Nach einem kurzen 5.11er Riß bildet ein stark überhängender, schmaler Kamin die Fortsetzung. Bei ihm kommt es einzig darauf an, ob man schlank genug ist, um durch den Kamin schlüpfen zu können. Es dauerte lange, bis ich diese harte Seillänge hinter mich gebracht hatte, doch nun stehe ich auf einem kleinen Absatz über dem Kaminriß und überlege, was mich mehr angestrengt hat, der beängstigend enge Durchschlupf, der meiner Hose endgültig den Garaus gemacht hat oder der schwierige Riß dorthin. Hin und wieder können auch verhältnismäßig einfache Kletterstellen den Schweiß des Kletterers verdoppeln, wenn sie nur unangenehm genug sind. Da Wolfgang wesentlich athletischer gebaut ist als ich, hatte mir eigentlich nur der „Harding Slot“ Kopfzerbrechen bereitet. Bei allen anderen schwierigen Stellen war es zumindest sehr wahrscheinlich, daß wenigstens Wolfgang den Schwierigkeiten gewachsen war. So hatten wir uns auch die Seillängen entsprechend eingeteilt, daß er die drei längsten 5.11er Seillängen führte, während mir ein kurzer Riß, der „Harding Slot“ und die Schlußwand blieb.
Bis zum „Slot“ war der Nachsteiger meist am fixierten Seil nachgejümart, mit nur einer Steigklemme und dem Rucksack am Rücken. Um Kraft und im Endeffekt Zeit zu sparen, beschlossen wir jetzt, den Rucksack nachzuziehen und als Nachsteiger in altbekannter Weise zu klettern.
Mit Geduld (wegen des Rucksacknach-ziehens) und spürbar weniger Kraftaufwand erreichen wir endlich das große Dach knapp unter dem Gipfel. Ein aus-gesetzter Quergang führt auf ein Band unter der Schlußwand. Wir haben zwei Möglichkeiten, A3 oder 5.11, wir ent-scheiden uns für die Freikletterei. Bisher hatten Risse, gut abzusichern, den Stil der Kletterei bestimmt. Nun finden sich in einer für Yosemite-Kletterei unge-wohnt brüchigen Platte fragwürdige Haken, Copperheads und Nuts, die den Weg weisen. Gegenüber leuchtet der Half Dome bereits im Abendrot. Zum Fotografieren fehlt uns die Zeit und ein neuer Film, so schön die Abendstimmung auch war, keinesfalls wollen wir sie bei einem Biwak genießen.
Also auch nicht mehr lange überlegen, ob die Zwischensicherungen

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