MOUNT MC KINLEY

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Ursprünglich wollten wir — Michl Meirer und ich — den ,,Wickersham Wall” auf einer neuen Route durchsteigen, doch bereits nach unserer Ankunft in Ancho­rage begruben die Unmengen von Neu­schnee am Mount McKinley unsere Erstbegehungspläne. Ich konnte mir die Lawinenströme, die durch die über 4000 Meter hohe Steilwand rasten, lebhaft vorstellen. Wir entschlossen uns, zuerst einmal den West-Buttress anzugehen, damit wir uns akklimatisieren konnten, um später, bei einer Wetterbesserung, dann zur Nordseite hinüberzuqueren. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben — so glaubten wir.

In Talkeetna regnete es in Strömen. Wir warteten, und nach einigen Tagen flogen wir zum Fuß des Berges, wo wir am Kahiltna Glacier unser Basislager aufbauten. Über Funk hörten wir, daß das Wetter immer noch schlecht sei, auf etwą 5600 Meter Höhe tobten fürchter­liche Stürme. Unser zweites Lager hat­ten wir oberhalb des Kahiltna-Passes auf etwa 3500 Meter errichtet. Da die Zelte rasch eingeschneit waren, gruben wir uns zusätzlich eine Schneehöhle. Während einer kurzen Wetterbesserung versuchten wir am 6. Juni, über den „Windy Corner” zum geplanten Lager­platz am West-Buttress vorzustoßen, doch zwang uns der Sturm zur Umkehr, und wir erreichten erst am kommenden Tag den Platz für unser Lager auf 4250 Meter Höhe. Abgesehen von wenigen Stunden tobte der Sturm in den näch­sten Tagen ohne Unterlaß und zwang uns zur Untätigkeit. Uns waren die Vor­teile eines solchen „Zwangsaufenthal­tes” klar, denn er bot uns die ideale Gelegenheit zur Höhenakklimatisation. Ohne diese Anpassung an die Höhe kann es rasch zu gewaltigen Problemen kommen. Die technisch recht leichte Aufstiegsroute verführt zum schnellen Aufsteigen, theoretisch ist es durchaus möglich, vom Landeplatz am Kahiltna-Base in drei bis vier Tagen zum Gipfel zu stürmen, vorausgesetzt allerdings eine vollständige Akklimatisation. Hö­hen-Lungenödeme und Gehirnödeme sind am McKinley sehr häufig, ihre Heimtücke zwingt auch den konditions­stärksten Bergsteiger in die Knie. Daß der Mount McKinley immer wieder un­terschätzt wird, kann nur mit an Dumm­heit grenzender Überheblichkeit erklärt werden.

Im Jahresdurchschnitt herrscht am McKinley eines der kältesten Klimata der Erde, die Höhenstürme, die häufig ohne jegliche Vorwarnung auftreten, ge­hören zu den schlimmsten, die ich bis­her erlebt habe. Demgegenüber gab es auch einige sehr heiße, windstille Stun­den, und ich kann mir durchaus vorstel­len, daß solch eine Witterung zu über­schnellem Aufsteigen ohne ausreichende Höhengewöhnung verleiten kann. Am günstigsten geht man all diesen Proble­men aus dem Weg. wenn man in den Lagern jeweils zwei bis drei Tage aus­harrt: dazu eignet sich besonders das Lager am West-Buttress. das recht wind­geschützt liegt. Von hier aus ist der Gipfelangriff durchaus an einem Tag im

Auf- und Abstieg zu bewältigen. Das „Last Camp” unter dem Denalipaß aller­dings kann bei Schlechtwettereinbruch zu einer Mausefalle werden, in der man körperlich ungemein schnell abbaut. Ins­gesamt sollten für die Besteigung die­ses großartigen Berges etwa vierzehn bis zwanzig Tage eingeplant werden.

12. Juni — Bergrettung  antarktisch_

Um 1.30 Uhr nachts brechen wir vom Lager am West-Buttress in etwa 4250 Meter Höhe auf. Bereits seit 23.00 Uhr war ich wach und bereitete das Früh­stück. Zwei Deutsche, Andy Hütten und Hermann Glatz, wollen uns begleiten. Das Wetter ist hervorragend, 25 Grad unter Null und vollkommen windstill. Langsam steige ich voran, um hier un­ten möglichst viel Kraft zu sparen. Gleich hinter mir folgt Hermann, Michl und Andy bleiben etwas zurück. Wir kommen recht zügig voran und nach etwa zwei Stunden haben wir das „Last Camp” unterhalb des Denalipasses er­reicht. Michls Nase ist weiß geworden, sogleich legt er die Gesichtsmaske an.

Er geht etwa fünfzig Meter hinter mir, während Hermann etwas zurückfällt.

Um 5.15 Uhr erreichen wir den Denali­paß. Es ist sehr kalt, immer wieder müs­sen wir stehenbleiben, um die Blutzir­kulation in Gang zu bringen. Besonders Hermann klagt über Kältegefühle in den Zehen, wieder und wieder ermahne ich ihn, unter allen Umständen ständig die Zehen zu bewegen. Die anderen wollen am Paß ein wenig rasten, ich gehe lang­sam weiter. Die Erfahrung hat mich ge­lehrt, daß mir längere Rastpausen in diesen Höhen nur wenig bringen. Ich ziehe es vor, nach dreißig bis vierzig Schritten, auf die Skistöcke gestützt, kurz auszuruhen, ohne mich niederzu­setzen. Ich fühle mich in einer großarti­gen Verfassung, keine Kopfschmerzen und, worüber ich am meisten erstaunt bin, herrlich warme Füße. Die Spezial­schuhe, die wir tragen, sind unbezahl­bar. Nur in den

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