GARDASEE – Wandern, Ski und Klettern über blaue Fluten

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Bald war es ein großer, ganz unermesslich scheinender Fels, den wir umschifften, und der wie ein “Stück Alpe in das seichte Fahrwasser des Sees geworfen schien. Die wundervollsten grauen Lichter spielten auf seinem Körper, die violetten und blauen Schatten hinter sich hinabstreifend, und an seinem Fuß plauderten oder flüsterten vielmehr die Wellchen, die leise und unablässig an seinem Korne wuschen. Ein andermal war es eine Sandbank, die gegen das Dunkelblau des Wassers herausgehend sich von dem reinsten Grün wegschnitt, das gegen die Felsen emporklomm, die dann blaulich hineindämmerten in die noch blaurere, fast funkelnde Luft.”

Auch Adalbert Stifter geriet beim Anblick des Gardasees ins un­gehemmte Schwärmen. Wie Millionen Deutsche in jedem Jahr aufs Neue. Hier fängt der Süden an, von dem sie träumen. Der Gardasee ist der größte See Italiens, 51 Kilometer lang, bis zu 17 Kilometer breit. Er spannt sich zwischen Alpen und Po-Ebene aus, ist gegen Nordwinde ge­schützt, hat milde Winter und im Sommer kühle Brisen: ein Hauch von Mittelmeer im Norden Italiens. Tatsäch­lich liegt er 200 Kilometer nördlicher als sein Klima.

Die Namen der Orte an seinen Ufern sind Programm: Riva, Malcesine und Torbole, Gardone und Sirmione — das ist der Deutschen Sommerurlaub, das ist Schwim­men, Segeln, Surfen. Doch der Gardasee bietet mehr — was viele nicht wissen. Er ist auch ein Paradies für Kletter-Fans, Wanderer und Skifahrer.

ideal für Vor- und Nachsaison

Ob Sie gemächlich auf markier­ten Wegen über langgezogene Kämme schlendern möchten oder ob Sie Ihr Glück auf gesi­cherten Steigen im steilen Fels suchen — die Gardaseeberge bie­ten beides in reicher Auswahl. Skitourenmöglichkeiten fehlen, die Tallagen sind für großzügige Abfahrten zu niedrig. Monte Bal­do und Monte Bondone präsen­tieren sich immerhin als Pisten­gebiete mit reizvollen landschaft­lichen Kontrasten: Schnee in Hülle und Fülle, während in den Tälern und um den See herum schon alles in Blüte steht. Horst Höfler hat die Möglichkeiten mit Wanderschuh und Ski für Sie zusammengestellt.

Die Gardaseeberge, geografisch zu den Südlichen Kalkalpen gehö­rig, werden in vier Gruppen unterteilt: in die Tremalzogruppe westlich des Sees, die Monte-Baldo-Gruppe über dem östlichen Ufer, die Cadriagruppe im Nordwesten und die Cronicellogruppe im Nordosten.

Der Monte-Baldo-Kamm ist das bekann­teste Gebirge über dem im Nordteil fjordartig anmutenden See. Von Malcesine führt eine Seilbahn auf den über 1700 Meter höher gelegenen Gratrücken. Sie erleichtert wesentlich den Zugang auf die Cima Valdritta,2218 Meter, dem höch­sten Gipfel der Monte-Baldo-Gruppe (et­wa 2 1/2 Stunden von der Bergstation). Von Osten und Süden her leiten mehrere Bergstraßen und Fahrwege bis in Höhen um 1500 Meter, so daß auch ohne Seil­bahnunterstützung die Gipfelwege erheb­lich verkürzt werden können. Neben den faszinierenden Tiefblicken auf den See ist die reichhaltige Flora der größte Trumpf dieser Berge: Der Monte Baldo gehört zu den berühmtesten Blumenbergen der Al­pen.

Südlich der Tremalzogruppe erhebt sich ein kleines Berggebiet, dessen höchster Gipfel, der Monte Pizzòcolo, 1582 Me­ter, als südlichster bedeutender Garda­seeberg gilt. Am besten besteigt man ihn aus dem Valle di Campiglio, das mit dem Auto von Maderno aus erreicht werden kann. Weniger Mühe fordert der Monte  Tremalzo, 1974 Meter, denn die gleich­namige Paßstraße führt, vom Valle Ampola aus, bis etwa 300 Höhenmeter unter den Gipfel.

Unmittelbar über Riva steht die Rocchet­tá, 1521 Meter, ein Berg, der durch sei­nen Klettersteig »Via dell’ Amicizia« be­kannt geworden ist. Der Rocchettagipfel läßt sich aber auch ohne Schwierigkeiten erwandern. Von Norden her windet sich ein schmaler Steig durch die steilen Flan­ken bis hinauf unter den Vorgipfel. Durch Schützengräben des Gebirgskriegs 1915/17 erreicht man schließlich den höchsten Punkt (etwa 4 bis 5 Stunden von Riva).

Wer genügend Zeit einplant, kann Tremalzo- und Monte-Baldo-Gruppe in einem Zug durchwandern. Eine Woche fordert diese Rundtour, bei der eine Schiffüberfahrt von Gardone nach Torri del Benaco oder umgekehrt die Verbin­dung zwischen beiden Berggebieten herstellt. Übernachtet wird in bewirt­schafteten Hütten oder Gasthöfen.

Zu den schönsten Gardaseebergen zählen Tofino, 2153 Meter, und Corno di Pichea, 2138 Meter, in der Cadriagruppe. Der Zugang erfolgt am besten von Osten, vom Lago di Tenno her (3/4 Autostunden von Riva). Wenn das Rifugio Pernici be­wirtet ist, lassen sich die rund 1500 Höhenmeter Aufstieg in zwei Etappen unterteilen. Von Süden, aus der Bocca di Trat, wird der aussichtsreiche Gratkamm betreten.

Südlich des überlaufenen Monte Bon­done erstreckt sich eine Bergkette, die mit der Cima Verde, dem Doss  d’Abramo, dem Cornetto Cronicello und dem Monte Stivo vier stattliche Zweitausender besitzt. Einen passablen Zugang ermöglichen die Albergos am Lago di Cei, den man über gute Bergstraßen von Rovereto aus erreicht. Vom 900 Meter hoch gelegenen See können besonders die nördlichen Gipfel problemlos erwandert werden. Der Monte Stivo, 2058 Meter, läßt sich als Tagestour auch von Bolognano über Arco aus »machen«. Fahrwege leiten hier bis auf etwa 1000 Meter.

Berühmt geworden sind die »vie ferrate«, die Klettersteige um den Gardasee. Der landschaftlich reizvollste unter ihnen ist nach wie vor die »Via dell’ Amicizia« auf die Cima S.A.T., einem Vorgipfel der Rocchetta über Riva. Diese Steiganlage bietet kaum technische Schwierigkeiten, fordert aber absolute Schwindelfreiheit. Wesentlich weniger anspruchsvoll ist die «Via ferrata Fausto Susatti« auf die Cima Capi. Sie kann mit dem «Weg der Freundschaft« kombiniert werden.

Der Klettersteig Monte Albano über Mori kann guten Gewissens nur Berg­steigern, die den dritten Schwierigkeits­grad klettern können, empfohlen wer­den. Wenn auch die Cima Garzolet über Sarche nicht mehr eindeutig zu den Gar­daseebergen gehört, so steht sie doch unmittelbar in deren Nachbarschaft. Der momentan technisch absolut schwierig-am «Pero Degaspari-Steig« auf den Palone im Monte-Bondone-Massiv sind. Meter hohen Berg. Die Anforderungen am «PeroDegaspari-Steig« auf den Palone im Monte-Bondone-Massiv sind dagegen weitaus geringer — wenn auch über denen der Eisenwege auf die Roc­chetta.

Last but not least ein paar Worte zur geeignetsten Tourenzeit. März und April sowie Oktober und November sind die Monate mit den erträglichsten Tempera­turen. Im Frühjahr kann auf den höheren Gipfeln noch recht viel Schnee liegen.

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