Cima di Val Grande – Cima del Mulaz (Monte Mulaz)

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Es mochte wohl ein ähnlicher, aber gewiss weniger anmutender Trieb gewesen sein, der uns zur selben Zeit, da im Tale der Hahn zum ersten Male kräht, aus scheinbarem Schlafe lockte und uns ganz und gar die rauhe Wirklichkeit zur wahren Erkenntnis brachte. Ich versuchte es zwar noch einige Male, mich über Viertel­stunden hinwegzutäuschen, aber es half nichts; unter diesen Verhältnissen hielt ich es nicht mehr länger aus und kroch um 3 ½ Uhr morgens zum Zeltloche heraus, es meiner Gefährten wegen hinter mir wieder wohlverschließend. Brr, war das eine Kälte! Sternübersäet und kaltklar war das Firmament und nur schwacher Mondschein drang aus der Ferne herüber. Rasch von mir zubereiteter heißer Tee mit vorzüglicher Sahne vermischt, war von wohltuendem Einfluss auf unsere vor Kälte zitternden Glieder. Während unser Freund nach dieser Erwärmung noch einen kurzen Schlaf tat, stiegen wir die wenigen Schritte ganz zur Passhöhe hinan und erwarteten den jungen Tag.

Das Travignolo- und Fleimstal erfüllten dichte Morgennebel, die, noch von den mächtigen Bergen gedeckt, regungslos wie ein glatter Meeresspiegel sich über die nachtumwobene Landschaft breiteten. Aber während ihr Bewohner da unten euch noch im Banne der Nacht befindet, haben wir bei uns oben in der Höhe schon Anzeichen des erwachenden Tages. Dämmerlicht dringt schon von Westen herüber und immer röter färbt sich der kurz vorher noch blasse Horizont. Bald flammt es wie ein Feuermeer hinter der Civetta auf, die ersten wärmenden Sonnenstrahlen fliegen zu uns her und bringen wieder neues, frisches Leben in uns. Gar wohlig strecken wir uns jetzt auf den von der Morgensonne durchwärmten Platten der Passhöhe hin. Die zarten Kristalle des über Nacht durch und durch gefrorenen Firnes blitzen auf und ergleißen unter den noch schrägen Strahlen der Sonne. Die Eishäupter der mächtigen Ortler-, Adamello- und Presanellagruppe, die kühnen Mauern der fernen Brentadolomiten, die Ötztaler Riesen und all die stolzen Berge der umgebenden Ferne beginnen in der Folge zu erglühen und ringsum leuchten die Höhen im blendenden Glanze des jungen Tages! Wir freuen uns des lachenden Morgens, der voll lauterer Reinheit hereinbricht. —

Heute wollten wir den höchsten der Gipfel, welcher zwischen der Cima dei Bureloni und der Cima di Fiocobon gelegen ist — die Cima Val Grande — besteigen. Auf seiner Spitze hatte ich schon im Vorjahre einen Steinmann wahrgenommen, doch konnte ich über den Erbauer und die Zeit der Errichtung im Tale nichts erfahren. Um Gewissheit darüber zu erhalten, musste ich nun selber einmal den Bergscheitel betreten.

Vom Passo di Mulaz bieten sich zwei Möglich­keiten zur Ersteigung: Die breite, in später Jahreszeit meist von Eis überzogene Schneeterrasse, welche die Westflanke des Campanile di Val Grande umzieht und zur Vereinigungsstelle mit dem zweiten Anstiegs­wege — d. i. ein ähnliches, aus der Val Grande die Ostflanke durchziehendes Schichtband — zum Süd­fuße des genannten Cam­panile hinaufführt. Da der Firn über Nacht eisartig gefroren war, so entschlossen wir uns, die er­weichende Wirkung der immer höher steigenden Sonne abzuwarten und dann erst den Anstieg zu

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