Cima Zopel – Eine Durchquerung der nördlichen Hälfte des Nordzuges

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Als ich im Jahre 1901 zum vierten Male der herrlichen Palagruppe den Rücken kehrte, hoffte ich nunmehr in jeder Hinsicht genügendes Material gesammelt zu haben. Aber kaum war ich ihrem Weichbilde entschwunden, da stiegen mir schon wieder Zweifel über dies und jenes auf; bald war wieder ein reger Briefwechsel mit meinen Gewährsmännern dortselbst angebahnt und das Ergebnis desselben war, dass meine Zweifel sich bewahrheiteten. So endlich fasste ich den Beschluss, noch einmal in die geliebten Berge zu ziehen: Endgültige Aufklärung in der ver­worrenen Nomenklatur zu erhalten, sowie neuerliche topographische Studien, die durch photographische Aufnahmen unterstützt werden sollten, bildeten das Haupt­programm und überdies interessierten mich einige bisher noch nicht unternommene Bergfahrten ganz besonders.

Am 27. Juli 1902 traf unsere Gesellschaft, bestehend aus meinem Bruder Gaston, meinem Freunde A. Leschetizkyund mir, aus allen möglichen Weltgegenden ankommend, gegen Mittag auf dem Toblacher Bahnhof zusammen. Auf dem gewohnten Wege über Cortina erreichten wir noch am selben Abend schwerbeladen das Hospiz auf dem Falzaregopasse und am nächsten Mittag schon saßen wir bei einer dampfenden Risottoschüssel im gastlichen Albergho all’ Gallo in Forno di Canale. Bis hierher konnten wir uns wahrlich ehrlicher Arbeit rühmen, wenn man bedenkt, dass mein Freund Leschetizky ungefähr 12, mein Bruder etwa 16 und ich weit über 20 kg Gepäck zu tragen gehabt hatten. Ein ausgiebiges Mittagsmahl stärkte uns wieder tüchtig; mittlerweile ward aber der Kriegsplan zusammengestellt: Wir wollten noch heute einen hochgelegenen Biwakplatz, wenn möglich auf dem Passo di Mulaz be­ziehen. Da aber noch die gewaltige Höhe von nahezu 1700 m bis dahin zu bewäl­tigen war, so sollte uns Dedorigo beim Transport unseres Gepäckes behilflich sein.

Um 3 Uhr nachmittags des 28. Juli verließen wir Forno di Canale, durch­eilten schon um 3 Uhr 45 Min. die Ortschaft Falcade und wanderten nun die malerische Val di Fiocobon empor. Knapp bevor man den ebenen Boden der Fiocobonalpe betritt, hat man eine Schlucht zu queren, in welcher sich bis spät in den Sommer der Lawinenschnee erhält. Eben als wir diese Stelle passierten, brach ein furchtbares Hochgewitter los und unversehens prasselte der Hagel er­barmungslos auf uns hernieder. Mein Bruder und ich krochen im schon durchnässten Zustand in eine Schneekluft, welche bald ein mächtiger Bach durchfloss; Freund Leschetizky und Dedorigo konnten sich oberhalb unter Felsen bergen.

Bis das Unwetter nachgelassen hatte, war es selbstverständlich zu spät ge­worden, den Anstieg bis zum Pass zu bewerkstelligen, und so beschlossen wir, un­weit oberhalb der Alm unter Felsen unser Zelt aufzuschlagen. Wir hatten diesen

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