Mont Blanc – Die führerlose Besteigung des Mont Blanc die Aiguille de Bionnassay

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Erste führerlose Besteigung des Mont Blanc über die
Aiguille de Bionnassay

Von Alfred von Radio – Radiis.

Nach frohem Festesgetümmel waren zwei Bergsteiger mit sinkender Sonne von Courmayeur talauf gezogen. Jetzt hat sich der letzte Sonnenstrahl über gezogen. Jetzt hat sich der letzte Sonnenstrahl über die Häupter der Bergriesen erhoben und ist im Äther zerflossen. Ein Tag von hoher Schönheit und Pracht liegt im Sterben – Purpurröte erkundet des Tages Ende.

Ruhe ist bei den Menschen im Tale eingezogen, aber die nie rastende Urkraft der Berge wirkt weiter segen- und verderben bringend. Hoch über uns am jenseitigen Hange, der sich unvermittelt zum Plattenbau der Aiguille Noire de Pétéret, zur kühnen Punta Innominata, zum Mont Brouillard und über all diese zum Beherrscher Mont Blanc aufschwingt, stürzen unablässig bald Eislawinen, bald angestaute Wassermassen mit Tosen und Brausen zu Tal.

Lange ist der Blick gebannt von dein Schauspiel, dann aber löst er sich von dem Nachtumwobenen und fliegt vom ersterbenden Lichte angezogen zur Höhe hinan,  schon ein flimmernd Sternenmeer birgt. Als tiefes Geheimnis, als zaghafte Frage noch ruhen im Geiste der beiden Wanderer kühne Pläne für die kommenden Tage deren gelingen zum großen Teil auch vom Wetter abhängt:

Wolkenlos und durchsichtig klar schimmert’s herab und aus vier Augen, die forschend und fragend zum nächtlichen Himmel sich erhoben haben, spricht Hoffnung und Zuversicht. Nun ist die Nacht ganz hereingebrochen und mit ihr ist auch der Abend in das Tal und zu den Menschen herabgesunken.

Mondlicht flutet noch hernieder, als wir — mein Freund Albert Weber und ich am 1. September 1903 in der Cantine de la Visaille nach festem Schlummer er­wachen. Lange nach 5 Uhr morgens, eben als das Firmament sich zu erhellen beginnt, wandern wir schwer bepackt talaufwärts. Einen unabsehbaren Schuttberg hat hier der Miagegletscher im Laufe der Jahrtausende im Tale aufgebaut; sein Rücken nächst dem Lac de Combal ist unser vorläufiges Ziel, das wir um 1/28 Uhr morgens erreichen. Nun stehen wir mit einem Male in einer anderen Welt. Am Fuße des Moränenberges etwa 200 m unter uns liegt schon der Spiegel des kleinen Sees. Vor uns aber weitet sich der im unteren Teil fast durchaus moränenbedeckte Glacier de Miage Italien. Fast 7 km von unserem Standpunkte im hintersten

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