Das Wettersteingebirge

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In wuchtiger, breiter Mauer hebt sich aus den walddunklen Höhen zwischen Loisachtal und Gaistal eine hochragende Burg in der schimmernden Pracht grauer Kalkfelsen. Es ist das einsame, unbekannte Wettersteingebirge, oder besser: die weltberühmte  Zugspitze mit ihren östlichen Ausläufern, dem Wetterstein-, Blassen- und Waxensteinkamm. Die Zugspitze — für Tausende die Erinnerung an lange, sonndurchglühte Täler und weite Wege, die Erinnerung an unendlichen Durst, harte Matratzen, an Tabaksqualm, Gejohl und Tanz, an ein seltsames Gefühl inmitten der großen, erdrückenden Stille des Hochgebirges.

Erklimm die Felsburg und sieh hinunter, wie sich der lebendige Strom hereinwälzt durch das Felstot der Partnach und über die Wiesen von Ehrwald im bunten, tollen Gewirr, in den unglaublichsten Gewanden, in den wunderlichsten Kombinationen zwischen Salonhumorist und Bergwanderer, wie ein Faschingszug. Sieh hinab, wie ihr Blick achtlos gleitet über die dräuenden Mauern, über den Zauber von Wald und Tal, wie er sucht und hastet und drängt nach dem ersehnten Ziel, der Zugspitze.

Es ist nicht etwa der Kulminationspunkt des Wettersteingebirges, dem dieses  unbegreifliche, enorme Interesse gilt. Mitten durch die Latschenhänge, ober denen die Zugwände ihre Lawinen hereindonnern ins bayrische Schneekar, läuft eine schnurgerade Linie von Süd nach Nord und weiter über Höhen und Tiefen des Vorgeländes und kurz unter dem Gipfel der Vielumworbenen zeichnet die steinerne Mark, wo das Deutsche Reich offiziell endet: Die Zugspitze, 2964 m, ist der höchste Punkt Deutschlands.

Das ist das Schlagwort für jene Menge, die die Täler der Gruppe überflutet, Menge die ersten Blumen knospen, bis der rauhere Winter sie wieder heruntertreibt zu anderen Freuden der Mode. Diese Menge ist es, die im Wettersteingebirge herrscht, deren Bedürfnissen und deren Willen man seit Jahrzehnten allein Rech­nung getragen. Alle jene auffallenden Erscheinungen, wie sie im Wettersteingebirge überall zutage treten, finden hiermit ihre Erklärung. Man hat das Wort »Modeberg« geprägt für Gipfel, welche aus irgendeinem Grunde, allerdings meist der Schwierigkeiten halber, von Bergsteigern aufgesucht werden.

Das war die Zugspitze bis 1870 Jetzt ist sie der Modeberg für alle Welt, wie vielleicht der Wendelstein, der Schiern, der Penegal, bloß mit einem speziellen patriotischen Beigeschmack. Jetzt ist sie ein Geschäftsberg großen Stils, der mächtige Reklameschild des ganzen Loisachtal. Die Sache sieht sehr übertrieben aus. Aber es gibt tatsächlich keinen Berg in den Ostalpen, der eine ähnliche undefinierbare Stellung wie die Zugspitze einnimmt.

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