Der Ortler 3905 m

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Die richtige Vorstellung vom Bau des Ortlers erhält nicht der, welcher ihn von Sulden oder den bekannten Aussichtspunkten der östlichen Talhänge Suldens aus als eine massige Fels-Pyramide mit steilwandiger Flanke und sanften Kanten schaut. Ebensowenig wer aus Südosten, vom Suldenferner oder dem Schaubachhüttenweg zu ihm emporblickt als dem höchsten Punkt eines großen Hufeisens, gebildet durch den Zusammenschluss seiner ausgeprägtesten Grate, des Hochjochgrats und des Hinteren Grats, weil in beiden Fällen die Linien der Grate das Bild bestimmen. Wer den Aufbau des Königs der Ostalpen wirklich ergründen will, muss hinauf-wandern auf der Stilfserjochstraße bis zur Franzenshöhe oder besser noch ein Stück weiter bis zum halben Weg zwischen dieser und der Ferdinandshöhe. Man sieht hier, dass den oberen Teil des Bergs ein umfangreiches, sanft ansteigendes Firn­plateau bildet, das auf der dem Beschauer zugekehrten südwestlichen Seite in steilen Felsmauern, den Hinteren Wandeln, zum Unteren Ortlerferner abbricht. Den Hinteren Wandeln entsprechen an Steilheit und Geschlossenheit auf der abgekehrten Seite des Bergs die hier nicht sichtbaren Tabarettawände, die der Ortler dem Suldentale zukehrt. Dagegen fehlt auf der Nordwestflanke der Kuppe der geschlossene, steil­wandige Unterbau; der Abfall ist hier sanfter, die Felsbastion ist mehrfach unter­brochen durch Firnhänge, die vom Oberen Ortlerplateau herabziehen und ihre Zungen weit hinabstrecken in das Tal der sogenannten Hohen Eisrinne oberhalb Trafoi. Der Bergkundige bemerkt sofort, dass hier die schwache Seite des Bergs ist, dass das Tal der Hohen Eisrinne und die in sie mündenden Firnzungen den von der Natur gewiesenen Zugang zum Ortlerplateau und damit zum Gipfel bilden. Es hat allerdings ziemlich lange gedauert, bis diese heute so natürlich erscheinende Einsicht gewonnen wurde. Mangelhafte Kenntnis der Gletscher und übertriebene Furcht vor ihrer Gefährlichkeit bestimmte bekanntlich die ersten Ortlerersteiger, anderen schwierigeren Zugangsrouten den Vorzug zu geben; erst bei der Wiederaufnahme der Versuche, den Ortler zu besteigen, Ende der fünfziger und Anfang der sechziger Jahre wandte man sich ernstlich der Nordwestflanke des Bergs zu. Sonderbarer­weise wählte man auch jetzt von den beiden schluchtartigen Rinnen, die von dem Tal der Hohen Eisrinne zum Oberen Ortlerplateau hinaufführen, zunächst die schwierigere, die sogenannte Stickle Pleiß (= steiler Schneehang). Schon bei dem ersten Versuch wurde von Dr. v. Ruthner 1859 das Ortlerplateau erreicht, aber knapp unterhalb des Gipfels wegen heftigen Sturms der Rückweg angetreten. Ähn­lich erging es mehreren späteren Begehern der Sticklen Pleiß; erst 1872 wurde der Auf­stieg durch die Rinne von M. von Dechy und J. Pinggera mit vollem Erfolge durchgeführt. Schon acht Jahre vorher hatte der Grindelwalder Führer Ch. Michel beim ersten Anblick des Bergs von der Stilfserjochstraße aus den natürlichsten und für die damalige Zeit besten Zugang zu dem oberen Plateau ausfindig gemacht und seine Herren, Tuckett und die beiden Buxton, auf ihm zur Spitze geführt. Es ist der Weg durch die enge Schlucht, in der die Eiswogen des Oberen Ortlerferners zu Tal fluten, gewöhnlich als Hohe Eisrinne bezeichnet. Beide Wege, sowohl der

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