Aus der südlichen Ortlergruppe

No Comments
 
 

Von

E. T. Compton.

Wenn Jemand in plötzlicher Begeisterung für ein alpines Thema und in Über­schätzung seiner Kräfte und der ihm zu Gebote stehenden Zeit versprochen hat, für die Zeitschrift einen Aufsatz zu schreiben, und dann in letzter Stunde entdeckt, dass er einem strengen Redakteur und einem verwöhnten Leserkreis weiter nichts als einige Skizzen und lückenhafte Beschreibungen zu bieten imstande ist, darf er gewiss auf einiges Mitleid, vielleicht sogar auf Nachsicht seitens der getäuschten Leser hoffen.

In Ermangelung des nötigen Studiums, um die geplante Monographie der süd­lichen Ortlergruppe zu schreiben, muss ich mich damit begnügen, ein paar Notizen zur Erläuterung der hier erscheinenden Bilder niederzuschreiben, und hoffe, dass beide zu­sammen vielleicht doch zum häufigeren Besuch des hier zu schildernden, herrlichen Ge­bietes anregen mögen.

»Das Bessere ist der Feind des Guten« — so ist die unmittelbare Nachbarschaft der allbekannten, erhabenen Szenerien von Sulden und Trafoi mit dem dort gebotenen leiblichen Komfort und den gesellschaftlichen Reizen daran schuld, dass der jenseits des Eisseepasses liegende, ausgedehnte Teil der Ortlergruppe trotz seiner großartigen Ver­gletscherung und der Schönheit seiner Bergformen sowie seiner abwechslungsreichen Talszenerie noch sehr wenig von deutschen Touristen besucht und in der deutschen alpinen Literatur noch weniger besprochen wird. Hierzu kommt allerdings die Tat­sache, dass bis jetzt nach modernen Begriffen zu wenig in Bezug auf Bequemlich­keit des Aufenthaltes und des Verkehrs geschehen ist. Die Hauptstandqartiere Santa Caterina und Bad Pejo lassen Manches zu wünschen übrig und sind leider, besonders aber das Letztere, etwas schwer zugänglich. Für den echten Naturfreund jedoch, der gerade solche, weniger vom großen Strom des Reisepublikums berührte Gegenden gerne aufsucht, kann das kein Hindernis sein; ihm stehen außer den wenig ein­ladenden Malgen heute wenigstens vier Schutzhäuser zu Gebote, wovon zwei sogar bewirtschaftet sind. Es sind dies : 1. Die neu errichtete und gut geführte Osteria Buzzi oder Cascina dei Forni, nahe der Zunge des Fornogletschers, gegenüber den früher benützten, schmutzigen Hütten der Malga del Forno : 2. die Capanna Cedeh des C. A. I. im Val Cedeh; 3. das Rifugio del Cevedale der S. A. T. im Val della Mare und 4. eine neue Capanna auf der Pian Bormino im Val Gavia.

In Santa Caterina, dem italienischen St. Moritz, findet während der Saison, 1. Juni bis Mitte September, der durchreisende Tourist nicht immer entsprechende Unterkunft, und sollte auch im Stabilimento oder in einem der ziemlich einfachen Gasthäuser doch Platz vorhanden sein, der Bergsteiger, dessen Lodenanzug so manche Merkmale der wochenlangen Kämpfe mit Wetter und Wind, mit Fels und Firn aufweist, fühlt sich

  • ortlergruppe
  • garganta del hirschensprung
  • val fredda touristen vermisst
  • www relogio cadini
  • ortler gruppe
  • bad ausser lodenanzug
  • cadini rosso
  • capanna cedeh
  • bormino suedtirol
  • ortlergruppe
  • monte giumella

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 

 
 

More from our blog

See all posts
 
 
No Comments