MITTLERE PUEZSPITZE, 2915 m

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Der Kulminationspunkt der ganzen Gruppe. Der erste touristische Besucher des Gipfels war Herr H. W. Meuser am 8. September 1891. Zweifellos wurde der Gipfel jedoch schon vorher wiederholt bestiegen, unter anderen auch von Professor Alton, den seine botanischen und mineralogischen Ausflüge oft in dieses Gebiet geführt haben. Dem Berichte des Herrn Meuser (Mitteilungen 1891, S. 268) entnehme ich folgendes: „Am 8. September 1891 wanderte ich, infolge anstrengender Touren an den vorhergehenden Tagen erst in später Morgenstunde, gegen 9 Uhr, von Santa Maria-Wolkenstein in das Lange Tal, bewunderte hier wiederholt die himmelanstrebenden Felskolosse mit ihrem fremdartigen Gestein und eigenartiger Färbung, und stieg vom „Pra da Rie“ aus zu der obersten Terrasse der Puezalpe hinauf, welche ich um 11 Uhr 15 Min. erreichte. Der Knecht des Hirschenwirtes in Wolkenstein, Loisl Lardschneider, trotz seiner 55 Jahre noch ein rüstiger Steiger, begleitete mich. Ich beabsichtigte, die bei mir in gutem Andenken stehenden Puezspitzen zu besteigen und wählte die noch nicht besuchte »mittlere“, welche, von hier gesehen, sich über einem großen Schuttfelde in massigem Bau auftürmt. Nachdem ich einige Felsrücken und dolinenartige Mulden überstiegen, erreichte ich das steil aufsteigende Geröllfeld und über dieses, durch ein breites Couloir mühsam aufwärts, unter der senk­recht abfallenden Wand der östlichen Spitze um 1 Uhr 11 Min. die Einsenkung (Scharte) zwischen dieser und der mittleren Spitze, von welcher eine schauer­liche, tiefe, mit Eis gefüllte Schlucht zur Kampiller Seite hinunterzieht. Hier erblickte ich die höchste Erhebung der mittleren Spitze, nach der Nordseite in eine scharfe Ecke ausgehend und senkrecht abfallend, und betrat dieselbe über gut gangbare Felsstufen in weiteren 15 Min. Aussicht nach allen Seiten, besonders in die Hauptgruppen der Dolomiten großartig schön, an Abwechslung reich, geradezu erdrückend. Dieser Gipfel übertrifft an Höhe die jetzt öfter besuchte, östlich sich anreihende Spitze, dürfte aber der westlichen, Pizza Doleda (Wandspitze), nachstehen. Einfügen möchte ich hier, dass die bisher existierenden Höhen­angaben für die Puezspitzen, 2910 m, nach meiner Ansicht zu niedrig bemessen sind; ich schätze die Höhe der Mittleren, auf welcher ich stand, der Erhebung des Sas dal Ega (Wasserkofels) in der Geislergruppe, 2940 m, gleich und mein Aneroid zeigte auf 2950 m. Ob die Spitze touristisch schon betreten war, darüber bin ich im Zweifel; ich fand wohl einige übereinandergeschichtete Steine, daneben unter einem Steine ein zerbrochenes Schnapsfläschchen, wie es Hirten mitführen, doch keine touristischen Notizen einer Besteigung. Der Abstieg war nur auf gleichem Wege zu ermöglichen, unterhalb der Felsen traversierte ich dann so hoch als möglich die Hänge des Puezkammes nach Westen und erreichte in einer Stunde die letzte Erhebung desselben, 2650 m, welche sich über dem Hoch­tale Forces de Sielles als eine runde Kuppe präsentiert (oben erwähnte Rückfallkuppe der Pizza Doleda. Der Verf.), und stieg über die Forcella de Forces de Sielles ins obere Tschislestal hinunter“. Auf neuem Wege, und zwar von der Scharte zwischen Westlicher und Mittlerer Puezspitze aus, gewann Dr. Karl Schulz mit A. Demetz am 6. August 1888 den Gipfel der letzteren. Der Schulzsche Weg dürfte sich im wesentlichen mit der Route Purtschellers vom 28. Juli 1896 decken. Purtscheller berichtete darüber in der Österr. Alpen­zeitung 1897, S. 44: „Keineswegs sicher schien es (dem von der Pizza Doleda Kommenden) dagegen, ob es gelingen würde, von dem erwähnten Grate (zwischen Westlicher und Mittlerer) aus auch die Mittlere Puezspitze zu erklimmen, da diese nach Westen und Süden in sehr steilen Felsmauern abbricht. Wenn nicht, so bliebe kein anderer Ausweg, als tief abzusteigen und die Wände an ihrem Südfuße mit beträchtlichem Zeitverluste zu umgehen. Ich ging an­fänglich ein Stück auf dem erwähnten Grat zurück und bog dann nach Süden ab, indem ich hier über die durch Bänder getrennten Felsstufen so hoch als möglich gegen das oberste Wandmassiv emporstieg. Rechts haltend, gewahrte

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