DER STEVIASTOCK – Puezgruppe

No Comments
 
 

Von Osten, Süden und Westen erscheint der Stock der Stevia  als massiver Tafelberg mit jäh abstürzenden Wänden, die nur zwei Durchbruchstellen zeigen, über welche die auf diesem Tafelberg sich ausbreitende Steviaalpe ohne größere Schwierigkeiten erreicht werden kann. Im Osten, gegen das Lange Tal zu, wachsen die gelbbraunen, von schwarzen Rissen durchfurchten Wände förmlich aus dem satten Grün der waldbedeckten Talsohle empor, erschreckend steil. Durch zwei gewaltige Pfeiler, die aus dem Massiv vorspringen, werden sie gestützt und verstärkt. Diese beiden Pfeiler tragen die Namen Porta und Chastèll. Vor wenigen Jahren noch war der Fuß dieser beiden Felsen eine unschwer erreichbare und ausgiebige Fundstelle von schönem Edelweiß und prachtvoller, langer Edelraute; heute, seit am Eingang des Langen Tales ein Hotel entstanden ist, haben sich die kostbaren Blumen Jahr für Jahr höher bis auf die unzugänglichen Grasplätzchen inmitten der oft überhangenden Wandstufen zurückgezogen. Die begrasten Schrofen sind ein beliebter Aufenthaltsort giftiger Vipern, und es gelang beispielsweise dem Verfasser und seinen Brüdern am Fuße des Felsens Porta vor einigen Jahren, ein prächtiges Exemplar der gefährlichen schwarzen Bergviper, die namentlich auch im Tschamintal in der Rosengartengruppe vorkommt, zu erlegen. Nach Alton sollen diese Reptilien bis hinauf gegen die Alpe Puez vorkommen. Jeden­falls ist es geraten, mit möglichster Vorsicht die sonnigen Grashänge zu betreten auf denen die Schlangen, zum Knäuel geballt, ihr Schläfchen halten und von denen sie blitzschnell wütend emporschnellen, wenn sie gestört werden. Die Südostecke des Steviabaues und zugleich den mächtigen Angelpfeiler des Langen Tales bildet der in zwei Partien vorspringende Fels Steviola. An seinem Fuße, noch auf Fels und teilweise unmittelbar an die Felswand angebaut, steht die Ruine des ehemaligen Sommersitzes der Grafen von Wolkenstein-Trostburg, ein kühnes Felsennest, das jedenfalls auch prächtig verteidigt werden konnte. Es ist unbestimmt, um welche Zeit und unter welchen Umständen die Burg zur Ruine geworden; bewohnt war sie noch 1457. Ebenso ist historisch aus einer Quittung von Hans Peck, Pfleger und Richter in Wolkenstein, 22. Mai 1525, erwiesen, dass damals das Schloss schon eingefallen war, denn besagter Pfleger bestätigt dem Freiherrn Wilhelm von Wolkenstein den Empfang von 100 Gulden 29 Kreuzern für den durch Einsturz der Burg erlittenen Schaden. Ob das Schloss aber, wie die Sage geht, durch einen(nur registrierte User sehen den Link, login oder registriere dich) Felsabbruch der überragenden Stevia (beziehungsweise Steviola) zerstört wurde, ist nicht erwieset!, jedoch immerhin gut möglich und sogar wahrscheinlich, da der Fels gerade oberhalb der Ruine eine große rote Abbruchstelle zeigt. Hier wurde der berühmte einäugige Minnesänger Oswald von Wolkenstein geboren, der nach mannigfaltigen Fahrten und Aben­teuern im Orient und Okzident seinen Sommersitz auf das von ihm im Walde unter dem Schlern errichtete Schloss Nauenstein verlegte, woselbst er am 2. August 1445 im Alter von 78 Jahren starb. Heute sind vom einstigen Stamm­schlosse des mächtigen Geschlechtes der Wolkenstein am Eingang des Langen Tales nur mehr spärliche, drohend lockere Mauerreste übrig. Die Südwestecke der Stevia gegen das Tschislestal zu bildet die in vier scharfkantigen Kulissen gegen West abstürzende Pela de Vit, 2491 m. Die nördlichste der Kulissen ist eine wunderschöne, glatte Wand. Die Südfront der Stevia, also die dem Grödener Tal zugekehrte Seite, lässt genau den Querschnitt des Gebirgsstockes erkennen, ein ungleichmäßiges Trapez, dessen Vertikalseiten nahezu parallel lotrecht stehen, während aus der oberen Horizontalseite die der veränderten Gesteinsstrichrichtung entsprechende Abdachung zu entnehmen ist. Genau in der Mitte zwischen Pela de Vit und Steviola befindet sich eine der beiden verwundbaren Stellen der Stevia. Dort führt ein Pfad vom Dorfe Wolkenstein über die Schnatsch- und Lardschenalpe auf das Plateau, an dieser Stelle San Salvester genannt, hinan. Hier erreicht der Baumwuchs, immer spärlicher werdend, seine oberste Grenze, die mit der Höhe der Alpe beinahe überein­stimmt. Im Westen zieht die Stevia von der Südwestecke, Pela de Vit, grad­linig hinauf zur Nordwestecke, die den Namen Montigella, 2651 m, führt und das schutterfüllte Tal Forces de Sielles flankiert. Sie ist der höchste Punkt des Steviaplateaus; von ihr aus fällt die Hochfläche gegen die Steviola diagonal ziemlich stetig (etwa 15-20°) ab. Die ganze Westfront erscheint weniger imposant als die Süd- und besonders die Ostfront; denn ihr Fuß ist durch oft hoch hinan­ziehende Schuttkegel verkleidet und steht außerdem auf der bedeutend höheren Basis der Terrasse von Tschisles. Im Westen liegt hier auch die zweite Bresche der Stevia. Dort senkt sich, so ziemlich gleich lang, der von abenteuerlichen Fei-sen gegiebelte Plateaurand der Stevia von der Montigella einerseits, von der Pela de Vit anderseits zu einer Einbuchtung herab, aus der ein breiter Geröll-kegel hervorquillt. Über diese Schutthalde hinauf hat die Sektion Regensburg

  • @oswald ch
  • klettern steviola
  • puezgruppe klettersteig
  • südtiroler bergviper
  • steviola blog
  • schenna hotel felsennest
  • stevia passstrasse
  • schwarze bergviper
  • vaude gulmen 19
  • steviola
  • orchideen fundort ortler

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

More from our blog

See all posts
 
 
No Comments