GESCHICHTE DER PUEZ GRUPPE

No Comments
 
 

„Fortsetzung der Geislerspitzen, Roth- und Tschirspitzen“ — so nennt K. Schulz in seinem Aufsatze das zwischen Gröden, Corvara-, Abtei- und Kampilltal gelegene und von diesen Tälern natürlich begrenzte Berggebiet, dessen westliche, willkürliche Abtrennung von der Gruppe der Geislerspitzen durch die Linie: Tschislestal — Tschislesalpe — Tal Forces de Siëlles — Forcella della Róa — Mesolpesalpe festgelegt wurde, während der breite, alpreiche Einschnitt des Grödnerjoches und der sich bei Plan mit den Gewässern des Sellajoches vereinigende, von dort ab den Grödnerbach bildende Fréabach das Gebiet von der Sella scheidet. Für Schulz lag also noch keine Veranlassung vor, dieses Gebiet unter einem gemeinsamen Namen zusammenzufassen; gleichwohl fühlte er dessen Bedeutung und Selbständigkeit. Vielleicht schienen ihm diese Berge zu wenig bekannt und im Vergleich zu den Geislern, aus denen er sich die Lorbeeren der ersten touristischen Erschließung holte, zu unbedeutend, um näher darauf einzugehen, geschweige denn dem sich entwickelnden Gewohnheitsrechte vorzugreifen und dem Gebiete einen Namen zu geben. „Einen gebräuchlichen Namen für die ganze Gebirgsmasse gibt es nicht“, sagt er und verweist auf den Vorschlag des bekannten Geologen von Richthofen, das Gebirg „Gardenazzagebirge“ zu benennen, ohne sich jedoch für seine Person diesem Vorschlag anzuschließen. Der berühmte Mojsisovics, der beste Kenner der Dolomitenseele und Mitbegründer des D. u. Ö. Alpenvereines, spricht in seinem Werke einfach von dem „Gebirg zwischen Gröden und Abtey“, während Alton in seinen „Beiträgen zur Ortskunde und Geschichte von Enneberg und Buchenstein“ die „Puz- und Gherdenaciagruppe mit der Kreuzkofelkette“ als Grenze zwischen Enneberg und Gröden bezeichnete. Dazu ist zu(nur registrierte User sehen den Link, login oder registriere dich) bemerken, dass die Kreuzkofelkette, im Nordosten jenseits des Gadertales gelegen, keinen Teil des heute unter dem Namen Puezgruppe zusammengefassten Gebietes ausmacht. Alton hatte also auch schon die selbständige Stellung der Puezgruppe betont. Um so verwunderlicher Muss es erscheinen, wenn in ganz neuester Zeit ein als Alpinist bestbekannter Autor wie Leon Treptow schrieb: Geographisch heißen diese seltsamen Dolomitzinnen die Geislerspitzen und bilden mit den Puez-, Tschier- und Rotspitzen die Geislergruppe.“ Treptow scheint also kaum be­achtet zu haben, daß, rein touristisch, ganz abgesehen von den Geologen vorher, 1888 schon Schulz den Gebirgsstöcken der Puez jene Selbständigkeit zuerkannt hat, die sie infolge ihrer Gliederung und Ausdehnung verdienen. Übrigens schreibt derselbe Autor im gleichen Werke einige Seiten später (bei Beschreibung der Aussicht vom Col de Montigella) dem früheren widersprechend: „In grandioser Nähe erheben sich westlich die Puezspitzen und die Türme der Geislergruppe.“ Emil  Terschak ist der erste, der in seinem illustrierten Führer durch die Grödener Dolomiten (1895) von einer einheitlichen Puezgruppe (Puezstock) spricht. Die im Hintergrunde des Langen Tales gelegene Hochalpe, ein schon zur Kinder­zeit des modernen Alpinismus von Mineralogen, Geologen, Botanikern, Jägern und Hirten oft und gern besuchter Platz, das geographische Herz der ganzen Gruppe, hat dieser ihren Namen geliehen. Sowohl Schulz als auch Alton, welch letzterer das Gebiet genau kannte, sprechen in ihren Arbeiten stets nur von einer Puzalpe, von Puzspitzen, Puzjoch usw. An einer oder zwei Stellen nur findet sich Puez, bei Alton sogar unter Anführungszeichen. Demnach scheinen damals (1880-90) beide Bezeichnungen üblich gewesen zu sein; wie auch die Inschrift der Hüttentafel auf der 1839 von der Sektion Ladinia errichteten Schutz­hütte: „Puzhütte“, beweist, war jedoch Puz die gebräuchlichere. Heute hört man allgemein nur mehr Púëz (mit der Betonung auf dem ú).

  • puezgruppe
  • geislergruppe
  • klettern puez
  • geislerspitzen
  • geislerspitzen klettersteig
  • Tschier Spitzen südtirol Berg
  • tschislesalpe
  • puezgruppe karte
  • puezgruppe touristische erschließung
  • klettern puez gruppe
  • GESCHICHTE DER PUEZ GRUPPE…
  • die geislerspitzen in den dolomiten

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 

 
 

More from our blog

See all posts
 
 
No Comments