Der Mugonikamm – Dolomiten – Südtirol

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(nur registrierte User sehen den Link, login oder registriere dich)Am rechten Ufer des Vajolettales, gegenüber den Dirupi di Larsec, zieht sich der lange Kamm der Mugoni hin. Er scheidet das Vajolet- vom Vajolontale und zweigt vom Hauptkamme der Südlichen Rosengartengruppe von den Coronelle-Spitzen direkt nach Osten ab. Der obere, westliche Teil des Kammes wird von den Mugoni­spitzen selbst gebildet; er wird im Nordwesten durch den Mugonipass von den Coronellespitzen und im Osten durch den Cigoladepass (Passo delle Cigolade) von dem Mittelstücke, der langen Reihe kleiner Felstürme der Cigolade, geschieden. Der östlichste Ausläufer desselben ist das Wiesenplateau von »Ciampediö«, einer der ge­priesensten Aussichtspunkte des Fassatales.

Von den Sojalhütten im Vajolettale aus gesehen erscheinen die Mugonispitzen als gewaltige Felsmauern, durch welche steile Schutt- und Eisrinnen sich gegen die nicht stark gegliederten Gipfel derselben hinaufziehen. Zum Vajolonkessel, den die Fassaner »Gran Busa di Vael« oder »di Vajolon« nennen, fallen die Mugoni in abge­flachten, plattigen Wänden ab, die unschwer zu ersteigen sind. Mit dem Coronelle­kamme und den hohen Strebepfeilern der Tscheinerspitze (Cima della Sforcella) umschließen sie diesen interessanten, großen, schutterfüllten Kessel, von dem durch die Felsen einer steil abfallenden Talstufe ein Schafsteig südlich in das untere Vajolon­tal oder Vael führt, dessen rechtes Ufer von den hügeligen Erhebungen der »Sella di ciampacz« (2139 m) und den grasigen Hängen der Alpe Checenne und den Wald­partien des Bosc Spese gebildet wird. Gegen das untere Vajolontal und den Cigolade­pass stürzen die Mugoni als prächtige, majestätische Felskolosse ab.

Zur Erklärung der Namen Mugoni und Cigolade erzählt Norman auf S. 332 der Zeitschrift 1897 eine eigenartige, volkstümliche Sage; ob dieselbe aber wirklich den Bergen ihren Namen gegeben, mag dahingestellt bleiben. In früheren Zeiten, als man den einzelnen Bergen weniger Bedeutung beilegte, mögen dieselben auch alle zusammen Roe di Vael oder Cime del‘ Vajolon (die Gipfel des Vajolontales) geheißen haben, ein Name, den Dr. Gambillo auch auf den in den obersten Partien stets sehr mangelhaften Katastralmappen gefunden hat. Jedenfalls hat sich die in der Alpen­vereinskarte zum Ausdruck gebrachte Scheidung der Mugoni und Cigolade sowohl bereits in Touristenkreisen als auch im Fassatale selbst eingelebt und es ist daher geboten, dieselbe beizubehalten, trotzdem z. B. Herr Merzbacher dieselbe nicht be­rücksichtigt und dieselbe auch von den Trientiner Alpinisten nicht in volle Klarheit gestellt erscheint.

Dass die Cigolade ihren Namen vielleicht ganz einfach von »cigolare« (zerreißen) erhielten, dürfte nicht ganz ausgeschlossen sein, da dieselben faktisch nichts anderes als die letzten Reste eines zerrissenen Grates sind, der bereits größtenteils in sich zerbröckelt und nur mehr aus einzelnen, auseinandergerissenen kleinen Türmen, Nadeln und Gratstücken besteht, über die Herr Merzbacher ganz treffend »als einen hoch­interessanten versteinerten Park, bestehend aus einer Unzahl bizarr geformter Fels­bildungen, Köpfe und Nadeln« spricht. Touristisches Interesse bieten die relativ niederen Felstrümmer der Cigolade keines; dieselben wurden bereits vor Zeiten häufig von Hirten und im Februar 1898 (?) von C. Domenigg aus Bozen, im Sommer desselben Jahres von den Ehepaaren Tauscher-Geduly aus Pressburg und Norman-Neruda aus Asolo erstiegen. Die höchste Erhebung derselben befindet sich an der Ostseite des Cigoladepasses uud ist auf der Alpenvereinskarte mit 2561 m cotiert, weitere markante Punkte sind mit 2482 m, 2359 m und 2341 m bezeichnet. Gegen Norden entsendet die höchste Erhebung der Cigolade einen unbedeutenden Felsrücken ins Vajolettal, der den Namen Cime del Curaton trägt, mit 2301 m cotiert ist, und über die Weideneien gleichen Namens herausragt. Über den Namen dieser Erhebungen sowie der »Pale rabbiose«, die sich am Nordabhange der Cigolade hinziehen, siehe Norman’s Ausführungen in der Zeitschrift 1897, S. 322.

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  1. Richitg klasse geschrieben. Kompliment!

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