Marmolada – Punta di Cornate 3042 m – Dolomiten

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(nur registrierte User sehen den Link, login oder registriere dich)Punta di Cornate, 3042 m. Der gewaltigste Zug, der auch den Kulminationspunkt der ganzen Gruppe in sich trägt, steigt mit einem zerrissenen Grat über einen, Punta Matteo benannten, Gratturm zur Punta di Cornate, hierauf strebt er ostwärts zum gewaltigen Vernel, der in Steilwänden zur Vernelscharte niederstürzt. Ebenso senkrecht hebt sich aus dieser der Kleine Vernel, auch Sotto Vernel, empor, der wiederum durch den schmalen Einschnitt des Marmolatapasses von der Marmolata selbst getrennt ist.

Gegen das Contrintal ist die Gliederung des ganzen Zuges eine äußerst mannigfache und imposante, da aus dem von der Cornate zum Vernel ziehenden Verbindungsgrat mehrere, oft merkwürdig gestaltete Felshörner herauswachsen. Die Punta di Cornate ist als selbstständiger Gipfel anzusehen, der sowohl durch seine auffallende Färbung, als nicht minder auch durch seinen pyramidalen Aufbau hervortritt, welcher zwei rivalisierende, bleiche Hörner aufstreckt und sich vom Fassatale aus als zierliche, pyramidenförmige Spitze präsentiert.

Bis zum Jahre 1896 war dieser kühne Bau noch nicht betreten, nur Gamsen­jäger gelangten zuweilen an den Fuß der mit glatten Wänden bewehrten Berggestalt. Schon als wir 1895 unsere Kreuz- und Querzüge im Marmolatagebiete ausgeführt hatten, lenkte die zierliche Spitze unsere Aufmerksamkeit auf sich, doch reichte damals unsere Zeit nicht aus, ihr näher zu Leibe zu rücken. Für das Jahr 1896 hatten wir jedoch den Berg in vorderster Reihe in unser Programm eingesetzt. Leider war es mir nun aber infolge einer bedeutsamen Verletzung, die ich mir am Beine zugezogen hatte, nicht möglich, zu jener Zeit größere Unternehmungen zu wagen, so musste ich die freudvolle Arbeit jener Erstersteigung meinen Freunden Engelhardt und Ramspeck allein überlassen. Der einzige Genuss, der mir verblieb, war der, vom Hüttenplatze aus, hingestreckt auf sonnendurchwärmtem, weichen Rasenpolster, das kühne Beginnen der beiden Kletterer zu überschauen.

(nur registrierte User sehen den Link, login oder registriere dich)Wer bei dem Contrinhause steht, der erschaut an der linken, westlichen Seite der Cornate ein mächtiges Couloir, das den ganzen Fels bis zum Gipfelgrat tief zerschneidet. Rechts drüben, an der Osthälfte der Wandfläche, zieht ebenfalls ein Riss empor zum Grate zwischen Cornate und Vernel. Dieser zweite Riss ist oben durch einen merk­würdig über den Grat hinausschießenden, schwarzen Fels abgeschlossen, dem wir den Namen »schwarzes Mannl« gegeben haben. Zwischen diesen beiden Felsenrissen wölbt sich der plattige Fels zu ausgebauchter Wand. — Die beiden Ersteiger wandten sich nun vom Contrinhause zuerst links und erreichten, sich oben nach rechts wendend, nach dreistündigem, mühseligem Steigen von Westen her die Plattenwand, die sie zum Entsetzen der unten am Hause Harrenden und Beobachtenden durchaus bezwingen wollten. Wie wir Untenstehenden aber sogleich auch richtig rieten, mussten sie nach langem, kühnem Versuche, der die zwei Kletterer bis zur halben Höhe der Wand emporbrachte, wieder Kehrt machen. Dann probierten sie es mit dem linksseitigen Couloir. Die Schwierigkeiten dortselbst müssen nach den Schilderungen der beiden Freunde ganz entsetzliche gewesen sein, es war hauptsächlich Rückenstemme und Knie­stütze an den glatten Couloirwänden. Bis wenige Meter unter dem Grate hatten sie sich in dem unheimlichen Felsenschlunde emporgearbeitet Dort stellte sich ihnen ein unüberwindliches Halt entgegen in Gestalt eines ausgehöhlten Loches, das zu überklettern ein Ding der Unmöglichkeit war. Obwohl nur einige Meter unter dem Ausstieg auf den Grat, reichte die Kraft zu weiteren Anstrengungen nicht mehr hin denn auch die Zeit war schon weit vorgeschritten. Mit Anwendung aller Vorsicht musste der Rückweg angetreten werden. Nachts 11 Uhr gelangten die Reisenden nach Campitello zurück, ängstlich erwartet von ihren Freunden.

Am 21. August 1896 machten sich die Zwei abermals daran, ihre Aufgabe zu lösen. Sie wandten sich vom Contrinhause diesesmal rechts und erreichten, weiter oben in einem Bogen nach links strebend, durch zwei Mulden und über Geröll, viel bequemer den Fuß der Gipfelfelsen. Sie steuerten nun dem »schwarzen Mannl-Kamin« zu. Der Einstieg wird als ziemlich schwer bezeichnet, die Rinne selbst als steingefährlich. Der Ausstieg erfolgte einige Meter links vom »schwarzen Mannl«. Über den scharfen Grat gelangten sie nach wenigen Minuten an den letzten, schroffen, etwa 40 m hohen Gipfelaufbau. Die Arbeit an demselben ist noch eine gefährliche und anstrengende, denn der zu überwältigende Plattenmantel bietet nur sehr spärliche Griffe. Nach Besiegung des Hauptturmes und nach der Rückkehr zum »schwarzen Mannl« wurde auch der südostwärts vom » schwarzen Mannl « liegende Seitengipfel besucht. Der Abstieg erfolgte auf der bekannten Anstiegslinie zum Contrinhaus.

  • PUNTA CORNATES MARMOLADA
  • マルモラーダ山

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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