Rosengartengruppe – Valbuonkogel – Ersteigungen – Dolomiten

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(nur registrierte User sehen den Link, login oder registriere dich)Kleiner Valbuonkogel, 2795 m. In jenem Felskamme, der vom Grasleitenpasse in nordwestlichem Bogen gegen das Tschamintal streicht, und der die beiden Valbuontäler trennt, steht als höchste Erhebung der Kleine Valbuonkogel.
Infolge der geringen Mühe, welche dessen Ersteigung erfordert, wird derselbe in letzterer Zeit oft bestiegen. Vom Grasleitenpasse ziehen breite, mäßig steile Geröllfelder bis zu den Felsen hinan. Eine Rinne vermittelt den Einstieg in dieselben und man gelangt über den unschwierig erreichten Grat bald zur Spitze. Die Felsen sind überall mit Geröll bedeckt und gleichen mehr einer geneigten Schuttterrasse. Die Aussicht in das Vajolettal und Valbuontal ist dankbar. Der Blick nach Norden und Osten wird durch die den Grasleitenkessel umstehenden Berge vom Molignon bis zum Kesselkogel behindert, doch gewähren diese schroffen Felskolosse selbst einen großartigen Anblick. Die erste Ersteigung vollführte am 6. September 1888 Herr Joh. Santner. (Mitth. 1889, S. 147.)
Großer Valbuonkogel, 2821 m. Dieser ist die höchste Erhebung in der Gruppe der Tschaminspitzen und Valbuonkögel. An den Kamm des Kleinen Valbuonkogels schließt sich ein gewaltiges Bergmassiv, als dessen höchster Gipfel der Grosse Valbuonkogel erscheint. Diesem vorgelagert, getrennt durch die Valbuonkopfscharte, streben zwei Türme zu geringerer Höhe empor: die Östlichen Valbuonköpfe, während die westlichen Erhebungen der Fortsetzung des Kammes, der in das Tschamintal abfällt, als Westliche Valbuonköpfe bezeichnet werden. Nach allen Seiten fällt der Grosse Valbuonkogel steil ab.
Dieser mächtige Felsberg wird von zwei Seiten bestiegen : von der Nordseite (erste Ersteigung durch Joh. Santner und G. Merzbacher am 7. September 1884, s. Mitth. 1885, S. 89) und von der Südostseite. Ich verließ am 6. September 1896 mittags die Grasleitenhütte, wanderte in den Grasleitenkessel und strebte sodann gegen den Gras¬leitenpass empor. Beiläufig in der halben Höhe des Weges zum Passe, vom Kessel ab gerechnet, zieht rechts ein steiles Schuttcouloir, aus dessen Mitte ein kleiner Felsgrat emporragt, von der Valbuonkopfscharte herab. Durch dieses stieg ich nun auf, wobei ich die seltene Gelegenheit hatte, eine Gämse in der Rosengartengruppe erblicken zu können. Wahrscheinlich durch eine auf den Grasleitenpass vorangegangene Partie auf¬gescheucht, sprang das flüchtige Tier aus dem Couloir zwischen(nur registrierte User sehen den Link, login oder registriere dich) Kesselkogel und Seekogel heraus und verlor sich in wilder Flucht in den Felsen des Antermojakogels.

Von der Scharte zieht nordwestlich ein Couloir in das Grasleitental hinab, in welchem ich — wohl infolge des ungünstigen Sommers — noch Eis vorfand. Östlich davon bildet sich in der Nordwand eine Felsrippe, an deren linker Seite (im Sinne des Anstieges) ich durch eine kaminartige Rinne emporkletterte. Lose Felsklötze liegen hier übereinander und man glaubt, dass man, wenn man auf sie tritt, mit ihnen in die Tiefe fahren müsse. Die Rinne verliert sich dann in der Wand und man gelangt, beiläufig 25-3o 112 über der Scharte, auf eine kleine, geneigte Felsterrasse, von welcher über eine mehrere Meter hohe Stufe gestiegen werden muss. Die Stelle ist sehr exponiert, bietet aber bei gutem Gestein genügend Griffe, so dass man sie mit Sicherheit bewältigen kann. Oberhalb dieser Wandstufe wird der Weg weniger steil und über den mit Schutt bedeckten Fels, welchen zahlreiche Rinnen durchziehen, gelangte ich bald zum Gipfel, den ein mächtiger Steinmann krönt. Zur Ersteigung benötigte ich zwei Stunden von der Hütte. Die Aussicht war infolge Nebels total verdeckt. Aus der günstigen Lage des Berges jedoch schließe ich, dass dieselbe nach allen Seiten eine prächtige sein muss.
Den Abstieg vollführte ich über die Südostseite zum Grasleitenpass. Vom Gipfel verfolgte ich den Grat in der Richtung nach Osten, und stieg sodann über zerrissene Felsen südlich zu der kleinen Scharte ab, welche den Grossen vom Kleinen Valbuonkogel trennt. Infolge des Nebels konnte ich mich schlecht orientieren und musste mehrmals auf- und absteigen, so dass ich für diesen Teil des Weges etwas über eine Stunde, also wohl das Doppelte des gewöhnlichen Aufwandes benötigte. In der Schuttrinne, welche von der Scharte hinabzieht und neben dem Grasleitenpasse mündet, ging ich nun weiter und erreichte gerade noch vor Beginn eines Sprühregens die gastliche Hütte. Die von mir begangene Abstiegsroute wird gewöhnlich zum Aufstieg benützt, jedoch sei Freunden des Felskletterns der Weg über die Nordwand empfohlen, da derselbe viel mehr Anregung bietet.
Die Östlichen Valbuonköpfe, 2750 m und 2747 m (?), bestiegen zum ersten Male Herr und Frau L. Norman-Neruda und Herr L. Treptow im Jahre 1894. Von der Valbuonscharte stiegen die Genannten nördlich über die einen hohen Kamin einschließenden Felsrippen, an sehr steiler, brüchiger Wand links empor, und beiläufig in halber Höhe des Kamines in demselben hinauf und in Nordost-Richtung zum Gipfel. Den östlichsten Valbuonkopf erreichten sie, von ihrem Standpunkte nördlich bis zu einem Spalt hinab kletternd und diesen überspringend, sodann über schlechtes Gestein zum Gipfel emporkletternd. (Siehe Mitteilungen des D. u. Ö. A.-V. 1895, S. 32.)
Die Westlichen Valbuonköpfe, 2613 In, fallen nördlich steil in das Grasleitental, während sich südlich an ihrem Südwestfusse das Kleine Valbuontal hinzieht.
Die Ersteigung wird aus dem letzteren bewerkstelligt. Den höchsten Gipfel erreichte Herr Joh. Santner im Jahre 1894, wobei der seither verstorbene Herr Ant. Tirler und meine Wenigkeit das Vergnügen hatten, mitzugehen.
Wir gingen hinter dem rechten Leger über den Tschaminbach und stiegen in das Kleine Valbuontal empor, in dessen Grund wir noch Schnee vorfanden. In diesem

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