Cime delle Coronelle – Gipfel und Pässe – Rosengartengruppe

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(nur registrierte User sehen den Link, login oder registriere dich)Es folgen nun nördlich die Cime delle Coronelle. Es sind deren drei. Die Fassaner verstehen unter Coronelle kleine Rasenstreifen, welche sich zwischen je zwei gewöhnlich senkrechten Felsabstufungen bilden. Sie sind bloß einige Meter breit und meistens steil, denn sie wachsen auf dem Schutte, welcher nach und nach den Felsboden in geneigte Hänge verwandelte. Man findet solche überall, in besonderer Anzahl an den Cime delle Coronelle, ein Name, der vielleicht nicht sehr alt ist, denn Dr. Gambillo scheint auf den Gemeinde-Grenzprotokollen die Bezeichnung Cima della Gran Busa di Vael, und das deutsche Plözerjoch  gefunden zu haben. Suchen wir nun die Bedeutung des Wortes Coronella, so finden wir im Vocabolario Veneziano e Padovano co‘ termini e modi corrispondenti Toscani« des Abate Gasparo Patriarchi, 3. Auflage, Padua 1821, dass »Coronela« gleichbedeutend mit den italienischen Worten »cisale« und »ciglione« ist. Unter ciglione finden wir aber in Manuzzi’s Vocabolario, Bd. I, S. 69o, Col. 2, »per quel terreno che e a fianco della strada, e la soprasta« (für jenes Terrain, welches sich seitwärts von der Strasse befindet und diese überhöht). Dass der Fassaner also nicht willkürlich seine Coronelle benannte, ist damit erwiesen. Dr. Gambillo scheint, Ann. Trid. 1885, S. 102, anzunehmen, dass Coronella direkt von Corona abstamme. Wenn dem nun in sprachlicher Hinsicht tatsächlich so ist, so dachten dennoch die Fassaner bei der Benennung »Coronellae kaum an »corona« (Krone), sondern an das, was italienisch ciglione heißt. Nördlich von den Coronelle haben wir den Passo delle Coronelle.
(nur registrierte User sehen den Link, login oder registriere dich)Von den Coronellespitzen zweigt nach Osten ein Kamm ab , der als wichtigste Erhebungen die Cime dei Mugoni trägt und im Ciamp e die ausläuft. Dieser ganze Kamm wird auf der Generalstabskarte als Cime dei Mugoni bezeichnet, aber eigentlich kommt dieser Name nur den sich gleich südöstlich vom Passo dei Mugoni befindenden fünf Erhebungen und dem darauf folgenden Felskamme zu. Ja, Dr. Gambillo und Genossen scheinen sogar entdeckt zu haben, dass, nach den Katastralkarten, die zwei nördlichsten Cime di Vael und die übrigen Cime del Vajolon heißen sollten, und bloß der auf diese folgende Felskamm bis zum Pra Martin entalte die wahren Mugoni, und die aus der grasbewachsenen Kammfortsetzung emporstrebenden Felsen heißen Cigolade. Wie dem nun auch immer sei, heute versteht man in Fassa sowohl, wie in der Literatur, unter Mugoni die von mir als Cime dei Mugoni bezeichneten Gipfel. Sie werden von den Coronelle durch den Passo dei Mugoni getrennt. (nur registrierte User sehen den Link, login oder registriere dich)Über die Sage, in welcher die Entstehung der Mugoni auf wunderbare Weise erzählt wird, werden wir später sprechen. Das Wort Mugoni kommt vom italienischen Zeitwort mughiare und ist gleichbedeutend mit brüllen, also etwa Brüllen der Rinder, wird aber auch für die von anderen Tieren hervorgebrachten Laute gebraucht. Im übertragenen Sinne wird es auch für das Brüllen oder Schreien des Menschen angewendet. Die erwähnte Sage wird die Erklärung dafür geben, wie ein so eigentümlicher Name einem Berge gegeben, sowie auch wie der Name Cigolade auf ähnliche Weise Verwendung finden konnte. Das Wort Cigolade kommt vom italienischen Zeitworte cigolare, zu deutsch lärmen, bedeutet im Italienischen aber auch soviel wie kreischen.
Herr Merzbacher schreibt Seite 372 seiner Topographie: »Zwischen der mittleren und nördlichen (nur registrierte User sehen den Link, login oder registriere dich)Mugonispitze zieht vom Vajolettal eine schnee- und eiserfüllte Hochschlucht in das Massiv hin, bis hinüber in das Vajalontal, der Mugonipass, 2610 m. «
Und weiter unten fährt er fort: »Ich fand bei meinen Besteigungen für die höchste der Westspitzen 2776 m An.«, u. s. w. Seite 390 beschreibt er seine Ersteigung der von ihm mit 2768 m An. versehenen Mugonispitze: »Von allen bereits erstiegenen Höhen aus hatte mir als der geeignetste Angriffspunkt auf die Mugoni jene vom Vajolettal aus in Westrichtung hoch hinauf in deren Mitte führende Schneerinne geschienen (siehe S. 372). Da die schroffen Abstürze im Vajolettale selbst unersteiglich sind, so war die einzige Möglichkeit, durch die genannte Schlucht möglichst hoch hinaufzukommen und den Felsgerüsten selbst an ihrer Westseite beizukommen.« Und so erreicht er denn auf diese Art, Seite 393, den »Gipfel 2768 m An.« Sehen wir, dies alles erwägend, seine eigene Karte an, so finden wir, dass der mit Cote 2768 m versehene Gipfel vom Mugonipasse durch die mit den Koten 274o m und 2776 m versehenen Erhebungen getrennt ist, welche er Seite 372 Westspitze und Südwestspitze nennt. Während er nun Seite 372 den Mugonipass als zwischen der »mittleren und nördlichen Mugonispitze« gelegen beschreibt, verlegt er ihn Seite 391 und 392 zwischen die Coten 2768 und 274o m, also viel weiter nach Südost. Auf der Karte hat er die Lage des Passes richtig angedeutet, doch ist die Beschreibung »zwischen mittlerer und nördlicher Mugonispitze« unrichtig, denn was Herr Merzbacher für die nördliche zu halten scheint, gehört zu den Coronellespitzen. Er liegt in der Tat zwischen Coronelle und Mugoni. Herrn Merzbacher unterlaufen aber auch sonst noch Irrtümer. So bezeichnet er auf der Beilage »Westansicht der Rosengartenkette« seine Tscheinerspitze ganz richtig, aber auf der »Ostansicht« ziert dieser Name die Coronelle; dafür finden wir auf dieser den letzteren Namen jenem Punkte (oder wirklich Kamm) gegeben, den er auf jener Tschagerkamm nennt, den aber Herr Santner und Dr. Darmstädter als Baum am kamm bezeichnen. Auf der Ostansicht nennt er Coronellepass, was auf der Westansicht als Tschagerjochpass zu sehen ist. Auf der Westansicht ist der Coronellepass richtig angegeben. Auf der Ostansicht ist der Mugonipass dort zu finden, wohin ihn laut Seite 390 seiner Topographie Herr Merzbacher verlegt, wo er aber nach der Karte nicht zu finden ist. Auf der Ostansicht steht »Campedie« über einer punktierten, senkrechten Linie, die nach abwärts wohl noch ein Stück zu laufen bestimmt war, denn sie erreicht bloß einen Punkt oberhalb des Vajolontales. (nur registrierte User sehen den Link, login oder registriere dich)Auch auf der Karte ist das Wort »Campedie« zu weit westlich verlegt. Dieses Ciamp edie ist der östlichste Punkt des von den Coronellespitzen nach Osten streichenden Kammes. Der Name kommt wohl von »Campo«. Auf der Generalstabskarte heißt er Monte Campedie (M. Campedie, 2009 m). Nach Nordosten fällt er gegen Grand Alba und Piccola Alba ab, Punkte, die sich gegen das Vajolettal und das Fassatal senken.
Von den Mugonispitzen zweigt gegen Nordosten ein kleiner, niedriger Kamm ab, welcher die unbedeutenden, C im e di Curaton genannten Spitzen trägt. Über den Namen werde ich weiter unten sprechen. Eine derselben wurde von Don Luigi Baroldi, Ann. Trid. 1882-83, Seite 250, verzeichnet, der jedoch damals noch glaubte, sie sei die »Coronelle der Generalstabskarte« und trage daselbst die Cote 2793, welche ungefähr mit der für ‚die höchste Coronelle eingesetzten übereinstimmt. Die Cime di Curaton kulminieren aber in dem auf der Generalstabskarte mit 2258 bezeichneten Punkte. Den Namen »Curaton« haben sie von den südöstlich gelegenen Weiden erhalten.
Nördlich von dem Passo delle Coronelle erhebt sich ein Kamm, der bis zur Rosengartenspitze führt. Dieser führt seit Alters her den Namen Davo, die deutschredende Bevölkerung westlich der Rosengartengruppe hat ihm aber nach Merzbacher den Namen Tschagerkamm gegeben, vom sogenannten Tschagerjoch, welches sich westlich nicht weit entfernt unter ihm befindet. Herr Santner, und nach ihm Dr. Darmstädter, haben diesen Kamm in zwei Teile geteilt, dem südlicheren den Namen Tschager kam m gänzlich übertragen und den nördlicheren Baumannkamm nach der Baumannschwaige genannt. Weit entfernt, diese Bezeichnungen zu missbilligen, die sich ja Deutschen leichter in den Mund legen als ein italienischer Name, möchte ich doch vorschlagen, dass die italienischredende Bevölkerung den alten Namen Davoi beibehalte, weil ihr ja. ein deutsches Wort nie sehr geläufig werden kann. Ich weiß nicht, woher der Name »Davoi« stammen mag.
Ein Beispiel dafür, wie großen Schwierigkeiten derjenige begegnet, der sich nach der vorhandenen Literatur ein Bild der Rosengartengruppe und eine Idee ihrer Passübergänge machen will, bietet nun dieser »Davoi« genannte Kamm. Herr Merzbacher nennt als zwischen Rosengartenspitze und Coronellespitzen gelegen den Tschagerjochpass, das Messnerjoch und den Coronellepass. Dr. Gambillo und Genossen erwähnen nur die Forca di Davoi, sagen aber Seite 105 ihrer Arbeit, Herr Merzbacher nenne sie Messnerpass; im Namenverzeichnis, Seite 122, schreiben sie jedoch, Herrn Merzbacher’s Tschagerjochpass sei mit der Forca di Davoi identisch. Sehen wir nun nach, wie der jüngste Monographist der Rosengartengruppe, Dr. Darmstädter, die Reihenfolge der Übergänge gibt, so finden wir (»Erschließung« III, Seite 390) südlich von der Rosengartenspitze eine Scharte, die er Rosengartenscharte zu benennen vorschlägt. Diese Scharte wird weder von Herrn Merzbacher noch von Dr. Gambillo erwähnt. Auf sie lässt er einen Baumannpass und das »Tschagerjoch« folgen. »Südlich des Tschagerjoches erhebt sich die Cororiellespitze, 2793 m«, schreibt er. »Südlich« ist aber eine sehr vage Bezeichnung; doch angenommen, sein Tschagerjoch sei mit Herrn Merzbacher’s Tschagerjochpass und Herrn Holzmann’s und Tucker’s Tschagerjoch, Alpine Journal, Band X, Seite 11o, Band IX, Seite 114 und 238, gleichbedeutend, so finden wir, dass er weder Herrn Merzbacher’s Messnerjoch, noch den Coronellepass erwähnt. Vergleichen wir aber ganz sorgfältig die Kontur von Herrn E. T. Compton’s Ansicht der Rosengartenkette von Westen, die der Merzbacher’schen Topographie beigegeben ist, mit der Kontur von Dr. Gambillo’s »Panorama del Gruppo del Rosengarten«, Ann. Trid. 1885, so sehen wir, dass was auf ersterer mit »Tschagerjochpass« bezeichnet ist, auf letzterem gar keinen Namen erhalten hat, während auf diesem »Forca di Davoi« dort steht, wo auf jener der Name »Messnerpass« eingetragen ist. Und doch stimmen alle deutschen Autoren darin überein, dass der Tschagerjochpass, und die italienischen Schriftsteller, dass die Forca di Davoi der leichteste Übergang in jener Gegend, ist. Da ich nun 1895 ganz bestimmt die Forca di Davoi überschritt, welche mir Herr Johann Santner als Tschagerjochpass bezeichnete, so ist es erwiesen, dass was auf Herrn Compton’s Westansicht Messnerpass heißt, die Forca di Davoi oder der (nur registrierte User sehen den Link, login oder registriere dich)Tschagerjochpass ist. Der auf der »Westansicht« Tschagerjochpass genannte Punkt oder Übergang ist aber ganz gewiss nicht der »bekannteste und leichteste aller Übergänge auf dieser Seite, welche über den nun in gleicher Höhe verlaufenden, durch nur schwache Einsenkungen gegliederten Mauerwall führen, für den ich (Herr Merzbacher) die Bezeichnung Tschagerkamm aufnahm«, sondern würde viel mühsamer als die Forca di Davoi, der wirkliche Tschagerjochpass, sein. Ich will nun gewiss nicht bestreiten, dass für die Namen Messnerjoch und Baumannpass sich geeignete Punkte im »Tschagerkamme« finden mögen, doch gestehe ich offen ein, dass ich heute darüber noch nichts sicheres sagen kann.(nur registrierte User sehen den Link, login oder registriere dich)
Südlich von der Rosengartenspitze befindet sich eine Scharte, die Dr. Darmstädter Rosengartenscharte zu benennen vorschlägt. Da der Name einen wahrscheinlich bis dahin unbenannten Punkt bezeichnet, und außerdem recht am Platze ist, so wird er sich wohl einbürgern. Wir haben also zwischen den Coronellespitzen und der Rosengartenspitze den Coronellepass, die Forca di Davoi oder den Tschagerjochpass, und die Rosengartenscharte, wozu noch nach Merzbacher zwischen erstem und zweitem das Messnerjoch, nach Darmstädter zwischen dem zweiten und der dritten der Baumannpass kämen. Die Generalstabskarte hat »P. di Forca« quer über den Tschagerkamm eingetragen, und außer diesem finden wir auf der Originalaufnahme derselben »Forca di Davoi« von den Coronelle bis gegen »P. di Forca«, und »Tschagerjochpass« so ziemlich am richtigen Platze eingetragen. »P. di Forca« steht nun dort, wo sich die Rosengartenscharte befindet und es ist nicht unmöglich, dass den Mappeuren für dieselbe jener Name genannt wurde. Auf der Originalaufnahme ist sowohl »Forca di Davoi«, wie »Tschagerjochpass« nicht ganz unrichtig eingetragen, doch scheint der Mappeur diese Namen nicht für denselben Punkt gemeint zu haben. Auf der Originalaufnahme steht nahe bei »P. di Forca« die Cote 2394 und man hat angenommen, dass sie sich auf jene beziehe. Wer aber genauer hinsieht, bemerkt sofort, dass die Cote höher steht als die Bezeichnung, und für den C olle di Barbolada gilt. Außerdem wäre die Höhe für irgendeinen Punkt in dem ganzen »Tschagerkamm« zu gering, wie schon aus den Isohypsen hervorgeht.

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