Der Wilde Kaiser – Einleitung – aus dem Jahre 1898

2 Comments
 
 
Dort, wo der Inn die große Längsfurche zwischen den Central- und den tirolisch – bayrischen Kalkalpen verlässt und quer durch die sperrenden Gebirgsriegel in tief gegrabenem Bette seine Wogen zur bayrischen Hochebene wälzt, erhebt sich als mächtigster der hier seinen Lauf begleitenden Gebirgsstöcke das Kaisergebirge, der »Kaiser«. Ein gewaltig tiefer und breiter Einschnitt trennt daher den Kaiser von der westlich zunächst liegenden Gruppe, den Thierseer Bergen; und kaum weniger energisch ist er von seinen südlichen Nachbarn, den Kitzbüheler Alpen, durch das Sölland und das Tal der Reitner Ache, von seinen nordöstlichen, den Bergen des Chiemgaus, durch das Kohln- und Weissenbachtal geschieden. Er bildet also ein vollkommen abgeschlossenes Ganzes und gewinnt so auch die richtige relative Höhe sowie den entsprechenden Abstand, um die einförmigeren Gebirgszüge, welche ihn auf allen Seiten umschließen, auf das ihnen gebührende Niveau herabzudrücken und als ein ächter Monarch in weitem Umkreis seine Trabanten zu beherrschen.
Das Kaisergebirge besteht, wie bekannt, aus zwei parallelen und im Allgemeinen westöstlich streichenden Hauptkämmen. Der südliche Teil, welcher den Namen »Vorderkaiser« oder »Wilder Kaiser«  führt, stellt sich als Typus eines Kettengebirges mit stark ausgesprochener Gratbildung dar; die Elmauer Haltspitze, 2344 m, und die Ackerlspitze, 2335 m, sind seine Kulminationspunkte. In grellem Kontraste hiezu ist der viel weniger ausgedehnte und an Höhe dem vorigen wesentlich nachstehende Zug, der Hinterkaiser oder »Zahme Kai s er«, ein Plateaugebirge nach der Art des Steinernen Meeres; er erreicht in der Pyramidenspitze die Höhe von 1999 m. Die absolute Erhebung des Kaisers ist also eine geringe; die schon erwähnte ungewöhnliche Tiefe der abgrenzenden Taleinschnitte, die in ihren höchsten, verbindenden Sattelpunkten sich nur wenig über 800 m erheben, bringt es jedoch mit sich, dass die relative Höhe der Hauptgipfel über den Fuß des Gebirgsstockes, von welcher ja die äußere Wirkung zu einem großen Teile abhängt, sich in den bedeutenden Grenzwerten von 1500 und nahezu 1900 m bewegt.
Das wichtigste von den das Innere des Gebirges durchziehenden Tälern ist das Kaisertal  zwischen den beiden Hauptkämmen; in seinem Hintergrunde liegt auch das touristische Zentrum, die bekannte Unterkunftshütte Hinterbärenbad, 831 m. Als Nein untergeordnetes Gebirgsglied schiebt sich noch der Zug des Brentenjoches mit dem aussichtsreichen und leicht zugänglichen Brandkogel, 1450 m, von Westen her zwischen das Kaisertal und den westlichsten Teil des Wilden Kaisers, während das Massiv des Feldberges, 1814 m, dem östlichen Teile desselben vorgelagert ist und so die Entstehung des zweiten, im Innern des Gebirges liegenden Thales, des Kaiserbachtales , verursacht. Der Querriegel des Stripsenkopfes, 1810 m, mit dem vielbegangenen Stripsenjoch, 1580 m, stellt einerseits die Verbindung des Feldbergkammes mit dem Wilden Kaiser her und trennt andererseits die beiden vorgenannten Täler, deren Gewässer in entgegengesetzter Richtung vom Stripsenjoch abfließen.
Ein näheres Eingehen auf die Orographie des Gebirges erscheint hier als überflüssig, da ein solches nur eine Wiederholung des in Trautwein’s Monographie und in der »Erschließung der Ostalpen« breit Niedergelegten bedeuten würde. Im Übrigen sei auf die Karte verwiesen, welche der Zeitschrift X als Beilage beigegeben wurde, und an deren Hand das oben Gesagte leicht zu verfolgen ist.
Die kartographische Darstellung unseres Gebietes lässt viel zu wünschen übrig. Noch immer ist die nach der Originalaufnahme des k. u. k. militärgeographischen Institutes bearbeitete Alpenvereinskarte die brauchbarste und auch von der Reambulierung der Spezialkarte von Tirol kaum erreicht. In der Alpenvereinskarte hat vor allem die Nomenklatur des Kaisergebirges in den meisten Punkten durch Traut-wein ihre endgültige Festlegung erfahren, was auch durch Eintragung der in ihr neueingeführten Bezeichnungen in die Militäraufnahme anerkannt wurde. Günstiger Gesamteindruck, gute Lesbarkeit und Richtigkeit der Terraindarstellung bis in die Mittelregion hinauf können ihr nicht abgesprochen werden; desto zahlreicher und schwerwiegender sind dagegen die Fehler in den höheren Regionen, besonders in den schwieriger zugänglichen Felspartien. Es wird sich bei der Besprechung der Geschichte der einzelnen Gipfel Gelegenheit finden, diese Fehler zu korrigieren.
Für die bequeme Zugänglichkeit des Kaisergebirges und gute Unterkunft ist auf allen Seiten gesorgt. Für Touren auf der Nordseite stehen das großartige Unterkunftshaus Hinterbärenbad, wohl die größte und besteingerichtete Unterkunftshütte des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, ferner die im Privatbesitz befindliche Unterkunftshütte auf der Griesener Alm im Hintergrunde des Kaiserbachtales zur Verfügung; auf der Südseite kommen die ebenso leicht erreichbaren Weiler und Dörfer Hinterstein, Bärenstatt, Elmau, Going und eine Anzahl von Almen in Betracht, in denen allen der Tourist stets freundliche Aufnahme findet. Ein Bedürfnis ist nur mehr für ein en Hüttenbau vorhanden 1) : im Kübelkar, an einem wunderbar schönen Fleckchen Erde, dessen Umrandung wohl ein Gegenstück zum Langkofelkar bilden würde: im Rücken die lange Riesenmauer der Kaiserberge, vorne die schimmernden Ketten der Zentralalpen vom Ankogel bis zu den Sellrainer und Lisenser Bergen, zu Füssen die grünen, lachenden Fluren der Elmau! Die Erbauung einer Unterkunftshütte an diesem Platze hätte, abgesehen von der landschaftlichen Schönheit, eine hohe praktische Bedeutung, da von derselben sämtliche Gipfel vom Treflauer im Westen bis zum Lärcheck und der Maukspitze im Osten, zum Teile mit einem beträchtlichen Vorsprung gegenüber den bisherigen Übernachtungsstätten, erstiegen werden könnten.
Die Führerverhältnisse sind nicht ungünstige zu nennen, wenn die Aufsichtführende Sektion Kufstein bei der rapiden Zunahme des Touristenverkehrs auch darauf bedacht sein muss, in Bälde die Zahl, namentlich der besseren Führer, zu erhöhen. In Alois Strasser in Kufstein, während der Saison in Hinterbärenbad, und in Johann Tavernaro sind zwei sehr tüchtige und unternehmungslustige, wohl allen Aufgaben im Kaiser gewachsene Felskletterer vorhanden. Alois Strasser insbesondere ist es wert, dass er auch für fremde Gebiete engagiert und ihm so Gelegenheit zu weiterer Ausbildung in seinem Beruf gegeben wird; ich glaube mich nicht zu täuschen, wenn ich annehme, dass in ihm das Zeug zu einem erstklassigen Führer steckt; dabei ist seine Bescheidenheit und sein freundliches Benehmen besonders hervorzuheben. Tavernaro ist vor kurzem in die Dienste eines Jagdherrn getreten und bewohnt die Jägerhütte am Grutten südlich der Elmauer Halt, so dass bedauerlicherweise auf ein festes Engagement bei ihm nicht gerechnet werden kann. Auch Joseph Hollerieder, Wirtssohn in Bärenstatt, wird als kühner Steiger gelobt. Der Name Thomas Widauer’s in Hinterstein spricht für sich selbst; es sei jedoch darauf aufmerksam gemacht, dass derselbe, über die Blüte der Manneskraft ziemlich hinaus, bei sehr schweren Touren nicht mehr führt. Weitere autorisierte Führer sind Joseph Zinsinger in Hinterstein, Joseph Müller in Kufstein und Anton Schweighofer, vulgo Pfandltoni im vierten Kaiserhof, für mittlere Touren brauchbare und gefällige Leute. Im südöstlichen Teile des Kaisers stehen leider noch keine autorisierten Führer zu Gebote; wer von St. Johann aus seinen Fuß in unser Gebirge setzt und zunächst in diesem Teile wandern will, wird jedoch unter den gebirgskundigen und klettergewandten Jägern und Wildschützen der Umgegend leicht einen verlässlichen Begleiter erfragen..
Die Revision der Führertarife ist eine dringende Notwendigkeit, da dieselben seit 15 Jahren kaum geändert wurden und daher nur jene Touren enthalten, welche damals öfter unternommen wurden. Die bestehenden Tarife sind im Verhältnis zur allgemeinen Lebenshaltung in jenen Gegenden viel zu billig und berechtigen den schwieriger zugänglichen Felspartien. Es wird sich bei der Besprechung der
Geschichte der einzelnen Gipfel Gelegenheit finden, diese Fehler zu korrigieren.
Für die bequeme Zugänglichkeit des Kaisergebirges und gute Unterkunft ist auf allen Seiten gesorgt. Für Touren auf der Nordseite stehen das großartige Unterkunftshaus Hinterbärenbad, wohl die größte und besteingerichtete Unterkunftshütte des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, ferner die im Privatbesitz befindliche Unterkunftshütte auf der Griesener Alm im Hintergrunde des Kaiserbachtales zur Verfügung; auf der Südseite kommen die ebenso leicht erreichbaren Weiler und Dörfer Hinterstein, Bärenstatt, Elmau, Going und eine Anzahl von Almen in Betracht, in denen allen der Tourist stets freundliche Aufnahme findet. Ein Bedürfnis ist nur mehr für ein en Hüttenbau vorhanden: im Kübelkar, an einem wunderbar schönen Fleckchen Erde, dessen Umrandung wohl ein Gegenstück zum Langkofelkar bilden würde: im Rücken die lange Riesenmauer der Kaiserberge, vorne die schimmernden Ketten der Zentralalpen vom Ankogel bis zu den Sellrainer und Lisenser Bergen, zu Füssen die grünen, lachenden Fluren der Elmau! Die Erbauung einer Unterkunftshütte an diesem Platze hätte, abgesehen von der landschaftlichen Schönheit, eine hohe praktische Bedeutung, da von derselben sämtliche Gipfel vom Treflauer im Westen bis zum Lärcheck und der Maukspitze im Osten, zum Teile mit einem beträchtlichen Vorsprung gegenüber den bisherigen Übernachtungsstätten, erstiegen werden könnten.
Die Führerverhältnisse sind nicht ungünstige zu nennen, wenn die Aufsichtführende Sektion Kufstein bei der rapiden Zunahme des Touristenverkehrs auch darauf bedacht sein muss, in Bälde die Zahl, namentlich der besseren Führer, zu erhöhen. In Alois Strasser in Kufstein, während der Saison in Hinterbärenbad, und in Johann Tavernaro sind zwei sehr tüchtige und unternehmungslustige, wohl allen Aufgaben im Kaiser gewachsene Felskletterer vorhanden. Alois Strasser insbesondere ist es wert, dass er auch für fremde Gebiete engagiert und ihm so Gelegenheit zu weiterer Ausbildung in seinem Beruf gegeben wird; ich glaube mich nicht zu täuschen, wenn ich annehme, dass in ihm das Zeug zu einem erstklassigen Führer steckt; dabei ist seine Bescheidenheit und sein freundliches Benehmen besonders hervorzuheben. Tavernaro ist vor kurzem in die Dienste eines Jagdherrn getreten und bewohnt die Jägerhütte am Grutten südlich der Elmauer Halt, so dass bedauerlicherweise auf ein festes Engagement bei ihm nicht gerechnet werden kann. Auch Joseph Hollerieder, Wirtssohn in Bärenstatt, wird als kühner Steiger gelobt. Der Name Thomas Widauer’s in Hinterstein spricht für sich selbst; es sei jedoch darauf aufmerksam gemacht, dass derselbe, über die Blüte der Manneskraft ziemlich hinaus, bei sehr schweren Touren nicht mehr führt. Weitere autorisierte Führer sind Joseph Zinsinger in Hinterstein, Joseph Müller in Kufstein und Anton Schweighofer, vulgo Pfandltoni im vierten Kaiserhof, für mittlere Touren brauchbare und gefällige Leute. Im südöstlichen Teile des Kaisers stehen leider noch keine autorisierten Führer zu Gebote; wer von St. Johann aus seinen Fluss in unser Gebirge setzt und zunächst in diesem Teile wandern will, wird jedoch unter den gebirgskundigen und klettergewandten Jägern und Wildschützen der Umgegend leicht einen verlässlichen Begleiter erfragen..
Die Revision der Führertarife ist eine dringende Notwendigkeit, da dieselben seit 15 Jahren kaum geändert wurden und daher nur jene Touren enthalten, welche damals öfter unternommen wurden. Die bestehenden Tarife sind im Verhältnis zur allgemeinen Lebenshaltung in jenen Gegenden viel zu billig und berechtigen den schwieriger zugänglichen Felspartien. Es wird sich bei der Besprechung der
Geschichte der einzelnen Gipfel Gelegenheit finden, diese Fehler zu corrigieren.
Für die bequeme Zugänglichkeit des Kaisergebirges und gute Unterkunft ist auf allen Seiten gesorgt. Für Touren auf der Nordseite stehen das grossartige Unterkunftshaus Hinterbärenbad, wohl die grösste und besteingerichtete Unterkunftshütte des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, ferner die im Privatbesitz befindliche Unterkunftshütte auf der Griesener Alm im Hintergrunde des Kaiserbachthales zur Verfügung; auf der Südseite kommen die ebenso leicht erreichbaren Weiler und Dörfer Hinterstein, Bärenstatt, Elmau, Going und eine Anzahl von Almen in Betracht, in denen allen der Tourist stets freundliche Aufnahme findet. Ein Bedürfniss ist nur mehr für ein en Hüttenbau vorhanden: im K üb elk ar, an einem wunderbar schönen Fleckchen Erde, dessen Umrandung wohl ein Gegenstück zum Langkofelkar bilden würde: im Rücken die lange Riesenmauer der Kaiserberge, vorne die schimmernden Ketten der Centralalpen vom Ankogel bis zu den Sellrainer und Lisenser Bergen, zu Füssen die grünen, lachenden Fluren der Elmau! Die Erbauung einer Unterkunftshütte an diesem Platze hätte, abgesehen von der landschaftlichen Schönheit, eine hohe practische Bedeutung, da von derselben sämtliche Gipfel vom Treflauer im Westen bis zum Lärcheck und der Maukspitze im Osten, zum Theile mit einem beträchtlichen Vorsprung gegenüber den bisherigen Übernachtungsstätten, erstiegen werden könnten.
Die Führerverhältnisse sind nicht ungünstige zu nennen, wenn die aufsichtführende Section Kufstein bei der rapiden Zunahme des Touristenverkehrs auch darauf bedacht sein muss, in Bälde die Zahl, namentlich der besseren Führer, zu erhöhen. In Alois Strasser in Kufstein, während der Saison in Hinterbärenbad, und in Johann Tavernaro sind zwei sehr tüchtige und unternehmungslustige, wohl allen Aufgaben im Kaiser gewachsene Felskletterer vorhanden. Alois Strasser insbesondere ist es werth, dass er auch für fremde Gebiete engagiert und ihm so Gelegenheit zu weiterer Ausbildung in seinem Beruf gegeben wird; ich glaube mich nicht zu täuschen, wenn ich annehme, dass in ihm das Zeug zu einem erstklassigen Führer steckt; dabei ist seine Bescheidenheit und sein freundliches Benehmen besonders hervorzuheben. Tavernaro ist vor kurzem in die Dienste eines Jagdherrn getreten und bewohnt die Jägerhütte am Grutten südlich der Elmauer Halt, so dass bedauerlicherweise auf ein festes Engagement bei ihm nicht gerechnet werden kann. Auch Joseph Hollerieder, Wirthssohn in Bärenstatt, wird als kühner Steiger gelobt. Der Name Thomas Widauer’s in Hinterstein spricht für sich selbst; es sei jedoch darauf aufmerksam gemacht, dass derselbe, über die Blüthe der Manneskraft ziemlich hinaus, bei sehr schweren Touren nicht mehr führt. Weitere autorisierte Führer sind Joseph Zinsinger in Hinterstein, Joseph Müller in Kufstein und Anton Schweighofer, vulgo Pfandltoni im vierten Kaiserhof, für mittlere Touren brauchbare und gefällige Leute. Im südöstlichen Theile des Kaisers stehen leider noch keine autorisierten Führer zu Gebote; wer von St. Johann aus seinen Fuss in unser Gebirge setzt und zunächst in diesem Theile wandern will, wird jedoch unter den gebirgskundigen und klettergewandten Jägern und Wildschützen der Umgegend leicht einen verlässlichen Begleiter erfragen..
Die Revision der Führertarife ist eine dringende Nothwendigkeit, da dieselben seit 15 Jahren kaum geändert wurden und daher nur jene Touren enthalten, welche damals öfter unternommen wurden. Die bestehenden Tarife sind im Verhältniss zur allgemeinen Lebenshaltung in jenen Gegenden viel zu billig und berechtigen ebenso sehr zu einer Erhöhung, als es einer Festlegung der Taxe für die zur Zeit so häufig gemachten schwierigen Touren bedarf, für welche von einzelnen Führern ein ungewöhnlich hoher Preis gefordert wird.
Dort, wo der Inn die große Längsfurche zwischen den Central- und den tirolisch – bayrischen Kalkalpen verlässt und quer durch die sperrenden Gebirgsriegel in tief gegrabenem Bette seine Wogen zur bayrischen Hochebene wälzt, erhebt sich als mächtigster der hier seinen Lauf begleitenden Gebirgsstöcke das Kaisergebirge, der »Kaiser«. Ein gewaltig tiefer und breiter Einschnitt trennt daher den Kaiser von der westlich zunächst liegenden Gruppe, den Thierseer Bergen; und kaum weniger energisch ist er von seinen südlichen Nachbarn, den Kitzbüheler Alpen, durch das Sölland und das Tal der Reitner Ache, von seinen nordöstlichen, den Bergen des Chiemgaus, durch das Kohln- und Weissenbachtal geschieden. Er bildet also ein vollkommen abgeschlossenes Ganzes und gewinnt so auch die richtige relative Höhe sowie den entsprechenden Abstand, um die einförmigeren Gebirgszüge, welche ihn auf allen Seiten umschließen, auf das ihnen gebührende Niveau herabzudrücken und als ein ächter Monarch in weitem Umkreis seine Trabanten zu beherrschen.Das Kaisergebirge besteht, wie bekannt, aus zwei parallelen und im Allgemeinen westöstlich streichenden Hauptkämmen. Der südliche Teil, welcher den Namen »Vorderkaiser« oder »Wilder Kaiser«  führt, stellt sich als Typus eines Kettengebirges mit stark ausgesprochener Gratbildung dar; die Elmauer Haltspitze, 2344 m, und die Ackerlspitze, 2335 m, sind seine Kulminationspunkte. In grellem Kontraste hiezu ist der viel weniger ausgedehnte und an Höhe dem vorigen wesentlich nachstehende Zug, der Hinterkaiser oder »Zahme Kai s er«, ein Plateaugebirge nach der Art des Steinernen Meeres; er erreicht in der Pyramidenspitze die Höhe von 1999 m. Die absolute Erhebung des Kaisers ist also eine geringe; die schon erwähnte ungewöhnliche Tiefe der abgrenzenden Taleinschnitte, die in ihren höchsten, verbindenden Sattelpunkten sich nur wenig über 800 m erheben, bringt es jedoch mit sich, dass die relative Höhe der Hauptgipfel über den Fuß des Gebirgsstockes, von welcher ja die äußere Wirkung zu einem großen Teile abhängt, sich in den bedeutenden Grenzwerten von 1500 und nahezu 1900 m bewegt.Das wichtigste von den das Innere des Gebirges durchziehenden Tälern ist das Kaisertal  zwischen den beiden Hauptkämmen; in seinem Hintergrunde liegt auch das touristische Zentrum, die bekannte Unterkunftshütte Hinterbärenbad, 831 m. Als Nein untergeordnetes Gebirgsglied schiebt sich noch der Zug des Brentenjoches mit dem aussichtsreichen und leicht zugänglichen Brandkogel, 1450 m, von Westen her zwischen das Kaisertal und den westlichsten Teil des Wilden Kaisers, während das Massiv des Feldberges, 1814 m, dem östlichen Teile desselben vorgelagert ist und so die Entstehung des zweiten, im Innern des Gebirges liegenden Thales, des Kaiserbachtales , verursacht. Der Querriegel des Stripsenkopfes, 1810 m, mit dem vielbegangenen Stripsenjoch, 1580 m, stellt einerseits die Verbindung des Feldbergkammes mit dem Wilden Kaiser her und trennt andererseits die beiden vorgenannten Täler, deren Gewässer in entgegengesetzter Richtung vom Stripsenjoch abfließen.Ein näheres Eingehen auf die Orographie des Gebirges erscheint hier als überflüssig, da ein solches nur eine Wiederholung des in Trautwein’s Monographie und in der »Erschließung der Ostalpen« breit Niedergelegten bedeuten würde. Im Übrigen sei auf die Karte verwiesen, welche der Zeitschrift X als Beilage beigegeben wurde, und an deren Hand das oben Gesagte leicht zu verfolgen ist.Die kartographische Darstellung unseres Gebietes lässt viel zu wünschen übrig. Noch immer ist die nach der Originalaufnahme des k. u. k. militärgeographischen Institutes bearbeitete Alpenvereinskarte die brauchbarste und auch von der Reambulierung der Spezialkarte von Tirol kaum erreicht. In der Alpenvereinskarte hat vor allem die Nomenklatur des Kaisergebirges in den meisten Punkten durch Traut-wein ihre endgültige Festlegung erfahren, was auch durch Eintragung der in ihr neueingeführten Bezeichnungen in die Militäraufnahme anerkannt wurde. Günstiger Gesamteindruck, gute Lesbarkeit und Richtigkeit der Terraindarstellung bis in die Mittelregion hinauf können ihr nicht abgesprochen werden; desto zahlreicher und schwerwiegender sind dagegen die Fehler in den höheren Regionen, besonders in den schwieriger zugänglichen Felspartien. Es wird sich bei der Besprechung der Geschichte der einzelnen Gipfel Gelegenheit finden, diese Fehler zu korrigieren.Für die bequeme Zugänglichkeit des Kaisergebirges und gute Unterkunft ist auf allen Seiten gesorgt. Für Touren auf der Nordseite stehen das großartige Unterkunftshaus Hinterbärenbad, wohl die größte und besteingerichtete Unterkunftshütte des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, ferner die im Privatbesitz befindliche Unterkunftshütte auf der Griesener Alm im Hintergrunde des Kaiserbachtales zur Verfügung; auf der Südseite kommen die ebenso leicht erreichbaren Weiler und Dörfer Hinterstein, Bärenstatt, Elmau, Going und eine Anzahl von Almen in Betracht, in denen allen der Tourist stets freundliche Aufnahme findet. Ein Bedürfnis ist nur mehr für ein en Hüttenbau vorhanden 1) : im Kübelkar, an einem wunderbar schönen Fleckchen Erde, dessen Umrandung wohl ein Gegenstück zum Langkofelkar bilden würde: im Rücken die lange Riesenmauer der Kaiserberge, vorne die schimmernden Ketten der Zentralalpen vom Ankogel bis zu den Sellrainer und Lisenser Bergen, zu Füssen die grünen, lachenden Fluren der Elmau! Die Erbauung einer Unterkunftshütte an diesem Platze hätte, abgesehen von der landschaftlichen Schönheit, eine hohe praktische Bedeutung, da von derselben sämtliche Gipfel vom Treflauer im Westen bis zum Lärcheck und der Maukspitze im Osten, zum Teile mit einem beträchtlichen Vorsprung gegenüber den bisherigen Übernachtungsstätten, erstiegen werden könnten.Die Führerverhältnisse sind nicht ungünstige zu nennen, wenn die Aufsichtführende Sektion Kufstein bei der rapiden Zunahme des Touristenverkehrs auch darauf bedacht sein muss, in Bälde die Zahl, namentlich der besseren Führer, zu erhöhen. In Alois Strasser in Kufstein, während der Saison in Hinterbärenbad, und in Johann Tavernaro sind zwei sehr tüchtige und unternehmungslustige, wohl allen Aufgaben im Kaiser gewachsene Felskletterer vorhanden. Alois Strasser insbesondere ist es wert, dass er auch für fremde Gebiete engagiert und ihm so Gelegenheit zu weiterer Ausbildung in seinem Beruf gegeben wird; ich glaube mich nicht zu täuschen, wenn ich annehme, dass in ihm das Zeug zu einem erstklassigen Führer steckt; dabei ist seine Bescheidenheit und sein freundliches Benehmen besonders hervorzuheben. Tavernaro ist vor kurzem in die Dienste eines Jagdherrn getreten und bewohnt die Jägerhütte am Grutten südlich der Elmauer Halt, so dass bedauerlicherweise auf ein festes Engagement bei ihm nicht gerechnet werden kann. Auch Joseph Hollerieder, Wirtssohn in Bärenstatt, wird als kühner Steiger gelobt. Der Name Thomas Widauer’s in Hinterstein spricht für sich selbst; es sei jedoch darauf aufmerksam gemacht, dass derselbe, über die Blüte der Manneskraft ziemlich hinaus, bei sehr schweren Touren nicht mehr führt. Weitere autorisierte Führer sind Joseph Zinsinger in Hinterstein, Joseph Müller in Kufstein und Anton Schweighofer, vulgo Pfandltoni im vierten Kaiserhof, für mittlere Touren brauchbare und gefällige Leute. Im südöstlichen Teile des Kaisers stehen leider noch keine autorisierten Führer zu Gebote; wer von St. Johann aus seinen Fuß in unser Gebirge setzt und zunächst in diesem Teile wandern will, wird jedoch unter den gebirgskundigen und klettergewandten Jägern und Wildschützen der Umgegend leicht einen verlässlichen Begleiter erfragen..Die Revision der Führertarife ist eine dringende Notwendigkeit, da dieselben seit 15 Jahren kaum geändert wurden und daher nur jene Touren enthalten, welche damals öfter unternommen wurden. Die bestehenden Tarife sind im Verhältnis zur allgemeinen Lebenshaltung in jenen Gegenden viel zu billig und berechtigen den schwieriger zugänglichen Felspartien. Es wird sich bei der Besprechung derGeschichte der einzelnen Gipfel Gelegenheit finden, diese Fehler zu korrigieren.Für die bequeme Zugänglichkeit des Kaisergebirges und gute Unterkunft ist auf allen Seiten gesorgt. Für Touren auf der Nordseite stehen das großartige Unterkunftshaus Hinterbärenbad, wohl die größte und besteingerichtete Unterkunftshütte des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, ferner die im Privatbesitz befindliche Unterkunftshütte auf der Griesener Alm im Hintergrunde des Kaiserbachtales zur Verfügung; auf der Südseite kommen die ebenso leicht erreichbaren Weiler und Dörfer Hinterstein, Bärenstatt, Elmau, Going und eine Anzahl von Almen in Betracht, in denen allen der Tourist stets freundliche Aufnahme findet. Ein Bedürfnis ist nur mehr für ein en Hüttenbau vorhanden: im Kübelkar, an einem wunderbar schönen Fleckchen Erde, dessen Umrandung wohl ein Gegenstück zum Langkofelkar bilden würde: im Rücken die lange Riesenmauer der Kaiserberge, vorne die schimmernden Ketten der Zentralalpen vom Ankogel bis zu den Sellrainer und Lisenser Bergen, zu Füssen die grünen, lachenden Fluren der Elmau! Die Erbauung einer Unterkunftshütte an diesem Platze hätte, abgesehen von der landschaftlichen Schönheit, eine hohe praktische Bedeutung, da von derselben sämtliche Gipfel vom Treflauer im Westen bis zum Lärcheck und der Maukspitze im Osten, zum Teile mit einem beträchtlichen Vorsprung gegenüber den bisherigen Übernachtungsstätten, erstiegen werden könnten.Die Führerverhältnisse sind nicht ungünstige zu nennen, wenn die Aufsichtführende Sektion Kufstein bei der rapiden Zunahme des Touristenverkehrs auch darauf bedacht sein muss, in Bälde die Zahl, namentlich der besseren Führer, zu erhöhen. In Alois Strasser in Kufstein, während der Saison in Hinterbärenbad, und in Johann Tavernaro sind zwei sehr tüchtige und unternehmungslustige, wohl allen Aufgaben im Kaiser gewachsene Felskletterer vorhanden. Alois Strasser insbesondere ist es wert, dass er auch für fremde Gebiete engagiert und ihm so Gelegenheit zu weiterer Ausbildung in seinem Beruf gegeben wird; ich glaube mich nicht zu täuschen, wenn ich annehme, dass in ihm das Zeug zu einem erstklassigen Führer steckt; dabei ist seine Bescheidenheit und sein freundliches Benehmen besonders hervorzuheben. Tavernaro ist vor kurzem in die Dienste eines Jagdherrn getreten und bewohnt die Jägerhütte am Grutten südlich der Elmauer Halt, so dass bedauerlicherweise auf ein festes Engagement bei ihm nicht gerechnet werden kann. Auch Joseph Hollerieder, Wirtssohn in Bärenstatt, wird als kühner Steiger gelobt. Der Name Thomas Widauer’s in Hinterstein spricht für sich selbst; es sei jedoch darauf aufmerksam gemacht, dass derselbe, über die Blüte der Manneskraft ziemlich hinaus, bei sehr schweren Touren nicht mehr führt. Weitere autorisierte Führer sind Joseph Zinsinger in Hinterstein, Joseph Müller in Kufstein und Anton Schweighofer, vulgo Pfandltoni im vierten Kaiserhof, für mittlere Touren brauchbare und gefällige Leute. Im südöstlichen Teile des Kaisers stehen leider noch keine autorisierten Führer zu Gebote; wer von St. Johann aus seinen Fluss in unser Gebirge setzt und zunächst in diesem Teile wandern will, wird jedoch unter den gebirgskundigen und klettergewandten Jägern und Wildschützen der Umgegend leicht einen verlässlichen Begleiter erfragen..
Die Revision der Führertarife ist eine dringende Notwendigkeit, da dieselben seit 15 Jahren kaum geändert wurden und daher nur jene Touren enthalten, welche damals öfter unternommen wurden. Die bestehenden Tarife sind im Verhältnis zur allgemeinen Lebenshaltung in jenen Gegenden viel zu billig und berechtigen den schwieriger zugänglichen Felspartien. Es wird sich bei der Besprechung derGeschichte der einzelnen Gipfel Gelegenheit finden, diese Fehler zu corrigieren.Für die bequeme Zugänglichkeit des Kaisergebirges und gute Unterkunft ist auf allen Seiten gesorgt. Für Touren auf der Nordseite stehen das grossartige Unterkunftshaus Hinterbärenbad, wohl die grösste und besteingerichtete Unterkunftshütte des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, ferner die im Privatbesitz befindliche Unterkunftshütte auf der Griesener Alm im Hintergrunde des Kaiserbachthales zur Verfügung; auf der Südseite kommen die ebenso leicht erreichbaren Weiler und Dörfer Hinterstein, Bärenstatt, Elmau, Going und eine Anzahl von Almen in Betracht, in denen allen der Tourist stets freundliche Aufnahme findet. Ein Bedürfniss ist nur mehr für ein en Hüttenbau vorhanden: im K üb elk ar, an einem wunderbar schönen Fleckchen Erde, dessen Umrandung wohl ein Gegenstück zum Langkofelkar bilden würde: im Rücken die lange Riesenmauer der Kaiserberge, vorne die schimmernden Ketten der Centralalpen vom Ankogel bis zu den Sellrainer und Lisenser Bergen, zu Füssen die grünen, lachenden Fluren der Elmau! Die Erbauung einer Unterkunftshütte an diesem Platze hätte, abgesehen von der landschaftlichen Schönheit, eine hohe practische Bedeutung, da von derselben sämtliche Gipfel vom Treflauer im Westen bis zum Lärcheck und der Maukspitze im Osten, zum Theile mit einem beträchtlichen Vorsprung gegenüber den bisherigen Übernachtungsstätten, erstiegen werden könnten.Die Führerverhältnisse sind nicht ungünstige zu nennen, wenn die aufsichtführende Section Kufstein bei der rapiden Zunahme des Touristenverkehrs auch darauf bedacht sein muss, in Bälde die Zahl, namentlich der besseren Führer, zu erhöhen. In Alois Strasser in Kufstein, während der Saison in Hinterbärenbad, und in Johann Tavernaro sind zwei sehr tüchtige und unternehmungslustige, wohl allen Aufgaben im Kaiser gewachsene Felskletterer vorhanden. Alois Strasser insbesondere ist es werth, dass er auch für fremde Gebiete engagiert und ihm so Gelegenheit zu weiterer Ausbildung in seinem Beruf gegeben wird; ich glaube mich nicht zu täuschen, wenn ich annehme, dass in ihm das Zeug zu einem erstklassigen Führer steckt; dabei ist seine Bescheidenheit und sein freundliches Benehmen besonders hervorzuheben. Tavernaro ist vor kurzem in die Dienste eines Jagdherrn getreten und bewohnt die Jägerhütte am Grutten südlich der Elmauer Halt, so dass bedauerlicherweise auf ein festes Engagement bei ihm nicht gerechnet werden kann. Auch Joseph Hollerieder, Wirthssohn in Bärenstatt, wird als kühner Steiger gelobt. Der Name Thomas Widauer’s in Hinterstein spricht für sich selbst; es sei jedoch darauf aufmerksam gemacht, dass derselbe, über die Blüthe der Manneskraft ziemlich hinaus, bei sehr schweren Touren nicht mehr führt. Weitere autorisierte Führer sind Joseph Zinsinger in Hinterstein, Joseph Müller in Kufstein und Anton Schweighofer, vulgo Pfandltoni im vierten Kaiserhof, für mittlere Touren brauchbare und gefällige Leute. Im südöstlichen Theile des Kaisers stehen leider noch keine autorisierten Führer zu Gebote; wer von St. Johann aus seinen Fuss in unser Gebirge setzt und zunächst in diesem Theile wandern will, wird jedoch unter den gebirgskundigen und klettergewandten Jägern und Wildschützen der Umgegend leicht einen verlässlichen Begleiter erfragen..Die Revision der Führertarife ist eine dringende Nothwendigkeit, da dieselben seit 15 Jahren kaum geändert wurden und daher nur jene Touren enthalten, welche damals öfter unternommen wurden. Die bestehenden Tarife sind im Verhältniss zur allgemeinen Lebenshaltung in jenen Gegenden viel zu billig und berechtigen ebenso sehr zu einer Erhöhung, als es einer Festlegung der Taxe für die zur Zeit so häufig gemachten schwierigen Touren bedarf, für welche von einzelnen Führern ein ungewöhnlich hoher Preis gefordert wird.
  • brandkogel kaiserberg
  • riesenmauer gresse
  • grattugia kaiserhof
  • capanna dosdè
  • Johann Tarvonaro
  • tourenbedarf
  • kaisergebirge umrandung
  • montagne kaiser
  • sellrainer hüttenwanderung
  • bergsteigen elmau der wilde kaiser
  • fluß im hinterbärenbad

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

More from our blog

See all posts
 
 
2 Comments
    • admin
    • 13. August 2010

    hallo

Comments are closed.